Skepta

Konnichiwa

Boy Better Know • 2017

Grime war ja nie weg. Aber es war nie mehr da als vor dem Release von Skeptas »Konnichiwa«. Drake und Kanye Co-Signs, Hype in Amiland, Export des Tracksuit-Streetstyles in die ganze Welt. Die Geschichte kennt man inzwischen, sie steht hier also nur im Gröbsten, um ausdrücken: das Album war ein Großevent. Zumindest was die Erwartungshaltung daran betraf. »Shutdown« war einer der Songs 2015 überhaupt, einer mit einer solchen Präsenz, dass man zu jeder Zeile dazugehören wollte. Auf dem Album war dann halt nicht jeder Song ein »Shutdown«. Jetzt da endlich die Vinyl-Version erschienen ist und man sich dem Ding mit einem Jahr Abstand nochmal widmet, kann man festhalten: dass das dann auch so ziemlich der einzige Grund gewesen sein kann, warum »Konnichiwa« den Hype nicht noch größer machte, sondern einen Punkt dahinter setzte. Das Album ist eine mehr als solide Ansammlung von Crime-Bangern, mal mit Retro-Filter (»It Ain’t Safe), mal in purple (»Ladies Hit Squad«) – und »That’s Not Me« ist halt auch drauf. Viel kann auch wirklich nicht schief gehen bei Skeptas Stimme und Flow (geht’s dann auch nur auf zwei Songs: »Crime Riddim« und »Numbers«). Man könnte Skepta über die Geräuschkulisse der morgendlichen Müllabfuhr flowen lassen und es wäre mindestens der heißeste Scheiss der Woche. Seine Stimme klingt, als würde sie bronzen und durchtrainiert aus dem Wasser kommen, sich das starke männliche Haar zurückstreifen, mit kräftigem Kiefer und Nüstern in die Kamera gucken und Werbung für ein Eau De Toilette zu machen. »Konnichiwa« ist vielleicht nicht das kreativste Album, man könnte Skepta vorwerfen, dass er das Spiel etwas zu sicher nach Hause bringt, weil er es nun mal schon vor dem Album längst gewonnen hatte. Das allerdings bleibt definitiv ein essentieller Grime-Release.

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