Music Porträt | verfasst 04.07.2011
Random Axe
From Scratch
Duck Down straft alle Kritiker lügen, die ob der endlosen Ankündigungen von Random Axe das Projekt als »das Detox des Indieraps« ansahen. Doch wie kam es denn damals eigentlich zur Idee gemeinsam ein Album aufzunehmen?
Text Benjamin Mächler
1811-randomaxe20111-www.hhv-mag.com

»Random Axe in a jam with macks, quick to let ‘em clap like hands to dap«. Diese Zeile von Guilty Simpson auf dem Track Run sollte die Initialzündung für die Supergroup der drei Indie-Rap-Großwesire sein, die zufälligerweise auch erstmals im Trio auf eben jenem Song (zu finden auf Simpsons Debütalbum Ode To The Ghetto) zusammen kamen. Obwohl fairerweise hinzugefügt werden muss, dass Hex Murda, seinerseits Black Milks Manager und zentraler Drahtzieher in Detroits-Rapgame, einen nicht unwichtigen Part in der Entstehungsgeschichte der Gruppe einnimmt. So gibt dessen Protegé zu Protokoll: »Es entstand eigentlich durch meinen Manager, der Sean Price um einen Vers für Guilty’s Album bat. Nach einigen Telefonaten kam er auf die Idee, ein Projekt mit uns dreien vorzuschlagen. Als Fan von Heltah Skeltah wollte ich selbstverständlich mit ihm arbeiten und glücklicherweise war P! mit meinen Produktionen bereits vertraut. So kam es schließlich, dass ich ihn das erste Mal beim Recorden zu unserem Album in Detroit traf.«

»Das ist der Grund für die Verzögerung des Albums. Ich musste alle Reime neu schreiben, da ich sie auf meinem alten Telefon gespeichert hatte, das ich zu diesem Zeitpunkt auch leider nicht mehr besaß.« (Sean Price) Endlich aus der heißen Luft geschält
Mit Duck Down Records fand sich unterdessen schnell ein verlässlicher Geschäftspartner, was auch nahe lag. Schließlich gehört der charismatische Heltah-Skeltah-Frontmann Price zum einen zur schillerndsten Figur des New Yorker Labels und zum anderen bestand schon länger Kontakt zu Milk, da diverse Duck-Down-Künstler frische Beatware beim Jungproduzenten aus der Motor City shoppten. »Es war großartig endlich die Pressemeldung draußen zu haben und den Leuten zu signalisieren, dass Random Axe tatsächlich Gestalt annimmt. Denn viele hielten das monatelange Gerede für heiße Luft.« So der alleinige Produzent, der sich beim Projekt eher auf’s Produzieren fokussierte und den beiden Schwergewichten den Löwenanteil der Rapparts überließ. Letzten Endes ging es ihm darum, die Platte gänzlich anders als seine bisherigen Werke klingen zu lassen. »Drumlastig und rau, passend zu den Rapstilen von Price und Simpson, aber dennoch mit kleinen Details akzentuiert.« In etwa so ist das Werk dann auch ausgefallen, von dem es im Vorfeld nur der 2009er Leak Monster Babies in die Blog-Umlaufbahn geschafft hat.

Keine Lyrics unter dieser Nummer
Neben den Duck-Down-Chefs Dru-Ha und Buckshot fungierte der Eingangs erwähnte Hex Murda auch als Executive Producer, obwohl er laut Milk nicht immer so konstruktiv zur Seite stand. »Als Sean Price erstmalig zu uns ins Studio kam, machte er die ersten drei Tage nichts anderes, als Witze zu reißen. Mit Hex hatte er ja auch den richtigen Kompagnon an der Seite, um alte Knastgeschichten auszutauschen. Also durfte Hex bis zu einem bestimmten Zeitpunkt des Tages nicht mehr ins Studio kommen. Nachdem Sean P. aus der Booth kam, ging der Trashtalk natürlich weiter.« Im Nachhinein hätte Ruck sich diesen ersten Trip nach Detroit auch sparen können, denn im Sommer 2009 bestätigten sich die irrwitzigen Gerüchte, dass Black Milk alle bereits aufgenommenen Vocals versehentlich löschte. Sean P. zum Fauxpas: »Das ist der Grund für die Verzögerung des Albums. Ich musste alle Reime neu schreiben, da ich sie auf meinem alten Telefon gespeichert hatte, das ich zu diesem Zeitpunkt auch leider nicht mehr besaß.« Opportunistisch bringt es Guilty Simpson letztendlich auf den Punkt: »Die Tracks klingen nun sogar besser als vorher.«

Das Album Random Axe von Random Axe findest du bei hhv.de: 2LP | CD
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