Review

Rail Band

Rail Band

Mississippi • 1973

Glücklich das Land, dessen Eisenbahngesellschaft sich eine solche Band leistet! 1970 in Malis Hauptstadt Bamako gegründet, als in den ehemaligen Kolonien Aufbruchstimmung herrschte, verband die Rail Band afrikanische Rhythmen mit westafrikanischen Stilen und brachte als Hausband des Bahnhofsrestaurants ihr Publikum regelmäßig in Ekstase. Der Film »Le Mali 70«, der vor rund einem Jahr in die Kinos kam und die Reise des Berliner Omniversal Earkestra nach Mali schildert, lässt die Magie jener Jahre wieder aufleben. Die Rail Band, später auch als Super Rail Band aktiv, spielt in dem Film wie in der Musikgeschichte Malis eine zentrale Rolle. »Rail Band«, das zweite Album der Band, auf dem auch der später als Solist weltberühmte Salif Keita am Mikrophon stand, erschien 1973 und zeigt die Band in Hochform. Zwar sind die Einflüsse aus den beiden Kongos, wo Musiker wie Franco Luambo, Pepe Kallé, Tabu Ley Rochereau und andere vor allem kubanische Rhythmen zu einer eigenen Form der Rumba verarbeiteten, kaum zu überhören, doch die westafrikanische Griot-Tradition macht die Musik der Rail Band zu einem eigenständigen, wichtigen Beitrag zur populären Musik nicht nur Afrikas.