Auf den frühen Platten der japanischen Sängerin und Pianistin Akiko Yano versteckt sich häufig das Yellow Magic Orchestra. Seit den 70ern arbeitet Yano mit den späteren Mitgliedern der Band in den unterschiedlichsten Konstellationen zusammen. Auch bei dem Konzert im September 1978 in Tokio, das dem Live-Album 7 O’Clock In Tokyo zugrunde liegt, stand mit Haruomi Hosono, Ryuichi Sakamoto und Yukihiro Takahashi der harte Kern des Yellow Magic Orchestra auf der Bühne. Aber der Star ist Akiko Yano, die den Männern ihre Rolle als Begleiter zuweist.
In den Songs kommt Jazz, der kein Jazz ist, zusammen mit Pop, der kein Pop ist, experimentelle Passagen mit traditionellen, folkloristischen Elementen und dem, was bald Synth-Pop genannt werden wird. Es gibt auch Anklänge an Vaudeville und Kurt-Weill’sches Musiktheater, weil sich Akiko Yano in der Rolle der exaltierten Performerin gefällt. Wer die seit Jahren anhaltende Aufregung um den japanischen City Pop verstehen möchte, könnte mit 7 O’Clock In Tokyo eine Ahnung davon bekommen, weshalb das so ist. Akiko Yano stellt die Vorzüge des so locker herüberkommenden Genre-Hoppings auf der Länge einer LP zur Schau.

7 O'clock In Tokyo

