Dieses sympathisch verspulte Popalbum aus der Feder von Hiroaki Sugawara – veröffentlicht im Jahr 2002 unter seinem Alias Sergio Maria Saguaro – gelingt ein bemerkenswerter Spagat: Es klingt zugänglich, geschmeidig, vor allem aber tiefenentspannt – und steckt doch voller vergnüglicher Überraschungen. Letztere verhindern, dass der bemerkenswerte Chillfaktor die Stücke ins Beliebige abdriften lässt. Immer wieder poppen Details auf, die die Ohren spitzen lassen.
Dabei bedient sich Sugawara unterschiedlichster exotischer Klangwelten und verbindet diese mit einer Ästhetik, die sich irgendwo zwischen Balearic Pop und japanischem City Pop verorten lässt: perlende Sounds, gezupfte Gitarren, sanfte Perkussion. So schiebt sich etwa in Track 3 zwischen weitestgehend gamelanartigen Klöppeleien plötzlich ein jazziger Basslauf hervor. Und im Stück »Field« lässt sich die einprägsame Melodie reichlich Zeit, bis sie sich aus elektrostatischem Ambientrauschen herausschält. Für Rain Guitar wurde der Begriff Wundertüte wohl erfunden.

Rain Guitar