Review

Post Industrial Boys

1971

Casa Voyager • 2024

Vorab: Die Post Industrial Boys sind kein Duo oder gar eine noch größere Formation, wie der Name vermuten lässt. Vielmehr macht George Dzodzuashvili alias Gogi aus Tblissi unter dieser Bezeichnung seit 20 Jahren ebenso reduzierten wie introspektiven, avancierten Synthiepop, wenn man sein Schaffen mit einem Genre belegen möchte. Das geschieht bei ihm in eher unregelmäßigen Abständen, zuletzt erschien 2016 das Album »Unintended« auf dem Label Karaoke Kalk. Mit »1971« widmet er sich nun seinem Geburtsjahr, zumindest singt er es im Titelsong. Der Projektname ist übrigens recht elegant gewählt, könnte man doch bei seiner flüsternden Stimme und den minimalistisch-luftigen Arrangements an eine Post-Industrial-Variante der Pet Shop Boys denken, Ironie inklusive. Der Vergleich hält auch wegen Gogis leicht nasaler Stimme und den verlässlich eingängigen Melodien stand. Hymnen gibt es keine, das scheint ganz in seinem Sinne zu sein. Wobei er im Vergleich zu seinem Album vor acht Jahren die Songform noch entschiedener respektiert. Konventionell sollte man das Ergebnis deshalb nicht unbedingt nennen. Konzentriert und fokussiert hingegen schon. Dass sich ein bisschen Nostalgie darunter gemischt hat, gehört eigentlich zwangsläufig dazu. Als Teil des Konzepts geht das sowieso in Ordnung.