In meinem Kopf ist Stephen O’Malley als »der Mann von Kali Malone« abgespeichert. Fair ist das nicht, egal wie sehr ich mich für die Musik von Malone begeistern kann. O’Malley ist wohl bekannter als seine Angetraute: Er ist eine Hälfte der legendären Drone-Metaller Sunn O))), Mitbegründer des Labels Southern Lord und arrivierter Solokünstler. Seine Kollaborationshistorie liest sich wie ein »Who’s who« der Experimentalmusik: Merzbow, Nurse With Wound, Jóhann Jóhannsson, Peter Rehberg und viele, viele mehr.
Warum also die Beiordnung zu Kali Malone? Vermutlich, weil O’Malley nun Musik wie seine Frau macht – mit seiner Frau. Bei Spheres Collapser handelt es sich um zwei Drone-Kompositionen für Orgel, also um jenes Genre, mit dem Malone bekannt geworden ist. Sie, O’Malley und die ihrerseits großartige Frederikke Hoffmeier alias Puce Mary spielen langgezogene Töne. Die Musiker:innen loten die klangliche Breite und Kraft ihrer Instrumente aus den Jahren 1777, 1867 und 1995 aus. Keine Worte, kein Gesang, kein Puls stört das Wabern der Orgeln. Es ist erhabene Musik, die sich Bedeutungszuschreibungen verwehrt.
Doch bei aller Ähnlichkeit zum Werk Malones ist Spheres Collapser um einiges erdrückender als ihr The Sacrificial Code und strenger als Does Spring Hide Its Joy – auf dem O’Malley ebenfalls zu hören ist. Zu hören, wie das Powerpärchen zusammenspielt und sich gegenseitig befeuert, ist großartig. Egal, wessen Name auf dem Cover steht.

Spheres Collapser
