Review

Squarepusher

Dostrotime

Warp • 2024

Zu erwähnen, dass Squarepusher niemals die Squarepusher-Platte abliefern wird, die man von ihm erwartet, gleicht einer Binse. Tom Jenkinson hat in den knapp 30 Jahren seiner Karriere nachgewiesen, dass ihm wenig daran gelegen ist, Erwartungen oder anderen Spökes zu erfüllen. Stattdessen arbeitet der Engländer seit 1995 – und im speziellen seit seinem epochemachenden Werk »Music is Rotted One Note« von 1998 – beständig an einem Soundkosmos, der wie ein Universum grenzenlos und unendlich ist. Was alles in der Welt von Squarepusher möglich ist, beweist er abermals auf seiner neuen LP »Dostrotime«, die – Achtung: unerwartet! – von drei Gitarren-Instrumentals gerahmt wird. »Arkteon 1« erzählt von der Liebe zum E-Bassisten Jaco Pastorius und von den Möglichkeiten des eleganten, warmen Tons, leitet dann aber über zum flippigen »Enbounce«. Hier treibt die gerade erst eingeführte Romantik durch Bass-Chords und einer catchy Synth-Melodie langsam in ein Reich der immer dichter werdenden Drums. Der Korridor wird enger, der 90er Jahre Drill-Sound rückt von links und rechts rein, es wird gequetscht, gedrückt und gepresst, was das Zeug hält – bis zum Elysium. Auf 13 Tracks heißt es Hardcore, Drill und andere Breakbeat-Arten zu vereinen, um sie immer wieder in nostalgischer Verklärung aufgehen zu lassen – eine Squarepusher-Platte wie keine zuvor. Welch Wunder!