Im Jahr 2021 erhielt die Komponistin und Organistin Kali Malone Zugang zur Kapelle Temple de La Tour-de-Peilz in der Schweiz und stimmte die dort mit manuellen Pumpen ausgestattete Orgel. Was folgte, war eine Reihe von Experimenten mit der Cellistin, Komponistin und Klangkünstlerin Leila Bordreuil, bei denen beide ihre jeweiligen Instrumente in der Resonanz der Kapelle verschmelzen ließen. Music for Intersecting Planes ist das Ergebnis dieser ortsspezifischen Begegnung.
Bei nächtlichem Kerzenlicht in einzelnen Takes aufgeführt und direkt aufgenommen, balanciert die Musik zwischen Geduld und Intensität, Gelassenheit und Anspannung. Gestrichene Saiten, ausklingende Orgelpfeifen sowie der typische schwebende Kirchenklang entfalten sich langsam und türmen sich immer wieder auf. Im Anschluss unterbricht Stille die Komposition, wenn die Luft manuell durch die Orgel gepumpt wird. Tonhöhe und Stabilität können so nie vollständig gehalten werden. Dennoch verschmilzt hier Bordreuils improvisierte musikalische Sprache ihres Feedback-Cellos mühelos mit Malones Gefühl für Raum und der daraus resultierenden tiefen, meditativen Versenkung. Auch die Umgebung selbst wird Teil der Komposition, mit läutenden Kirchenglocken oder fernen Motorengeräuschen.
Music for Intersecting Planes entsteht nicht aus Perfektion, sondern aus gegenseitiger Beeinflussung. Gerade dieses Zusammenspiel macht das Werk zu einer Aufnahme, in der Raum, Instrument und Umgebung gleichwertig hörbar werden.


