Die in Oakland aufgewachsene und in Brooklyn lebende Singer-Songwriterin Ivy Knight hat in den vergangenen Monaten mit diversen Singles einen verträumten, introspektiven Stil entwickelt, der zwischen akustischen Arrangements und dunkleren klanglichen Untertönen wechselt. Auch auf ihrem Debütalbum Iron Mountain bietet sie alternative, innovative Interpretationen von traditionellem Folk.
Dabei beschwört sie in alten Trail-Balladen der späten 50er- und frühen 60er-Jahre immer wieder Bilder karger Landschaften herauf: »I turned the rock over in my hands, it looks different now.« »Swimming in Blood« ist eine stimmungsvolle Ballade, die hängen bleibt, auch wenn der Text über Erinnerungen an ihre eigene Vergangenheit und vergangene Zeiten in seiner vermeintlichen Leichtigkeit schwer greifbar ist.
Mit Deer Park als Produzenten kommt noch eine weitere zeitgenössische Ebene hinzu – reduziert, offen und vorsichtig unheimlich. Musikalisch bewegt sich Knight dennoch in klassischen Singer-Songwriter-Formen. Verträumte akustische Arrangements, zu denen sich vereinzelt angeraute Fragmente gesellen, erinnern stark an Joanne Robertson oder Mark William Lewis. Iron Mountain trägt eine leise Spannung in sich: träumerisch und introspektiv, aber nicht entrückt.

Iron Mountain