HELM

Olympic Mess

PAN • 2015

Stereotype gelten als nützliche Erfindung, weil sie oft einen wahren Kern haben. Etwa die immer wieder gern beschworene Sache mit der Kunst, die aus persönlichem Leid hervorgeht. Aber aufgemerkt: Wenn HELM sein jüngstes Album als Ergebnis des Versuchs bezeichnet, mit dem eigenen Chaos umzugehen, dann kann man Luke Younger zu dieser mutmaßlich ehrlichen Strategie individueller Stressbewältigung mit musikalischen Mitteln nur beglückwünschen. Denn die olympische Unordnung, die HELM im Titel der Platte ankündigt, mag zwar mitunter wüten – im pulsierenden Drängen, im gelegentlichen Schrillen und dräuenden Knirschen der Klänge, die je nach Bedarf mal gründlich durchgeknetete Samples, kompostierte Field Recordings oder seltene Gewächse rein elektronischen Ursprungs sind – am Ende bleibt diese »Olympic Mess« stets eine gerichtete Kraft, die sich ihres Ziels vielleicht noch nicht bewusst ist, aber trotzdem unaufhaltsam ihren Weg dorthin sucht. Sie tut dies im Verlauf des Albums auf zunehmend gelassene Weise, wie im Titelstück oder, scheinbar zumindest, in »Outerzone 2015«, das man mit einigem guten Willen als Ambient durchgehen lassen könnte, würden seine sperrigen Flächen, die wie tektonische Platten aneinanderstoßen, nicht von einer inneren Spannung fast auseinandergerissen. Aus diesem Leiden geht man nach dem Hören selbst gestärkt hervor. Hoffentlich ist es HELM ähnlich ergangen.

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