Hot Chip

Made In The Dark

EMI • 2008

Reiß dich zusammen, du kriegst das hin! Eröffne mit dem üblichen Nerd-Boygroup-Witz, streife kurz die hässlichen Brillen und stelle heraus, dass die Band eigentlich aus fünf Mitgliedern besteht, aber nur der Grizzly und Wigald Bonings Halbbruder mit der Emo-Stimme so richtig ins Songwriting involviert sind. Danach gibst du zu Protokoll, dass »Coming on Strong« schon riesig war, du aber unkontrolliert ejakuliert hast als »The Warning« herauskam. Darauf noch kurz anmerken, dass die live eine Sensation sind und auch auf »Made In The Dark« das Beste von allem, von Hall & Oates bis J Dilla, von Desmond Dekker bis New Order, kombinieren. Und dass sie dieses Mal wohl besonders viel Talking Heads und Belle & Sebastian gehört haben. An dieser Stelle bietet es sich dann an, den Leser darauf hinzuweisen, dass er hierzu zwar erneut kräftig mit dem Popo wackeln kann, dass er aber auch immer wieder mit wunderbar kitschigen Balladen konfrontiert wird. Weil das eine Hot Chip-Review werden soll, musst du außerdem nicht mal so tun, als gäbe es viel zu motzen, außer vielleicht, dass die Hitdichte etwas abgenommen hat. Jetzt nimmst du dir noch eine besonders seltsame Textpassage raus, um zu zeigen, dass das alles oft gaga aber geil ist: »I’m only going to heaven, if it tastes like Caramel« So Geschafft. Jetzt darfst du noch gestehen, dass du diese Band, genauso wie jeder andere auch, ganz ganz doll lieb hast.

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Hot Chip
Made in the dark
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