Die Songs von The Good Ones, gespielt mit akustischer Gitarre und minimalistischer Perkussion, oft in eng geführter Zweistimmigkeit gesungen, sind gar nicht so eindeutig zu verorten. Manchmal erinnern sie mit repetitiven Pickings und melancholischen Melodien an Sahel-Blues.
Wenn – wie hier – Violine und Cello dazukommen, könnte man sich gelegentlich in den Appalachen wähnen. Wenn da nicht die Texte wären: Sie sind, trotz der englischen Titel, in Kinyarwanda verfasst und gesungen – der Nationalsprache Ruandas, der Heimat von The Good Ones. Die Songs von Adrien Kazigira (Gitarre und Gesang) und Janvier Havugimana (Perkussion aus gefundenen Gegenständen) erzählen Geschichten aus diesem Land, in denen sich nicht nur die blutige Geschichte des Völkermords vor rund 30 Jahren spiegelt, sondern auch die schwierigen Lebensbedingungen der Menschen in einer sich schnell wandelnden Gesellschaft.
In diesem Sinne steht Rwanda Sings With Strings in einer Folk-Tradition à la Woody Guthrie und Bob Dylan. Die herzerwärmende, tiefe Freundlichkeit dieser Musik erinnert zugleich daran, dass The Good Ones ursprünglich als Quartett von Angehörigen verschiedener Ethnien gegründet wurden, um die Traumata des ruandischen Völkermords zu überwinden. Ein Album, das seinesgleichen derzeit nicht hat.

Rwanda Sings With Strings