Review Rock

White Fence

Orange

Drag City • 2026

Tim Presley ist als White Fence zwar produktiv, aber längst nicht so produktiv wie sein regelmäßiger musikalischer Mitstreiter Ty Segall, der gefühlt jedes halbe Jahr ein neues Album raushaut. Ganze sieben Jahre sind nämlich seit dem letzten White-Fence-Werk I Have To Feed Larry’s Hawk vergangen. War das noch sehr psychedelisch, trippy und abgedreht und waren die Kollabo-Alben mit Segall, Hair und Joy, teils fuzzgetränkter, teils ebenso psychedelischer Garage Rock, ist Orange nun ein so geradliniges, cleanes wie eingängiges Retro-Pop-Album geworden. Das Rickenbacker-Jingle-Jangle ist wie Presleys Gesangsmelodien tief im Sound der 60ies verwurzelt, auch wenn die Gitarrenlinien in »I Came Close, Orange For Luck« eher nach Johnny Marr und The Smiths klingen.

Als Kalifornier singt Presley in »Your Eyes« zwar vom »sidewalk made of stars«, doch White Fence klingt nach wie vor offensichtlich nach britischen Bands der 1960er-Jahre – nur wurden für Orange anscheinend die frühen Pink Floyd gegen die Kinks ausgetauscht. Ebenso tongue in cheek wie viele Kinks-Lyrics weiß Presley trotz sonnig-positiver Vibes auch Themen wie Verlust oder Sucht unterzubringen und covert tatsächlich die böse Ballade »So Beautiful« von Simply Red! Und da ja mindestens seit Presley aktiv Musik macht – seit Mitte der 1990er-Jahre – irgendwo immer ein 60ies-Revival läuft, ist der White-Fence-Sound langsam einfach zeitlos. Für diesen – und die Drums – war übrigens wieder Ty Segall zuständig, der kann aber auch wirklich nicht ruhig sitzen …

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