Review

Summer Camp

Summer Camp

Moshi Moshi • 2013

Die Vorzeichen waren gut: Nach ihrem gefeierten Debüt »Welcome To Condale« von 2011 engagierten Jeremy Warmsley und Elizabeth Sankey für ihr Zweitwerk Produzenten-Legende Stephen Street (The Smith’s, Blur) und wollten nach purer 80ies-Nostalgie persönlicher, fokussierter und risikofreudiger klingen. Das gelingt gleich mit dem Opener, der entgegen seines Titels »The End« ein guter Einstieg ist: ein sich steigernder Discobeat, flirrende Synthies, kantige Gitarrenlinien und poppiger Harmoniegesang. Danach folgt »Fresh«, eine Ode an die erste Liebe mit Versatzstücken des Weißbrot-Funk von Phoenix und dramatischen Streichern. Und vielversprechend geht es mit dem bombastischen, Glamrock-infizierten »Crazy« weiter. Die ersten fünf Songs sind kurzum alle potenzielle Singles, doch nach der sanften Pianoballade »Fighters« in der Albummitte verliert »Summer Camp« leider etwas an Fahrt. Obwohl es mit eher R’nB- und Old School-HipHop-beeinflussten Beats flott weiter geht, klingt gerade der Refrain von »Everything Has Changed« schon fast penetrant einfältig und auch das vom Gesangsstil an Lily Allen erinnernde »Phone Call« ist nicht viel besser. Die Frische der ersten 25 Minuten ist scheinbar verflogen; bemüht poppig, aber dabei wenig originell klingt das – bis die letzte Textzeile »It’s not how much you love,/ it’s how much you are loved« dann doch wieder versöhnt.

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