Review

Dizzee Rascal

The Fifth

Vertigo • 2013

Dieses Album ist dämlich. Rotzendämlich. In jedem Ton. Das weiß Dizzee Rascal, das wissen wir. Und genau das macht »The Fifth« so anziehend. »I am Superman, bitch, I’m Superman!« Das sind die einleitenden Worte von Rascals fünftem Album und damit ist das intellektuelle Niveau hier ziemlich genau abgesteckt. Jeder Beat auf dieser Platte schielt direkt auf Tanzfläche und Charts gleichermaßen. Robbie Williams, Tinie Tempah und will.i.am runden den Eindruck schon passend ab. Grime? Pustekuchen. Pop für die Massen! Aber nochmal: Dizzee Rascal macht keinen Hehl daraus, dass es bei ihm jetzt um Urlaub, Reichtum und heiße Häschen geht. Das ist der amerikanische Traum, wie er eben einem britischen Rapper passiert ist. Der Bass ballert bis zum Anschlag. Wer das letzte Album als Vergleich heranzieht, findet auf »The Fifth« mehr »Holiday« als »Bonkers« – wobei es mit »Bassline Junkie« hier ebenfalls den passenden Hit gibt. Subversiv ist an »The Fifth« kein einziger Track mehr, die Zeiten von »Boy In Da Corner« sind nun einmal vorbei. Trotzdem beherrscht Dizzee Rascal sein Fach weiterhin. » Bassline Junkie « dürfte die Großraumdiskotheken zum Beben bringen und bei aller Hirnlosigkeit, bleibt einem leider trotzdem wenig mehr übrig, als Rascal zu attestieren, dass er da schon ziemlich anständig auf dem Beat liegt. »I just wanna hear the bassline rinsin‘ or we can just skank out all day. If not get the fuck out of my way!« Wie gesagt, rotzendämlich. Aber darin unantastbar.