2011 wurde die im Kanton Bern liegende Schweizer Kleinstadt Langenthal 1150 Jahre alt und feierte sich und ihre Bewohner:innen mit dem animierenden Motto: begeistern, bewegen, beleben, begegnen und bilden. Dass zu diesen Feierlichkeiten die Musik ihres stets im Untergrund arbeitenden und eher heimlichen »Stars« Christian Aebi zu hören war, ist eher unwahrscheinlich, auch wenn die Vorstellung gefallen mag. Zumindest begeistern konnte der immer wieder auch als Soar aktive und 2021 verstorbene Künstler jedoch regelmäßig – sofern man das Glück hatte, an seine Musik- und Popminiaturen zu geraten, die er mit allerlei ausrangierten Gerätschaften, Instrumenten und Spielzeugen zu erzeugen wusste.
Vieles von dem, was man auf dieser erstmals 1995 veröffentlichten und nun von den Außenseiter-Archivaren Efficient Space ausgegrabenen Platte hört, erinnert an Melodien – manchmal zumindest. Es rattert, klackert, wabert und pulsiert. DIY-Pop, der, wie in »Flickering Wall«, klingt, als habe man eine duschgeleierte Dream-Pop-Kassette noch einmal überspielen wollen. In »Unseen« macht eine Folkgitarre irgendwann Platz für zerbrechliche Mundharmonika-Soundalikes, während sich auf »Blue Air« ein müdes Fingerschnippen um einen schwitzigen wie ruhigen Mitternachtsbeat legt. Unspektakulär, spektakulär.

Soar