Music Interview | verfasst 05.06.2018
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.
Text Raoul Kranz , Fotos Phil Sharp / © Ninja Tune
Leon-vynehall-1

Es ist ein Riesenprojekt. Vier Jahre hat Leon Vynehall in sein Debütalbum gesteckt. Halt, warte Debütalbum? Was ist mit »Music For The Uninvited«, mit »Rojus«? »Ich habe die beiden nie wie richtige Alben gesehen. Sie waren eher Mini-EPs für mich. Die Konzepte und Geschichten dahinter und ihr Stil verlieh ihnen nicht genug Gewicht. Sie sind immer noch wichtige Teile meines Schaffens, aber »Nothing Is Still« fühlt sich wie die erste Arbeit an, bei der ich mich wohlfühle, dazu Album zu sagen«, antwortet Leon Vynehall im Interview.

Und es ist noch mehr als das, mehr als ein Langspieler voller Musik: »Nothing Is Still« ist Novelle, Liveshow, Kurzfilm. In zehn Tracks oder Kapiteln geht es aufs Schiff über den Atlantik ins schimmernde Amerika, ein poetisches Abenteuer rund um Familie, Freiheit, Verlust und Heimat.

Sein Händchen für selige Melodien brachte ihm schnell und zurecht den Ruf eines Ausnahmeproduzenten ein. Die hört man auch auf der Vorab-Single »Envelopes« wie auf der ganzen Platte deutlich heraus, sonst zeigt sich Vynehall vielseitig wie nie, setzt auf gebrochene Rhythmen, leise Zwischentöne und dichte Atmosphären statt 4/4-Dancefloor-Beats. »Nothing Is Still« ist ein cineastischer Trip durch die USA der 60er-Jahre und hält die Spannung mühelos von Anfang bis Ende.

hhv.demag: »Nothing Is Still« ist mit der Musik, Novelle, Kurzfilm und Liveshow ein Riesenprojekt, wie kommt es überhaupt dazu?
Leon Vynehall: Als mein Großvater 2014 starb, besuchte ich mit meiner Familie meine Oma. Sie erzählte mir Geschichten über ihre Zeit in New York während der 60er-Jahre. Ich wusste bis dahin nicht viel darüber. Dann holte sie diese Box mit Polaroids und Bildern raus. Ich schaute mir alles an und fragte: »Wer ist das denn und wo seid ihr hier?«. »Wenn ich über Dericks Schulter blicke, sehe ich Familien und Menschen und Orte. Wenn er über meine schaut, sieht er bloß eine Landschaft.« ( Auszug aus dem Buch zum Album) Sie erzählte mir alles und die Erzählungen waren so schön und gehaltvoll, dass ich irgendwie das Bedürfnis spürte, alles für sie zu dokumentieren. Meine Oma ist eine total liebe Person, sie mag es nicht rumzuprahlen und ich wollte nicht, dass die Geschichte im Lauf der Zeit verloren geht. Also setzten wir uns hin und machten was nicht so anderes als dieses Interview. Ich nahm unsere Gespräche auf und teilte ihre Anekdoten in Stücke auf. Und als wir über alle diese Bilder sprachen, ausgebreitet vor uns auf dem Tisch, machte ich einen kleinen Rahmen mit meinen Fingern, schaute durch und dachte: Das wäre ein cooles LP-Cover, es sah einfach super aus. Da kam mir der Gedanke: Wie wär’s, wenn ich die Geschichte aufschreibe und Musik für jedes Kapitel mache. Und dann ging’s lawinenartig weiter.

Du erzählst die Geschichte deiner Großeltern Stephanie und Derick, die Anfang der 60er-Jahre von Großbritannien nach New York immigrierten und Höhen und Tiefen erlebten?
Leon Vynehall: Sie hatten gute und schlechte Zeiten, wie jeder, der an einen fremden Ort einwandert. Die Geschichte weicht ein bisschen von den tatsächlichen Ereignissen ab, sie basiert auf allem, was dort passiert ist, aber dreht sich mehr um Verlust, Isolation und das Bedürfnis, sich irgendwo heimisch zu fühlen.

Die Frage nach Heimat ist zentral im Buch. Deine Großeltern lebten eine Weile in den USA und zogen dann zurück?
Leon Vynehall: Genau. Mein Großvater hatte nicht wirklich viel Familie außer die meiner Oma im UK. Seine Mutter verstieß ihn, als er heiratete, und er hatte sowieso kein gutes Verhältnis zu seinem Vater. Nach Amerika zu gehen war für ihn also diese Gelegenheit, einen Schlussstrich zu ziehen, ein anderes Leben mit seiner eigenen Familie an einem neuen Ort aufzubauen. Aber als sie das Abenteuer gewagt haben, machte sich meine Oma, die Familie liebt, arge Sorgen, dass sie alles von der anderen Seite des Atlantiks verpasst. Das zog sie zurück ins UK, brachte sie dazu, sich nach der Behaglichkeit ihrer Heimat zu sehnen. Es gibt diese Zeile in der Novelle: »Wenn ich über Dericks Schulter blicke, sehe ich Familien und Menschen und Orte. Wenn er über meine schaut, sieht er bloß eine Landschaft.« Das bringt es auf den Punkt, ihre Beziehung zur Reise, die unterschiedlichen Perspektiven auf ihre Pläne.

Du meintest, du willst nicht, dass ihre Geschichte verloren geht, was ist dir daran so wichtig? Der Mut, ihren Träumen nachzugehen, das Abenteuer, ein neues Leben ganz woanders aufzubauen?
Leon Vynehall: Das Ganze hat ja auch geprägt, wie ich aufgewachsen bin, und meine Werte mitbestimmt. Ihre Erfahrungen und Lehren von dort wurden an meine Mutter weitergegeben und dann an mich. Obwohl es so persönlich ist, wollte ich diese Geschichte auch teilen, weil die Moralvorstellungen, Werte, Situationen oder Gefühle im Buch in gewisser Weise mit jedem Menschen zu tun haben. Es geht um Heimat, Familie und das Gefühl, dass du irgendwo hingehörst, jeder kann sich auf eine Weise in die Geschichte projizieren und sie zu seiner eigenen machen. Irgendwie schön, dass man so Teil des Kunstwerks selber wird.

Nostalgie spielt in deinem Schaffen ohnehin eine große Rolle?
Leon Vynehall: Meine wahrscheinlich wichtigsten Releases »Nothing Is Still« und »Music For the Uninvited« schauen auf meine Familie und wie sie mich als Person geprägt hat. In gewisser Weise habe ich das nur gemacht, um mehr über mich selbst herauszufinden.

Mag deine Oma eigentlich das Ergebnis?
Leon Vynehall: Yeah, sie ist ziemlich baff, dass ich es überhaupt versucht habe. Sie hat mir gerade vor einer Woche eine SMS geschrieben, um mir zu sagen, dass die ganze Novelle gelesen hat, sie wunderschön findet und in ihrem Kopf sofort nach New York zurückkatapultiert wurde. Mission accomplished, mein Job ist gemacht und alles, was jetzt noch passiert, ist ein Bonus für mich.

Jedes Kapitel ist ja gleichzeitig einer der zehn Tracks. Was kam zuerst, Text oder Musik?
Leon Vynehall: Das Schreiben kam zuerst, weil ich die Novelle wie eine Anleitung für die Musik benutzte. Als wir den Großteil der Geschichte fertig hatten, ging ich jedes Kapitel durch und markiere Adjektive, Wörter oder Phrasen, die ich wie Werkzeuge benutzte, um die Musik zu schreiben. Die Emotionen und das Tempo der Kapitel verrieten mir, welche Stimmung und welchen Stil die Songs haben müssen. Andersherum hätte das nicht geklappt, dann hätte ja die Musik bestimmen müssen, was in der Geschichte passiert.

Also hast du manche Elemente aus dem Buch quasi wörtlich in Musik übersetzt?
Leon Vynehall: Alles in der Musik ist entweder im übertragenen Sinne oder direkt mit der Dichtung verwoben, jedes Geräusch und jedes Stück hat seine Berechtigung dort zu existieren, weil’s so im Buch vorkommt. Ich bin alles durchgegangen und habe mich gefragt: Wenn sich das so liest, wie genau würde das klingen?

Wie oft hast du deine Novelle denn gelesen? Tausendmal?
Leon Vynehall: Zu oft [lacht].

Du hast sie zusammen mit Max Sztyber geschrieben?
Leon Vynehall: Er ist ein sehr guter Freund, ich kenne ihn seit zehn Jahren. Wir waren zusammen in vielen Bands und er ist immer der Lyriker gewesen. Er hat einen sehr lebendigen, poetischen und rhythmischen Schreibstil, der einfach perfekt passt.

Warum eine Mischung aus Fiktion und Realität?
Leon Vynehall: Wir mussten die Geschichte irgendwie ändern. Ziemlich komisch, weil die Hauptperson, meine Oma Stephanie, im Buch eine Fehlgeburt erleidet und das wäre meine Mutter gewesen. Also habe ich mich in der Geschichte selbst aus meiner Existenz herausgeschrieben. Aber du brauchst diese Katalysatoren und Motive zur Entwicklung. Irgendwie morbid.

Gut, dass das fiktiv ist und wir hier gerade quatschen können. Der Titel »Nothing Is Still« könnte aber auch ein Kommentar auf die heutigen Zeiten sein? Alles ist in Bewegung, hektisch, verändert sich?
Leon Vynehall: Klar, das war zwar nicht mein Gedanke, aber du kannst definitiv Parallelen zwischen dem, was in dieser Ära im Buch passiert, und dem, was wir gerade alle erleben, ziehen.

Das gesamte Projekt in seinem ganzen Umfang muss eine ziemlich ungewohnte Herangehensweise von dir gefordert haben?
Leon Vynehall: Ja, manchmal war es verzwickt, aber bloß in dem Sinne, dass ich andere Disziplinen beim Musizieren brauchte. Bei den früheren Platten habe ich metaphorische Abstraktion eines Konzepts oder bloß Samples von einer begrenzten Anzahl von Platten benutzt. Jetzt war das anders, weil alle Informationen, die ich brauchte, in der Novelle waren. Also ging es eher darum, diese mit Musik zu formen, als sich frei aus dem Nichts ein Stück auszudenken. Ich musste also andere kreative Muskeln benutzen.

Und du hast mit Gast-Musikern und einem Streicherensemble zusammengearbeitet?
Leon Vynehall: Das war wunderbar. Zu sehen und zu hören, wie ein zehnköpfiges Streicherensemble deine Musik vor dir spielt, ist ein ziemlich überwältigendes Gefühl. Und Amy Langley, die die Streicher arrangierte, war phänomenal. Auch mit Sam Beste, der zusätzliche Piano-Teile einspielte, zusammenzuarbeiten, war super, er ist so ein bewundernswerter, fingerfertiger Klavierspieler. »Sobald du aufhörst, dazuzulernen, bist du tot.« (Leon Vynehall) Ich habe seine Teile geschrieben, aber sie klangen nicht so toll, und als ich ihm sagte, was ich mir so vorstelle, brachte er sie erst zum Leben. Dasselbe mit Finn Peters, der Saxophon und Flöte spielte, beide sind extrem talentierte und super ausgebildete Musiker. Zuzuschauen, wie sie deine Arbeit interpretieren und dir helfen, sie zu realisieren, hat mir wirklich die Augen geöffnet. Zum Beispiel auf »Drinking It In Again«, da taucht im zweiten Teil dieses schwebende Saxophon auf, und im Kapitel reden meine Großeltern darüber, wie ihr Atem in einer kalten Winternacht in der Luft hängt, also wollte ich, dass Finn mit besonders viel Atem ins Saxophon haucht, fast wie zu flüstern. Ich brachte ihn dazu, gegen sich selbst zu spielen, es war beinahe, als ob er mit dem Saxophon zu seiner eigenen Musik tanzt, genau wie in dem Kapitel Stephanie und Derick auf einer Hausparty am Tanzen sind.

Witzig, dass das Album wie deine Großeltern vom UK zum Mastering nach New York reiste und dann wieder zurück, oder?
Leon Vynehall: Das stimmt und ist ziemlich fein, wir haben sie auf ihre eigene Reise geschickt, nicht unbedingt, wo sie hingehört, aber eben wo die ganze Geschichte spielt. Wir haben die Platte mit Greg Calbi von Sterling Sound gemastered. Er ist ein unglaublicher Tontechniker, er hat wahrscheinlich deine ganze Lieblingsplatten von damals abgemischt, ein echter Meister.

Mit »Ice Cream« gibt es nur einen Track mit einem straighten Beat auf der LP. Machst du dir Sorgen darum, Erwartungen zu brechen?
Leon Vynehall: Nein, da freu ich mich drauf. Yeah, warum nicht? Ich habe einen breitgefächerten Musikgeschmack und wollte schon immer genau so eine Platte schreiben und nun hatte ich die Gelegenheit dazu. Ich habe es wirklich genossen, diese Platte zu machen, egal, wie schwierig es manchmal war und ich dachte, ich würde das alles nicht schaffen. Es war echt ein Vergnügen, hat mir viel beigebracht und ich will alle Facetten zeigen, die ich über Musik weiß und an ihr liebe.

Leon Vynehall – Nothing Is Still Webshop ► Vinyl LP + Deluxe Edition Klar, du produzierst ja sowieso ziemlich vielseitiges Material. Gibt es irgendein anderes Projekt, was dich noch interessiert?
Leon Vynehall: Was ich wirklich gerne als nächstes machen würde, ist für Film und Fernsehen zu schreiben. Ich bin neugierig darauf, Musik für etwas zu schreiben, das außerhalb meiner kreativen Kontrolle liegt. »Nothing Is Still« ist mein erster Ausflug dahin und ich würde gern den nächsten Schritt gehen, etwas für jemand anderen zu machen.

Also findest du es spannender, an einem ernsthaften Konzept zu arbeiten als verspielte Tanzmusik zu produzieren?
Leon Vynehall: Ich liebe, mache und werde das immer machen, aber ich bin ein neugieriger Künstler und will stets unterschiedliche Dinge erkunden. Mein Lebensmotto lautet: Sobald du aufhörst, dazuzulernen, bist du tot. Also ich will am Leben bleiben…

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 08.05.2014
Leon Vynehall
Music For The Uninvited
Ein Debüt? Beim Hören von »Music For The Univited« von Leon Vynehall könnte man diese Tatsache glatt vergessen.
Music Review | verfasst 31.03.2016
Leon Vynehall
Rojus
Leon Vynehall vertont auf »Rojus«, seinem neuen Album für Running Back, nichts weniger als das Paradies.
Music Review | verfasst 24.07.2015
Seven Davis Jr
Universes
Man hatte Seven Davis Jr. für sein Debüt nichts weniger als einen Klassiker zugetraut. »Universes« enttäuscht nicht.
Music Review | verfasst 27.05.2016
Max Graef & Glenn Astro
The Yard Work Simulator
Freiheit in der Verwirrung: Max Graef und Glenn Astro geben mit »The Yard Work Simulator« ihren gemeinsamen Einstand auf Albumlänge.
Music Porträt | verfasst 26.05.2016
Max Graef
Smooth Operator
»Ist einfach nicht so meine Welt, arbeiten mit geregelten Zeiten«, erklärt uns Max Graef den Fakt, dass er nicht mehr einmal die Woche im Plattenladen aushilft. Lockerer Typ. Sein Album mit Glenn Astro erscheint morgen – und hat Drive.
Music Kolumne | verfasst 09.07.2014
Zwölf Zehner
Juni 2014
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Review | verfasst 01.09.2010
Andreya Triana
Lost Were I Belong
Ein harter Weg war es, der bis zu diesem Album führte. Andreya Triana hat es zu einem guten Ende geführt.
Music Review | verfasst 15.10.2010
Eskmo
Eskmo
Eskmos neues Husarenstück wird sich in der Welt der Beats festbeißen und seine Fanbase rasant vergrößern.
Music Review | verfasst 17.09.2010
Various Artists
Ninja Tune XX
Ninja Tune ist ein kleines Wunder geglückt: Durch Herzblut und Innovation in 20 Jahren brandaktuell und gleichermaßen legendär zu sein. Glückwunsch!
Music Review | verfasst 28.02.2011
Stateless
Matilda
Das neue Album von Stateless hat sich die Prädikate »episch« oder »cineastisch« hingegen durchaus verdient.
Music Review | verfasst 17.03.2011
Spokes
Everyone I Ever Met
Das Debüt der Band aus Manchester strotzt vor Energie, doch hat leider auch nicht mehr zu bieten.
Music Review | verfasst 05.09.2007
Sixtoo
Jackals And Vipers In Envy Of Man
Sixtoo war schon immer mehr Can als Coldplay. Easy ist hier nichts, geloungt wird woanders und statt Kaffee wird hier Benzol getrunken.
Music Review | verfasst 07.04.2011
Luke Vibert
Toomorrow
Nach sieben Abstinenz schlüpft Luke Vibert wieder in sein altes Wagon-Christ-Kostüm um zuckersüßen Samplism zu zelebrieren.
Music Review | verfasst 15.10.2007
Blockhead
Uncle Tony's Coloring Book
HipHop-Instrumentalisten scheinen sich in ihrer Natur signifikant von der rappenden Zunft zu unterscheiden…
Music Review | verfasst 10.05.2011
Daedelus
Bespoke
Daedelus vollzieht auf Bespoke die Kehrtwende, drückt aufs Tempo und sorgt mit aberwitzigen Sampleschlachten hier und da für Furore.
Music Review | verfasst 13.05.2011
Emika
Count Backwards
Wo die gestresste Seele Ruhe findet, so verrät die neue Single von Emika, ergibt sich beim Rückwärtszählen
Music Review | verfasst 27.05.2011
Amon Tobin
ISAM
Auf ISAM entfernt sich Amon Tobin einfach weiter von seiner Vergangenheit und umschifft ganz dreist die Gegenwart.
Music Review | verfasst 22.06.2011
Fink
Perfect Darkness
Fink erinnern mehr an Trip-Hop oder Dubstep als an bärtige Selbstverwirklichung und leidvolle Gefühlswelten.
Music Review | verfasst 12.10.2011
Kid Koala
Space Cadet
Kid Koala veröffentlicht mit Space Cadet eine Graphic Novel mit dazu passendem Soundtrack.
Music Review | verfasst 24.10.2011
Slugabed
Moonbeam Rider EP
Die Moonbeam Rider EP ist ein Vorbote von dem, was da bald von Slugabed auf Albumlänge kommen wird.
Music Review | verfasst 29.10.2011
Toddla T
Watch Me Dance
Die jugendliche Unbekümmertheit ist das Markenzeichen und Schwachpunkt von Toddla T.
Music Review | verfasst 31.10.2011
Emika
Emika
An Emika scheiden sich die Geister: Unser Autor Andreas Peters sieht darin die Verbindung vom frühen Bristol- zum aktuellen Berlinsound.
Music Review | verfasst 19.12.2011
Loka
Passing Place
Seit knapp fünf Jahren mischen Loka die verschiedensten Genres zusammen. Und auch diesmal wird es leider eher beliebig.
Music Review | verfasst 16.01.2012
DJ Food
The Search Engine
Das erste Album von DJ Food seit elf Jahren will als Album nicht so richtig überzeugen.
Music Review | verfasst 27.01.2012
Plug
Back On Time
14 Jahre lag Luke Viberts Alter Ego brach, nun steigt Plug wie ein Phoenix aus der Asche eines DAT-Tapes wieder auf.
Music Review | verfasst 15.02.2012
Bonobo
Black Sands Remixed
Zwölf renommierte Musiker haben sich Bonobos Album Black Sands vorgenommen und verleihen ihm ihre ganz eigene Note und Dynamik.
Music Review | verfasst 25.05.2012
Amon Tobin
Boxset
Von dem brasilianischen Musiker Amon Tobin wird ein Boxset veröffentlicht, das keine Wünsche mehr übrig lässt.
Music Review | verfasst 21.05.2012
Slugabed
Time Team
Denke an Sternenkriege, Einhörner, Regenbogen und Club-Raves und Du bekommst eine ungefähre Ahnung, was hier passiert.
Music Review | verfasst 15.06.2012
The Invisible
Rispah
Auf ihrem zweiten Album »Rispah« schlucken The Invisible jegliches Licht und beweisen, dass auch Schattenseiten ihr Gutes haben.
Music Review | verfasst 30.05.2012
Blockhead
Interludes After Midnight
Man höre und staune: ein Instrumental-HipHop-Album, was weder »glitcht« noch »crunkt« noch »wonkt«.
Music Review | verfasst 18.06.2012
Lorn
Ask The Dust
Lorn erweitert mit seinem dritten Album sein Repertoire: Unter die Walze aus Hip Hop und Industrial hat sich etwas Anmutiges gemischt.
Music Review | verfasst 11.07.2012
Grasscut
Unearth
Auch auf »Unearth« von Grasscut gibt es viele kleine Ideen, Ecken und Beats. Anständige Musik von zwei anständigen Kerlen.
Music Review | verfasst 08.08.2012
Toddla T
Watch Me Dance: Agitated by Ross Orton & DJ Pipes
Mit Ross Orton & Pipes haben sich persönliche Helden von Toddla T an seine Tracks gemacht, um diese tieferzulegen.
Music Review | verfasst 10.08.2012
DJ Kentaro
Contrast
DJ Kentaro mag Brostep, Brostep mag Kentaro – in diese Beziehung passt aber leider niemand mehr, denn »Contrast« poltert nur für die beiden.
Music Review | verfasst 03.12.2010
The Bug
Infected EP
Es geht ruhiger zu, die Rebellion ist vorüber. The Bug ist auf der Infected EP zumindest soft geworden.
Music Review | verfasst 10.09.2012
Kid Koala
12 bit Blues
Der Turntablist hat nach scheppernden Beats und dreckigen Gitarrenloops gediggt und macht ein Konzeptalbum, dass sich dem Blues widmet.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.
Music Liste
Mo Kolours
Picks 10 latest Vinyl Records
»Inner Symbols« heißt das in diesen Tage erscheinende, dritte Album von Mo Kolours. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begleiten. Darunter Jazz, Hip-Hop, Freunde, Bekannte, Kollegen.
Music Porträt
Macadam Mambo
Lyon zurück auf der Karte
In den letzten Jahren sind Exotika-Labels aus dem Boden geschossen wie Gemüse in Urban Gardening-Flächen. Seit 2012 ist das Lyoner Label Macadam Mambo nicht nur eines der interessantesten unter allen, sondern auch eines der bestgemachten.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.