Review

Various Artists

Africamore: The Afro-Funk Side Of Italy

Four Flies • 2024

Bei Kalauern muss man auf der Hut sein, dass man sein Publikum mit dem Wortwitz nicht in die Flucht schlägt. Bei dieser Compilation des italienischen Labels Four Flies Records könnte man sagen, es ist gelungen: Der Titel »Africamore« macht neugierig, man stolpert ein wenig darüber, aber spätestens beim Nachdenken ergibt er Sinn. Um die Liebe zu Afrika in der italienischen Musik geht es schließlich in dieser Auswahl mit Afro-Funk aus den fünf Jahren zwischen 1973 und 1978. Und auch wenn es in dieser Zeit diverse Annäherungen an den Funk gerade von berühmten Filmkomponisten wie Ennio Morricone oder Piero Umiliani gab, konzentriert sich diese Auswahl auf weniger geläufige Namen. Den Anfang macht Walter Rizzati, der immerhin den Soundtrack zu Lucio Fulcis Horrorklassiker »Das Haus an der Friedhofsmauer« schrieb. Hammondorgel, Flöte und Flanger haben bei ihm das Sagen. Der größte Hit ist dagegen Manu Dibangos »Soul Makossa«, zu hören in der soliden, energiegeladenen Interpretation eines Projekts mit dem bezeichnenden Namen African Revival. Noch mehr Kraft entwickelt »Contrabbando di Fagioli« des Perkussionisten Ramasandiran Somusundara mit treibendem Groove und Echoeffekten auf den Becken. Bläser gehören weitgehend zur Grundausstattung der versammelten Künstler, und wie in den Siebzigern üblich, kommen Synthesizer hinzu, wenn auch weit weniger dominant. Eine schöne Ausnahme ist »M.A.A.G.O.« des Duos Prognosi Riservata, mit dem die Platte leicht melancholisch ausklingt.