Review

Memoryhouse

The Slideshow Effect

Sub Pop • 2012

Die kleine Stadt Guelph im Südwesten Ontarios, die mit dem Hillside Festival schon Bands wie The Broken Social Scene oder Arcade Fire zu Größerem verhalf, ist auch die Heimat des neuen Sub Pop-Babys Memoryhouse. Was vor fünf Jahren als multimediales Kunstexperiment und »bedroom recording project« begann, wuchs sich mit der 2011 erschienenen EP »The Years« zur Band aus. Jetzt legen Komponist Evan Abeele und Fotografin Denise Nouvion nach. Ihr Debüt »The Slideshow Effect« knüpft, wie der Name es vermuten lässt, an die Idee des Zusammenspiels von Visuellem und Auratischem an. Eine Art Kopfkino, in dem Bild und Ton verwoben werden. Wo sonst die Bilder erst mit der Musik entstehen, verhält es sich bei dem kanadischen Duo umgekehrt: »We start with photos that we want to write around, to give us some kind of aesthetic grounding.« So ist es nicht verwunderlich, dass der Albumtrailer mehr Moodboard als musikalische Ankündigung ist. Aber wie klingt denn das Ganze nun? Zuerst einmal zeitlos. Memoryhouse, namentlich angelehnt an das Album des Komponisten Max Richter, fallen irgendwie ätherisch aus dem Jetzt und sind doch Teil dessen. Nouvions Gesang verhält sich dabei immer in Harmonie zu dem electro-poppigen Instrumentarium, das mit sanften Gitarren,Violinen oder Pianos verfeinert ist. All das wirkt sehr natürlich, warm und wohl bedacht. Ein Teil fügt sich zum anderen, ein Track gleitet zum Nächsten. Da ist dieser Fluss, diese Beständigkeit – thematisch wie musikalisch – der sich hinzugeben nicht schwer fällt. Gebannt liegen wir also in den weichen Kissen und lassen die Erinnerungen an uns vorbeiziehen: »Kept you here beneath my breath/Smooth the sheets upon the bed/Gathered slowly on the steps/Placed on heirloom to forget.«

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Memoryhouse
The Slideshow Effect
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