Review

Oiro Pena

Oiro Pena

Ultraääni • 2019

Es heißt ja immer, man soll Dinge nicht nach ihrer Verpackung beurteilen. Bei manchen Platten ist das aber eher hilfreich, weil das Cover geradezu herausschreit, welche Musik drinsteckt. So ist das bei der Debüt-10″ von Oiro Pena, dem Ein-Mann-Projekt des finnischen Multiinstrumentalisten Antti Vaukohnen, die jetzt wiederaufgelegt wird. Das Siebdruck-Cover sieht aus wie das einer lange verschollenen Privatpressung aus den 70er-Jahren, die damals in 20er-Auflage erschienen ist. Es könnte sich um eine bisher unbekannte Platte des kosmischen Afrofuturisten Sun Ra handeln, oder sie könnte vom mythischen Proto-Hippie Eden Ahbez stammen. Und irgendwie spielen beide eine Rolle in der Musik von Orio Pena.

Beim Spiritual Flute Jazz des Finnen passiert immer irgendetwas im Hintergrund, es klappert und scheppert, die Instrumente, die Vaukohnen alle selbst spielt, umkreisen sich und verschlingen miteinander, alles scheint ein bisschen neben der Spur zu sein. Das ist die gute alte Sun-Ra-Schule, die sich vor allem im letzten Track »Pritzch« zeigt. Da bietet Vaukohnen alles auf, was er auf Lager hat: Saxofon, Flöte, Klavier, Kontrabass. Der leicht schräge Eden-Ahbez-Folk-Faktor zeigt sich auf der EP vor allem im Flötenspiel. Aber Vorsicht: Ein leichter Hang zu Eso-New-Age-Klängen hilft sehr beim Hören von »Oiro Pena«.