Review

Open Mike Eagle

A Special Episode Of

Mello Music Group • 2015

»Grand Budapest Hotel«, »Cinnamon Girl«, R. Kelly, Power Rangers – die Popkulturreferenzen sprudeln auf Open Mike Eagles »A Special Episode Of«. Und das nicht nur in den Lyrics. Der Beat von «Split Pants In Detroit (Or Hyrule)» klingt «like Zelda towns», wie es Open Mike Eagle rappt. Wer die Videospielreihe kennt, hört sofort, was Produzent Illingsworth beim Beatbasteln inspiriert hat. Doch der Rapper aus Los Angeles versucht keineswegs mit Filmen, Games und Musik vor der harschen Realität zu flüchten. Zwischen all diesem Nerdtum stechen immer wieder bittere Wahrheiten heraus: »They mark up as a miracle / A thousand-dollar price tag, six-dollar materials«, heißt es in «Trickeration». Auf »Dark Comedy Late Show« rappt er schonungslos über seine Karriere: »I got a deadline, before I never had a deal / Stormed out of business meetings, slipped on mass banana peels«. Als würde man einem Clown zuhören, dem eine Träne die Wange hinunterläuft. Open Mike Ealges unaufgeregter Flow, der in »Stay Still Awake (Up Before Ayybody)« und «Ziggy Starfish (Anti-Anxiety Raps)» in den Gesang gleitet, passt zu diesem Vibe aus Ernst und Witz. Stilsicher ausgewählte Instrumentals – unter anderem mit zerhackten Vocal- und dezenten Gitarren-Samples – schmiegen sich an Mikes Stimme. Hier geht es zu allererst um die Worte, gut so. Ohne einen Ausfall läuft »A Special Episode« nach knapp 20 Minuten durchs Ziel. Zu früh. Die sechs Stücke wirken wie ein Nachklapp zum Album »Dark Comedy« von 2014.