Ein Album, dessen Text nur aus erfundener Sprache und ausgedachten Zaubersprüchen besteht? Auf Bivabippabualukka entwickelt die dänische Musikerin Sofie Birch eine ganz persönliche und bildliche Klangwelt – intuitiv, mystisch und geheimnisvoll. Sie löst die meditative Strenge ihrer früheren Ambient-Arbeiten in Rhythmus, Farbe und kindlicher Neugier auf. Besonders deutlich wird ihre Affinität zur Bossa-Nova-Ästhetik, die sie mit Psych-Pop und zarten Anklängen von Ambient-Jazz und Kammermusik verbindet.
Auf Bivabippabualukka wirkt alles intuitiv: sanft und mit Absicht platziert, aber trotzdem frei und fließend. Jede Aufnahme aus der Natur, ihrem Freundeskreis oder anderen Klängen ihres Lebens schmiegt sich mühelos an Fragmente von Klarinette, Autoharp, Zither und Saxophon bis zu ungewöhnlichen Perkussionsinstrumenten an. Alles wirkt vollkommen im Einklang mit seiner Umgebung und trägt gleichermaßen zu dieser bezaubernden Welt bei.
Im Opener »Juaduddanya« begrüßen ruhige, behutsame Bläser, bevor er in einen weich fließenden, leicht verschobenen Bossa-Nova-Rhythmus kippt. Trance-Momente kommen und gehen. Die Musik bleibt in Bewegung, ohne dabei ihre Sanftheit zu verlieren. »Wanwu« trägt einen auffälligen, fast körperlichen Synthesizer-Puls, der die organische Klangwelt des Albums plötzlich künstlich schillern lässt. Alles klingt warm und sonnig, begleitet von einem stetigen Rauschen im Hintergrund.
Bivabippabualukka ist ein großartiges Album voller magischer Wendungen. Es ist keine Abkehr von Birchs Ambient-Vergangenheit, vielmehr eine unbeschwerte Öffnung dafür, dass spirituelle Musik nicht zwingend entrückt klingen muss, sondern Trost auch über Verspieltheit, Wärme und soziale Nähe erzeugen kann.

Bivabippabualukka