Hikarigasashikomu. Ist man doch schon vom Titel überfordert, vorausgesetzt, man spricht nicht zufällig Japanisch. Setzt man sich dann auch noch dem so benannten akustischen Erzeugnis, das der Produzent und Maler Takahide Higuchi unter seinem Alias Foodman veröffentlicht hat, ohne Vorwarnung oder etwaige Betreuung aus, kann daraus eine ganz ähnliche Überforderung resultieren. Footwork mit seinen Schnippschnappsamples und Hack-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-hack-Rhythmen mag das Genre sein, auf das sich Foodman für seine eigene Musik beruft. Doch außer, dass es hektisch zugeht, kann man sich bei dieser Platte auf sehr wenig verlassen. Man wird wie in einen brodelnden Bottich geworfen, in dem statt klein geschnittener Gemüsestücke vielmehr Sprach-, Sound und Sonstwas-Samples ungeklärter Herkunft herumschwimmen.
Selbstverständlich ebenfalls nicht mehr vollständig, sondern in ihre Bestandteile zerlegt, um dann als Wortwirrwarr oder Frequenzfunkensprühen auf einen einzuprasseln. Empfohlen sei eine sehr ausgeglichene, ruhige Haltung, um dem Ganzen unbeschadet zu begegnen. Die gute alte gleichschwebende Aufmerksamkeit kann Wunder wirken. Oder man nimmt das Album als Meditation, bei der die Dinge durch einen hindurchfließen. So kommt man am Ende relativ gut aus der Sache raus. Es ist auf seine exzessiv schizophone Art sogar ziemlich toll. Nachhaltig irritiert bloß eines: Woher kommt plötzlich dieser eingängig zurückgelehnte Groove in »Hard Reclining«?

Hikarigasashikomu
