Review

Kassa Overall

ANIMALS

Warp • 2023

Dein neues liebstes hektisches Album: Auf seiner dritten Platte »ANIMALS« (und seinem Debüt auf Warp) strapaziert Kassa Overall diverse Rhythmen und Takte. Jazz trifft Hip-Hop. Aber tatsächlich in der guten Variante, die das Hirn mit Worten knetet. Avantgarde nicht zum Selbstzweck, sondern als Selbstverständnis. Was bleibt auch anderes übrig? Kassa Overall, Schlagzeuger, Emcee und Produzent in Personalunion, baut in »Clock Ticking« einen so eindringlichen Beat, über den die Rapper Danny Brown und Wiki loslegen. (Weitere Features des Albums: Lil B, Shabazz Palaces, Theo Croker und andere.) In »So Happy« wird alles etwas entspannter, auch dank Klavier, bevor die Streicher das ganze Ding versenken und alles ins Dunkle kippt. Bleibt alles aber handlich im Gegensatz zu etwa »Still Ain’t Find Me«, das mit Free Jazz anbandelt.

Klar, »ANIMALS« ist kein einfaches Album, vielmehr fordert Kassa Overall das Publikum heraus. Aber wollen wir nicht genau sowas? Endlich mal wieder ein Album, das uns beschäftigt? Das in uns nachwirkt? Diese zwölf Tracks klingen wie nichts sonst dort draußen. Die Kategorien Hip-Hop und Jazz lösen sich zudem mit jedem Durchlauf dieser Platte mehr und mehr auf. Hektisch? Ja, alles flackert, flimmert hier. Am Ende braucht das der eigene Kopf einfach mal. Das Mittel gegen innere Ruhe, um endlich mal wieder was zu fühlen.