Italo Disco hat die Welt bereist, niederländischen Electro und Detroit Techno gleichermaßen geprägt. Was in Mailänder Studios geboren wurde, erreichte dank Mario Baldoni alias Miro – Singer-Songwriter und Schöpfer einer Reihe von Hits unter anderem für Loredana Bertè – sogar die Antillen. Oder zumindest nahm Baldoni der Legende nach »Ou Ka Vini Com Moin« mit einer bis heute nicht identifizierten Sängerin aus Martinique auf, während er sich auf der Karibikinsel aufhielt.
»Ou Ka Vini Com Moin« erschien 1983 unter dem Alias Govindo auf dem Label Gala, auf dem Baldoni auch unter dem Pseudonym Phil Sun Musik herausbrachte. Erst nach einer Weile wurde daraus ein Kultklassiker, dessen Exemplare für bis zu 700 Euro gehandelt wurden. »Ou Ka Vini Com Moin« ist allerdings kein bloßes Fetischobjekt, sondern eine der besten Italo-Disco-Nummern überhaupt: ein kosmischer und doch poppiger Song, der sich ebenso vor Jean-Michel Jarre verbeugt, wie er ein bisschen Lokalkolorit zu versprühen verspricht.
Die Neuauflage auf Disco Segreta bringt die 7-Inch- und 12-Inch-Single-Mixes und das Instrumental des Songs mit zwei Remixen von Marcello Giordani und Miro höchstselbst zusammen. Der erste betont die Italo-Dutch-Connection mit einem Ohrenmerk auf die sonderbaren Sounds des Originals, während der zweite ins Café del Mar einlädt und dieses essenzielle Reissue mit einigen – oder besser gesagt: sehr, sehr vielen – Balearic-Vibes abrundet. Ou Ka Vini Com Moin bleibt auf Reisen – zum Glück für uns.

Ou Ka Vini Com Moin EP