Review

Shlohmo

The End

Friends Of Friends • 2019

Das Ende der Welt – wieder einmal. Kaum ein Thema hatte die letzten Jahre mehr Konjunktur in der Popkultur als die Apokalypse und man möchte schon fast meinen, dass Henry Laufer mit seinem dritten Album »The End« fast zu spät dran ist. Immerhin zeugt die Umsetzung von Kreativität und Innovation: »Das Album ist grob über das Ende der Welt, aber vom Standpunkt, dass man auf der Couch währenddessen raucht.« Als Shlohmo produzierte Laufer zwar stets einen Sound, auf den diese Beschreibung passt. Doch mit dieser Platte kratzt der Produzent aus Los Angeles noch ein wenig mehr an der Essenz seiner Tracks. Seinen Instrumental Hip-Hop mischt er mit sehr kantigen und harten Beats, »Hopeless« scheppert vor sich hin. Es sind vielmehr die kristallinen Nebengeräusche, die diesen Track so unheimlich anmuten lassen. Stets scheinen die verschiedenen Spuren noch ein Echo abzugeben, das nachklingen muss. »Headache Of The Year« funktioniert hingegen vor allem über Gitarre und Synthesizer. Inspiration will Laufer aus Kulten gezogen haben, die das Ende aller Tage für eine gute Sache halten würden. So richtig finden sich Konzept und Inspiration aber nicht in allen Tracks wieder. »Staring At A Wall« trägt ein wenig Ambient mit sich herum, der Opener »Rock Music« verballhornt seinen eigenen Titel und arbeitet mit verfremdeten Beats und Drumcomputer. Ist das wirklich das Ende der Welt? Was nicht heißt, dass sich mit diesem Album nicht durchweg Freude haben ließe. »The Best Of Me« gehört schon jetzt zu den sehr feinen Instrumentals dieses Jahres. Nur eine durchgängige Atmosphäre des Untergangs lässt sich auf dieser Platte nicht ausmachen. Dafür ist sie, zum Glück, zu vielschichtig, interessant, ausgereift. Das Ende der Welt bleibt nur Konzept. Trotzdem überzeugt Shlohmos drittes Album. Ganz ohne großes Weltuntergangsdrama.

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Shlohmo
The End
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