Wann immer ein Nu-Genea-Track spielt, schwebt die Welt in Leichtigkeit. Die groovig-mediterranen Beats wickeln jede:n um den Finger: den Hochbetagten, der im Musikvideo zu »Sciallà« durch die Disco steppt, als hätte er die Formel des Lebens entdeckt, genauso wie die sonst eher abgeklärte Partymeute beim Finest Friday. Nach den gefeierten Vorgängern Nuova Napoli und Bar Mediterraneo präsentiert das für seine genreübergreifenden Kollaborationen bekannte italienische Duo Nu Genea sein neues Album People of the Moon getreu dem Motto »mehr ist mehr«.
Die aufstrebende andalusische Sängerin María José Llergo eröffnet das Album mit Flamenco-Klängen, die erst auf funky Gitarren treffen und sich später unter afro-kubanische Rhythmen mischen. Während Londons Jazz-Liebling Tom Misch für Brit-Funk-Vibes mit Basslines à la Pino D’Angiò sorgt, gesellt sich der arabische Gesang der französisch-libanesischen Musikerin Celinatique zu Bossa-Nova-Rhythmen. Fabiana Martone, deren Stimme man von L’Impératrices »Danza Marilù« kennt, lässt mit der psychedelisch angehauchten Nummer »Puleza« den ursprünglichen Klang Nu Geneas anklingen, und der brasilianische Perkussionist Gabriel Prado beschließt das Album mit seinem Gesangsdebüt. People of the Moon bietet richtig viel an. Aber es ist genau jener ambitionierte Ansatz, möglichst viele Sprachen, Genres und Rhythmen zu mixen, der den typischen Charme von Nu Genea ein wenig vermissen lässt.

People Of The Moon