Review Rock

Embryo

Opal Colored

Bonfire • 1970

Opal ist nicht nur das Debütalbum des Münchener Bandkollektivs Embryo um den Schlagzeuger und Perkussionisten Christian Burchard. Ende der 1960er-Jahre traf sich die Band beim Krautrock und öffnete sich alsbald der Weltmusik. Opal kann deshalb auch als eine Art Mission Statement gelesen werden. Schließlich sind die bemerkenswerte Offenheit und der genreübergreifende Ansatz, der für Embryo typisch werden sollte, bereits auf diesem Album angelegt – wenngleich das jazz- und bluesrockige Fundament ihres psychedelischen Sounds auf Opal deutlicher durchscheint als auf späteren Veröffentlichungen.

Für diesen frühen Sound steht etwa »Revolution«, eines der groovigsten Stücke des Albums: mit treibendem Bass und freejazzigen Bläsern. Das dominierende Saxofon klingt bei aller Expressivität nicht nach entfesselter Feuerspuckerei, sondern kommt immer wieder auf ein Motiv zurück, das als Anker dient.

Für die experimentellere, psychedelische Seite des Albums steht der sphärische Track »People from Out the Space«. Bei dem deuten der hypnotische Perkussions-Groove und die treibenden Bongos schon die Weltmusik-Einflüsse an, die später ein zentrales Element der Klangästhetik von Embryo werden sollten – und geben dem Stück darüber hinaus eine kosmische »out there«-Anmutung.