Music Porträt | verfasst 17.07.2009
MF Doom
Zurück in die Spur
Daniel Dumile, so der bürgerliche Name des Mannes hinter der Maske. Er ist der Kern des Ganzen. Das Herzstück. Die Wurzel allen Übels, wenn man so will. Ein Versuch der Lichtbringung ins tiefe Dunkel des Superschurken DOOM.
Text Daniel Schieferdecker
Mf+doom+2009

Daniel Dumile: Die Geburt des Superschurken
Zusammen mit seinem Bruder DJ Subroc und dem MC Onyx gründete der in London geborene und in New York aufgewachsene Daniel Dumile Ende der 1980er Jahre unter seinem ersten Künstlernamen Zev Love X die Gruppe KMD. Erstmalig als Rapper in Erscheinung trat Dumile jedoch 1989 mit einer Guest-Appearance auf dem Song »The Gas Face« vom »Cactus Album« von 3rd Bass, bevor dann 1991 endlich der KMD-Album-Klassiker »Mr. Hood« erschien. Eine Platte, die den Geist der Native-Tongue-Bewegung aufnahm, um ihr eine widerwärtige Widersprüchlichkeit verbaler Gewalt hinzuzufügen, aus der eine sagenumwobene Mixtur aus Humor, Politik und Freshness geformt wurde. Doch nachdem Dumile mit seinen beiden Mitstreitern diesen musikalischen Meilenstein zutage gefördert hatte, riss ihn das erdrückende Gewicht einiger Schicksalsschläge plötzlich in eine depressive Tiefe aus Alkoholsucht und Obdachlosigkeit: 1993 kam sein Bruder Subroc bei einem Autounfall ums Leben. 1994 weigerte sich Elektra Records wegen eines angeblich rassistischen Cover-Artworks, das KMD-Nachfolgealbum »Black Bastards« zu veröffentlichen, auf dem es um die Auseinandersetzung mit der immergleichen Darstellung ethnischer Gruppen ging. Daraufhin verloren KMD ihren Plattenvertrag.

Es dauerte einige Jahre, bis Daniel Dumile im Kampf gegen Alkoholismus und Depression endlich zu neuer Stärke fand und trotz vielfacher Wunden und Rückschläge Ende der 1990er Jahre erneut das funkelnde Schwert der Kreativität wiederentdeckte, um seine Widersacher damit in Stücke schlagen und es am Ende tatsächlich wieder siegreich in ungeahnte Höhen reißen zu können. Dieser Prozess des Austragens persönlicher Konflikte, dieser unerbittliche Kampf gegen die eigenen Dämonen haben Dumile jedenfalls gezeichnet. Und zwar so stark, dass er sein Gesicht nicht mehr der Öffentlichkeit zeigen konnte und wollte. Er war ein anderer geworden. Er war MF Doom.

MF Doom: Das Gute im Bösen
Dieses bedrohliche Alter Ego war Doctor Doom entliehen, dem Erzfeind der Fantastic Four aus der gleichnamigen Marvel-Comicreihe, und markierte 1999 mit dem Album »Operation Doomsday« in jeglicher Hinsicht Dumiles Neuanfang durch die musikalische Zerstörung alles bisher Dagewesenen. Es sei ihm mit der Platte darum gegangen, Rap von seiner Schändlichkeit zu befreien, wie er damals zitiert wurde. Neues erschaffen durch die Verwüstung des Alten. Die Zeitrechnung wieder auf Null zu setzen, um die Hip-Hop-Welt vollends nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Das Böse in ihm zu nutzen, um das Gute zurückzuholen. MF Doom repräsentiere vor allem Dumiles traditionelle B-Boy-Seite, die Vielseitigkeit eines erfahrenen Veterans, dem die Qualität der Musik über alles gehe: intelligent und verantwortungsvoll, aber dennoch raw und hardcore. Nachzuhören ist diese Facette von Dumiles vielen Identitäten auf »Operation Doomsday«, dem Nachfolgealbum »MM Food« (2004) und seinem ersten und einzigen Live-Release »Live From Planet X« (2005).

Metal Fingers: Der Boom zum Bap
Alleine mit dem Verfassen und Vortragen beeindruckender Raps war das kreative Potenzial des gebürtigen Londoners jedoch noch lange nicht erschöpft. Und da das MF nicht allein für »Mad Flows«, »Multi Faced« und »Mic Fiend«, sondern außerdem für »Metal Fingers« stand, schnappte Dumile sich neben dem Mikrofon kurzerhand die MPC als weitere Waffe, um damit wild um sich zu schießen. Treffer hat er damit einige gelandet, wie nicht nur auf seiner »Special Herbs«-Beattape-Reihe, sondern auch auf den Platten so illustrer Mit-Bösewichte wie MC Paul Barman, Ghostface oder Prophetix nachzuhören ist.

Hip-Hop ist schließlich nichts anderes als eine Spielwiese der Kreativität, Innovation und Fantasie – und davon hatte Dumile immer schon mehr als genug.

Kollaboration Time: Gemeinsam gegen den Rest
Seine Mission, Hip-Hop wieder zurück in die Spur zu verhelfen, kann und konnte MF Doom jedoch nicht ganz allein vollführen. So sah sich Daniel Dumile aka MF Doom immer wieder dazu gezwungen, seine kreative Energie in wahnwitzig bahnbrechende Kollaborationen münden zu lassen. Gemeinsam mit Produzentengroßmeister Madlib agierte MF Doom beispielsweise als Madvillain auf dem legendären »Madvillainy«-Album von 2004. Mit DJ Danger Mouse fusionierte MF Doom knapp ein Jahr später zu DangerDoom auf »The Mouse & The Mask«. Und noch für dieses Jahr ist ein Album mit Ghostface namens »Swift & Changeable« geplant. Außerdem war MF Doom auf einzelnen Songs so illustrer Künstler wie Count Bass D, Prince Paul, Non Phixion oder Prefuse 73 zu hören.

King Ghidra/King Geedorah, Viktor Vaughn: Er ist nicht allein
Und wenn Dumile dann doch dazu genötigt wurde, sein böses Spiel alleine zu treiben, wurden einfach neue Spielkameraden erfunden. Hip-Hop ist schließlich nichts anderes als eine Spielwiese der Kreativität, Innovation und Fantasie – und davon hatte Dumile immer schon mehr als genug. So verwandelt sich Dumile unter dem Alter Ego King Geedorah bzw. King Ghidra gerne ab und an in eine riesige Weltraumechse, um mit ihren drei Köpfen als Außenstehender einen Blick auf das aktuelle Weltgeschehen werfen zu können (nachzuhören auf dem Big Dada-Release »Take Me To Your Leader« von 2003). Im Verbund mit der Underground-Supergroup Monster Island Czars, bestehend aus MF Grimm aka Jet Jaguar, Megalon, Rodan, Kong, Gigan und X-Ray, erschien im selben Jahr die Platte »Escape From Monster Island«.
Hinter dem Pseudonym Viktor Vaughn versteckt sich wiederum ein 19-jähriger Superschurke in Gestalt eines menschlichen Wesens. Er ist selbstverliebt, frauenfixiert, albern und respektlos, aber mit solch unfassbaren Rhymeskills gesegnet, dass es einem die Schuhe auszieht. Veröffentlicht hat der rappende Jungspund bisher »Vaudeville Villain« (2003) und »VV2: Venomous Villain« (2004).

DOOM: Zum Ursprung zurück
Wir sind im Heute angekommen. Das MF hat DOOM mittlerweile hinter sich gelassen. Stattdessen wird jeder einzelne Buchstabe seines Namens jetzt genauso groß geschrieben wie sein qualitativer Anspruch. Das aktuelle Album-Credo »BORN LIKE THIS.«, von Skandal-Autor Charles Bukowski entlehnt, darf dabei als Metapher für sein bisheriges künstlerisches Schaffen angesehen werden – denn auch dieses markiert vor allem eines: Größe.
So erschafft DOOM im Post-Mortem-Zusammenschluss mit J Dilla hell aufleuchtende Klangfarben auf »Lightworks«, das bereits auf dem Jay Dee-Release »Donuts« mit audiovisuellen Blendgranaten haufenweise Glückshormon-Lager im Gehörgang aufgesprengt hat. Zusammen mit den fleißigen Killerbienchen Tony Starks aka Ghostface Killah und Raekwon vom allmächtigen Wu-Tang Clan hat er nicht nur den Vogel, sondern auch akustische »Angelz« abgeschossen, um die heiß begehrten Plätze auf Wolke Sieben für die geneigte Zuhörerschaft freizumachen. Auf einem hodensackweichen Beat von Jake One schwadroniert der böse dreinblickende Maskenmann über »Ballskin«. Und auf »Cellz« spaziert DOOM mit bereits erwähntem Bukowski als prähistorisches Urzeitwesen aka »Dinosauria, We« über die bebenden Landschaften des Holozän.

DOOM - Born Like This.Webshop ► Vinyl 2LP Fakt ist: DOOM ist zurück. Und wenngleich er sein MF nun auf »BORN LIKE THIS« vorerst hinter sich gelassen hat, liegt er selbst weiterhin ganz weit vorne – und zwar in sämtlichen Belangen. Denn »BORN LIKE THIS.« ist tatsächlich ein wegweisendes Stück Musik geworden, dass auf den Ideen eines einzigen Individuums in dieser Form vermutlich gar nicht erst hätte entstehen können. Ein Werk, das die Gedankengänge mehrerer Persönlichkeiten bedurfte, um aus den Kräften Vieler das Großwerk eines Einzelnen zu machen. Ein futuristisches B-Boy-Document mit modernem Old School-Appeal. Eine Hip-Hop-Platte in seiner reinsten Essenz. Eben das neue Album von DOOM.

Das Album »BORN LIKE THIS« von DOOM findest du bei hhv.de: CD
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 28.09.2012
JJ Doom
Key to the Kuffs
Kein Fast-Food-Snack für die Generation Soundcloud, sondern eine Platte, der man durchaus einen Hördurchgang mehr spendieren darf.
Music Review | verfasst 26.02.2014
JJ Doom
Key To the Kuffs (Butter Deluxe Version)
Die »Butter Deluxe Version« von »Key To The Kuffs« bietet wirklich einiges mehr als das Original.
Music Review | verfasst 25.09.2014
NehruvianDOOM
Sound Of The Son
»Sound Of The Son« heißt die gemeinsame Platte des New Yorker Großmeisters MF Doom und des 18-jährigen Senkrechtstarters Bishop Nehru.
Music Review | verfasst 03.06.2015
Dangerdoom
The Mouse And The Mask
Danger Mouse und MF Doom befanden sich 2005 beide auf dem Zenit und schufen ein gemeinsames Album. Jetzt wurde die Scheibe neu aufgelegt.
Music Review | verfasst 24.05.2009
DOOM
Born Like This.
»Born Like This« ist fragmentiertes Chaos und so viel sinnstiftender als der ganze andere Quatsch.
Music Kolumne | verfasst 20.04.2019
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Review | verfasst 15.06.2007
MF Doom
MM..Food (Re-Release)
Das Metal Face MF Doom serviert mit MM..Food einen konservierten Leckerbissen für den Gourmets teilweise Rekordpreise zahlten.
Music Review | verfasst 18.04.2009
MF Doom
Operation: Doomsday
Der Supervillain betritt die Rapbühne, ausgestattet mit dem Durst nach Rache gegen die Industrie und bekleidet mit einer silbernen Maske.
Music Review | verfasst 12.02.2009
Jake One
White Van Music
Das Label Rhymesayers aus Minneapolis, Minnesota war stets ein Gütesiegel und White Van Music bestätigt dies erneut.
Music Review | verfasst 20.07.2012
Masta Ace
MA DOOM: Son Of Yvonne
Masta Ace verteidigt sein Standing als Meister des Storytelling, und als einer der verkanntesten MC’s aller Zeiten.
Music Bericht | verfasst 25.07.2011
MF Doom
Live am 22.7. im Astra Kulturhaus in Berlin
Freitagabend war Doomsday. Jedem Besucher war bewusst, dass ihn an diesem Abend kein normales Konzert erwarten wird. Ein leicht gealterter Doom versprühte die Magie eines Untergrundhelden in Jogginghose über die glückliche Anhängerschaft.
Music Kolumne | verfasst 06.06.2012
Zwölf Zehner
Mai 2012
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Interview | verfasst 09.07.2012
Masta Ace
»Es war definitiv eine Art Therapie«
Ganze acht Jahre nach »A Long Hot Summer« kommt Masta Ace mit einem neuen Soloalbum daher. Es heißt »MA Doom: Son Of Yvonne«. Ein Titel, der ohne Umschweife auf die wichtigsten Bezugsquellen verweist.
Music Review | verfasst 10.03.2015
BBNG (BadBadNotGood) & Ghostface Killah
Sour Soul
Mit BBNG und Ghostface Killah treffen musikalisch hochkarätige Profis aufeinander und liefern mit »Sour Soul« ein hörenswertes Stück Musik.
Music Review | verfasst 14.08.2007
Oh No
Dr. No's Oxperiment
Madlib mag der Wahnsinnigere sein, nahe an der Genialität bewegt sich aber auch Oh No auf diesem Album permanent.
Music Review | verfasst 26.08.2007
Madlib
Beatkonducta Vol. 3 & 4
Was man ungefähr erwarten kann, wenn sich Madlib in Indien austobt ist Straight outta Ghanges. Groß, wie immer.
Music Review | verfasst 01.12.2011
M.E.D.
Classic
Medaphoar ist in der Vergangenheit v.a. durch seine Gastauftritte bei anderen Künstlern aufgefallen. Nun ist sein Solodebüt erschienen.
Music Review | verfasst 09.01.2012
Madlib
Medicine Show Volume 12 & 13 - Filthy Ass Remixes
Madlib setzt mit Medicine Show 12+13 Filthy Ass Remixes vorerst einen Schlusstrich unter die kontrovers diskutierte Reihe.
Music Review | verfasst 06.06.2010
Guilty Simpson & Madlib
OJ Simpson
Madlib-Fans haben ihren Spaß an kollagenhafter Beatbastelei, dem Rest bleibt Simpsons »straight-from-the-gutter« Rapstil vorbehalten.
Music Review | verfasst 21.03.2012
Quakers
Quakers
35 Leute sind involviert in dieses Projekt um Geoff Barrow und 7STU7 aus dem Portishead-Umfeld und Producer Katalyst.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.