Review

Jockstrap

I<3UQTINVU

Rough Trade • 2023

Der Rundumschlag von einem Debütalbum »I Love You Jennifer B« katapultierte Jockstrap im letzten Jahr schlagartig in die Riege der aufregendsten neuen Künstler*innen und bescherte dem Londoner Duo sogar eine Mercury-Price-Nominierung. Deshalb ist es nur konsequent, dass mit »I<3UQTINVU« (ausgesprochen: »I Love You Cutie, I Envy You«) nun ein Nachschlag voller selbst produzierter Remixe erscheint. Auf diesen tauchen zum einen eine Handvoll Rap-Features von u.a. Babymarocco, Coby Sey oder Ian Starr auf und zum Anderen dreht Taylor Skye, die Produzenten-Hälfte des Duos, das geradezu zelebrierte Aufeinanderclashen musikalischer Gegensätze ins Extreme. Versatzstücke des Ausgangsmaterials sind zwar erkennbar, doch es wird gar nicht erst versucht, die Stimmung der Originale zu reproduzieren. Vielmehr zielen die neun Remixe eher darauf ab, die zerbrechlichen, melodiösen Parts möglichst kräftig zu zerhackstücken oder mit großem Effekt auf brachiale Beats treffen zu lassen. Das kann irritieren und mitunter gar nerven, aber eben auch ungemein faszinieren und den Abzweig zur nächsten Club-Abfahrt markieren. Die Klangpalette leuchtet auf »I<3UQTINVU« in allen Farben des Neonregenbogens, die spielerisch und mit viel Freude am Experiment ineinanderlaufen und vermischt werden.