In Kingston konnte das Wort »Junglist« in den Achtzigerjahren für Angst und Schrecken sorgen, waren damit doch Mitglieder einer der dominierenden Gangs gemeint. Die Deejays und MCs der Soundsystems ließen den Begriff dennoch immer mal wieder hochleben, mit Respektbekundungen wie »Big up all junglists!«. Das klang so gut, dass britische Produzenten diese Rufe sampleten und so nach und nach den ursprünglichen Zusammenhang vergessen ließen. Bei »Jungle« denkt man heutzutage jedenfalls eher an Clubmusik aus England als an die Gangster von Jamaika.
Charakteristisch bis heute ist der »Amen Break«, ein kurzer, hochgepitchter Drumbreak aus dem Song »Amen, Brother« der amerikanischen Soulband The Winstons. Dass es in der Musik zugleich starke Verbindungen zu Jamaika gibt, hört man der Compilation Junglist! deutlich an. Neben frühen Beispielen für Jungle von Produzenten wie M-Beat, Krome & Time oder DJ Vern & DJ Ash finden sich hier auch Jungle-Mixe von Songs bekannter Dancehall-Stars wie Beenie Man oder Cutty Ranks.
Als Vorläufer von Drum’n’Bass war Jungle stets die rauere, grobschlächtigere Version dieser Hardcore-Variante britischer Tanzmusik. Und so heftig, wie Mitte der Neunziger, wurden die Clubs nie wieder von Bassgewalt erschüttert. Hier ist der Beweis.

Junglist! Old Skool Ragga D&B Jungle