Der Mensch erliegt nur allzu gerne dem Irrtum, dass er der Mittelpunkt des Universums ist. Alles dreht sich – bestenfalls – um ihn selbst. Displaces von Francesco Fabris ist eine jener Platten, die diesen Irrglauben entlarvt. Es geht um Hyperobjekte und kartografische Praktiken, um die Vermessung des Komplexen – vom Mikrokosmos bis zum großen Ganzen. Was im ersten Moment kalt und klinisch anmutet.
Francesco Fabris zieht uns durch ein klangliches Labyrinth, in dem Gedächtnissplitter sich mit außerweltlichen Strömen vermischen. Nichts bleibt an Ort und Stelle. Alles verschiebt sich nach einem Plan, der sich nicht erkennen lässt. Es gibt keinen Rhythmus, keine Melodien, nur Flächen aus Drone, Ambient und Experimental, in deren Schluchten es sich herrlich verirren lässt. »The Map Is The Territory« lockt in diese Untiefen, in denen der Klang wie eine menschliche Stimme anmutet, am Ende jedoch nur das Nichts durch die Hände rinnt.
Der greifbarste Moment ist »Topography of Extinction«. Fast, aber nur fast, baut sich eine Melodie auf, eine Erinnerung an ein Gefühl, bevor dieser Klang in sich zusammenbricht. Dieses Labyrinth löst sich auf, während wir durch seine Wege geführt werden. Es ist die große Kunst dieses Albums, dass es in uns etwas berührt, das sonst kaum eine andere Musik erreicht.

Displaces