Manchmal erzählen schon die Namen des Personals die ganze Geschichte eines Albums. Es gibt kaum eine Musiker:in, mit der Stephen Vitiello und Hahn Rowe nicht bereits zusammengearbeitet hätten – von Gil Scott-Heron bis Yoko Ono, von Brian Eno bis Swans. Und Brendan Canty wiederum ist der ehemalige Schlagzeuger der Post-Hardcore-Helden Fugazi. Auf ihrem zweiten gemeinsamen Album Second reißen die drei immer wieder Fragmente ihrer diversen musikalischen Herkünfte an – und weisen im Kollektiv doch weit darüber hinaus.
Schon der Opener »Last Minute Guitar« verbindet freie Improvisation, Ambient und krautige Ethno-Stimmungen zu einer Synthese, als wäre daraus längst ein eigenes Genre geworden. Wenn Vitiello, Canty und Rowe Elemente aus No Wave, Electro Funk, Minimal Music und Dub zusammenführen, dann immer nur als vage Anhaltspunkte. Aus einigen Tracks blinzelt jener versponnene Mystizismus hervor, für den die WordSound-Posse aus Brooklyn in den 1990er-Jahren bekannt war. Und wenn Rowe im Rausschmeißer »Mrphgtrs1« die Führung übernimmt, entsteht einer der schönsten Drones seit The Velvet Underground.

Second