Review

MC Paul Barman

(((Echo Chamber)))

Mello Music Group • 2018

»Paullelujah!« MC Paul Barman, selbsterklärter »Cock Mobster«, ist zurück. Der aus New Jersey stammende Rapper hat den »Anarchist Book Store« verlassen und nach neun Jahren Alben-Abstinenz wieder an einem Album gearbeitet – an »(((Echo Chamber)))«, seinem dritten. Für die Vinyl 2LP hat er wieder ein All-Star-Cast an Producern gefunden, die ihm fette Beats auf seinen mageren Weißbrotlaib schneiderten: Questlove steuert sechs Instrumentals bei, von MF Doom gibt es zwei, dieser Mark Ronson schiebt einen rüber, Prince Paul, der ihn seit der ersten Stunde unterstützt, ebenfalls. Den Rest bestellen Memory Man und Kenny Segal, was sich ebenfalls ideal mit Barmans aufgedrehten Klassenclown-Flows verträgt. Kein Wunder also, dass das Ergebnis Spaß macht – und zwar in ganz wörtlichem Sinne, was man Rap als einer oft bierernsten Disziplin gemeinhin nicht unterstellen kann. Denn als ein schwer zu umreißendes Original, bei dem man nie genau weiß, ob es sich gerade entblößt oder verkleidet, hievt MC Paul Barmann Napoleon-Dynamite-Momente in die Cypher, als unorthodoxer Hybrid aus Woody Allen und Kool Keith Seine Labertasche ist berstend voll mit Dada und Gaga, weswegen er sein Themen-Rodeo als Kür reiten kann, ohne das eine wirkliche Routine dahintersteht. Zudem schießt er permanent über etwas hinaus, was sich bei ihm gar nicht erst als Ziel zu erkennen gibt. So unterläuft und überbietet »(((Echo Chambers)))« die Erwartungen des gemeinen Rap-Puristen. Dabei ist das Album ganz und gar im Rap daheim, mit Herz, Hirn, Arsch und Eiern. Yo!


»(((Echo Chamber)))« von MC PAul Barman findest du bei HHV Records: Vinyl LP | CD.

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