Review

The Wave Pictures

City Forgiveness

Moshi Moshi • 2013

Bereits 1998 gegründet, könnten The Wave Pictures mit diesem Doppelalbum als Songsammlung einer 6-wöchigen USA-Tour zusammen mit Allo Darlin’ doch noch der große Durchbruch gelingen. Aus Notizen unzähliger skurriler Szenen dieser Reise quer durch Nordamerika – vom Besuch des Grabes von Billy The Kid bis zur polizeilichen Konfiszierung des Frisbees – entstanden zurück in England innerhalb nur einer Woche diese 20 neuen Stücke. Songwriter Dave Tattersall hat genau beobachtet, Eindrücke und Emotionen mal pointiert, mal sarkastisch in schöne Songs gegossen. Stimmlich an Violent Femmes erinnernd, klingt das Trio eindeutig britisch, obwohl die Einflüsse hauptsächlich US-amerikanisch sind: da hört man den Blues von Velvet Underground (etwa in »The Woods«), Neil Young-Gitarrensoli und den Weißbrot-Afrobeat von Vampire Weekend. Punktabzug gibt es allerdings dafür, dass nahezu kein Stück ohne eben eines dieser Gitarrensoli auskommt. Die sind zwar gut gemacht und technisch erste Güte, doch manchmal nicht nur verzichtbar, sondern mit fortschreitender Dauer des Albums richtiggehend nervig. Allgemein ist die Spieldauer von 90 Minuten etwas zu gut gemeint, die späten Lieder kommen nicht mehr so zur Geltung und so hätte man aus »City Forgiveness« statt ein Doppelalbum wohl besser zwei reguläre gemacht.

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Wave Pictures, The
City Forgiveness
ab 18.99€