Harlan Silverman ist Mitglied von The Cosmic Tones Research Trio aus Portland, Oregon. Und das steht seit zwei Jahren und zwei Platten für einen leicht esoterisch angehauchten Spiritual Jazz mit dezenten Folk- und Elektronik-Ornamentierungen. Für sein erstes Soloalbum hat sich Silverman zwar aus dem Baukasten seiner Band bedient, gewichtet die Bausteine aber unterschiedlich und setzt sie anders zusammen. Den Jazz hat er komplett gestrichen, und so klingt Music For Stillness mehr nach – Achtung! – New Age als bisher alles andere aus dem Umfeld des Portland-Trios.
Multiinstrumentalist Silverman spielt zwar alle möglichen Instrumente auf dem Album – Cello, Viola, Piano, Synthesizer und Gitarre –, überlässt aber der fernöstlichen Bansuri-Flöte die Führung durch das globale Ambient-Dorf. Bei allen radikalen Noise-Schlachten, die in den vergangenen Jahrzehnten im Pop geschlagen wurden, ist es folgerichtig, dass der wahre Aufreger nur ein Album sein kann, das die Stille glorifiziert. Aber keine Angst, Music For Stillness klingt mehr nach Shabaka Hutchings und André 3000 als nach Yogastunde.
