Über mehrere Jahre hinweg sind aus losen Skizzen und Klangfragmenten die Stücke von The In Between gewachsen – einem Album, das seinem Titel alle Ehre macht. Denn Lukas Adeolu Akintaya, der unter seinem zweiten Vornamen Adeolu veröffentlicht, bewegt sich hier konsequent im Dazwischen: zwischen Jazz und Noise, Komposition und Improvisation, Vergangenheit und Zukunft.
Der in Berlin lebende Schlagzeuger, Komponist und Klangkünstler schenkt seiner Musik vor allem eines: Zeit. Nichts wird hier überstürzt. Stattdessen dürfen die Stücke behutsam wachsen, sich ausbreiten und ihre eigene Form finden. Getragen wird das Ganze von einer spürbaren Neugier auf das Unerwartete. Schon der Opener »Prayer for Freedom« bündelt viele der Besonderheiten des Albums. So treffen sanfte Jazzmotive auf freie Improvisation und schwebende Saxofonlinien auf atmosphärische Dissonanzen. Immer wieder erweitern Stimmen und Gesang die Klanglandschaft, wobei die zahlreichen Featuregäste als Teil eines kollektiven musikalischen Austauschs erscheinen.
The In Between ist ein Album der Übergänge. Es verbindet urbane Klangwelten mit kulturellen Erinnerungen und macht das Zuhören selbst zum Thema. Trotz seiner ständigen Bewegung wirkt hier nichts rastlos. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass Adeolu genau in diesem Dazwischen einen Ort gefunden hat: eine Musik, die offen bleibt, sich immer wieder neu entfaltet und trotzdem fest mit ihren Wurzeln verbunden ist.

The In Between