Mit Ball & Socket hat Elijah Minnelli ein Werk geschaffen, das den Künstler ein Stück näher an sich selbst heranzuführen scheint. Denn ein bestimmtes Element rückt hier erstmals deutlich ins Zentrum seiner Musik: die Stimme. Sie zieht sich durch alle vier Tracks der Platte, mal murmelnd und beinahe unverständlich, im nächsten Moment wieder klar und greifbar. Zusammen mit den Dub-Rhythmen, denen Minnelli auch auf Ball & Socket treu bleibt, entsteht daraus eine Musik, die etwas beinahe Magisches in sich trägt. Die Verbindung wirkt wie ein leises Gebet, ein Ritual, eine kleine Zeremonie im Klang. Genau darin liegt ihre besondere Kraft.
Minnelli nutzt Dub-Arrangements nicht als reines Genrehandwerk, sondern als offenen Rahmen, in dem sich verschiedene Traditionen begegnen können. Folk-Anklänge treffen auf die Produktionslogik karibischer Soundsystem-Kultur und verweben sich zu einer eigenen, ruhig kreisenden Klangwelt. Ein besonderer Track, der sofort ins Ohr fällt, ist »Unkind«. Für dieses Stück holt sich der Londoner Produzent Kiki Hitomi mit ins Boot. Gemeinsam entsteht ein Sound voller Groove, Bewegung und rhythmischer Spannung, die sich langsam entfaltet, um schließlich eine hypnotische Dynamik aufzubauen.

Ball & Socket