Review

Kidboy

Disparate EP

Jazz & Milk • 2011

Kidboy ist ein Musiker aus Granada, der auf Jazz & Milk seine Debüt-EP Disparate veröffentlicht. Der Produzent hat sich für seinen Erstling nicht nur mit einigen Stimmkünstlern, sondern auch mit Jazzmusikern wie dem Pianisten Juan Galiardo umgeben. Das Ergebnis ist überraschend vielseitig. So ist es für Kidboy kein Problem, Latin-Percussions mit einer beißenden Bassline zu unterlegen. Auch als instrumentale Grundlage für Hip Hop scheinen sich seine Stücke zu eignen, was er mit Features von Ohmega Watts und BluRum 13 beweist. Vor allem die Raptracks auf dieser Platte erinnern an Commons Finding Forever, auch inhaltlich, aber in erster Linie musikalisch. Auf The Culture mit Ohmega Watts werden schöne Rhodes-Klänge mit klassischen HipHop-Drums kombiniert und von eingestreuten Bläserklängen verfeinert. Besagte Bläser fehlen auch bei A Moment To Think nicht, wo sie über gesamplete Pianoriffs gelegt werden. Die Atmosphäre ist bei all den unterschiedlichen Einflüssen von Salsa bis Grime durchgehend die gleiche. Diese EP eignet sich wunderbar für einen entspannten Grillabend bei den letzten wärmenden Sonnenstrahlen dieses Sommers. Tanzflächengerecht werden die Stücke bis auf eine Ausnahme nicht präsentiert. Diese Ausnahme heißt Verbeneo, irgendwo zwischen Salsa und Hiphop, mit schnellen Percussions, treibenden Klavierläufen und mit Effekten verzierten Gitarren. Die Mischung aus akkustischen und elektronischen Klängen gelingt Kidboy sehr gut.