Die kongolesische Rumba, 2021 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt, strahlte weit über den Kongo hinaus. In Belgien entwickelte sich eine eigene Form dieser Musik.
Les Belgicains – so nannten Kongolesen ihre Landsleute, die in Belgien lebten. Unter ihnen waren nicht zuletzt Studierende, die ihre Musik aus dem 1960 in die Unabhängigkeit entlassenen Land mitgebracht hatten und sie unter neuen Vorzeichen weiterentwickelten. Der Produzent Nikiforos Cavvadias veröffentlichte die Musik dieser Studentenorchester auf seinem Label Covadia. In ihr schwingt Aufbruchsstimmung, eine Leichtigkeit, die Hoffnung auf eine neue Zukunft für ein Land, das in der Kolonialzeit brutal ausgebeutet wurde.
Welche musikalischen Einflüsse vor allem über Brüssel wieder zurück in den Kongo importiert wurden, müsste eine tiefere Studie eruieren. Die Bands, die auf Na Tango Ya Covadia 1964–1970 Vol. 2 zu hören sind, experimentieren jedenfalls freudig mit Merengue, Guaracha und anderen Stilen. Nicht so großmeisterlich wie Franco, Tabu Ley Rochereau, Grand Kalle und andere, aber mit frischem Esprit und weit entfernt von landläufigen Vorstellungen von Studentenbands. Man höre nur »Princessia Nono« von Afro Negro oder »Guaracha Fredo« von Los Nickelos.

Na Tango Ya Covadia 1964 - 1970 Volume 2