Review

Zopelar

Charme

Tartelet • 2022

Seit seinem Album »Universo« vom vergangenen Jahr kann der Name des brasilianischen Produzenten Pedro Zopelar spontan Herzen höher schlagen lassen. Er hat es sutsche souverän drauf, ausgeschlafen und sexy zugleich zu klingen. Zwei LPs weiter, hat er sich diesmal ausdrücklich einem Moment der Clubgeschichte der Achtziger gewidmet, dem titelgebenden »Charme«, bei dem seinerzeit in Rio de Janeiro auf der Tanzfläche bedächtiger gegroovt wurde. Was Zopelar mit seinen Mitteln fürs Heute wiederbelebt. Die Tugenden digitaler Klangerzeugung nutzt er ähnlich wie auf »Universo« für kristalline Produktionen, wobei er die Kombination von Boogie und R&B mit lateinamerikanischen Rhythmen in diesem Fall weniger kantig angeht. Die Folie ist eher Deep House als Fusion, in Tracks wie »Passado« durchaus mit leicht höherer BPM-Zahl. Das Tropisch-Schwüle (sorry für die Projektion!) bleibt aber Konstante, bei »Shibuya« mit kaum vernehmlichen (synthetischen, versteht sich) Streichern im Hintergrund. Weniger neue Richtung als vielmehr elegante Verfeinerung, tut Zopelar einfach sehr gut (um nicht in Olaf Scholz-Manier »sehr, sehr gut« zu sagen). Ohnehin bleibt er dabei, auf seine Art aus Altem etwas Eigenes zu machen. Innovation muss ja nicht schreiend laut daherkommen. Wird eh zu viel geschrien.

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Zopelar
Charme
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