Music Kolumne | verfasst 09.10.2012
Zwölf Zehner
September 2012
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj

10er September 01 Kein anderer Track auf »Cruel Summer« verdeutlicht den Larger-than-life-Habitus der G.O.O.D. Music-Familie anschaulicher als »Clique«. Die erste Strophe von Big Sean, die schenken wir uns trotzdem, dafür spielt er weder lyrisch noch finanziell in einer Liga mit Jiggaman oder Kanyeezy, gerade wenn sich diese auf »Clique« in Bestform präsentieren. (Aber wir mögen dich trotzdem sehr gerne Sean, denn spätestens nach deiner Kooperation mit unserem Liebling Terius bist du uns richtig ans Herz gewachsen, außerdem ist deine Stimme immer wieder für eine Hook gut).
Strophe Zwei? Shawn Carter überzeugt mit authentischem Money Rap, authentisch vor allem deswegen, weil kein anderer selbstgemachter Rapmäzen seiner Generation gleichermaßen Attitüde und Rapskills auf sich vereinigt, ohne gleichzeitig eine ganze Schar Ghostwriter auf der Gehaltsliste stehen zu haben. Müßig eigentlich darauf hinzuweisen, aber polemische Seitenhiebe auf Dr. Dre sind dieser Tage ausdrücklich erlaubt und auch erwünscht. Zudem beweist er auch Humor, der Papa Shawn, darüber haben wir uns mit Kollegen Kunze bereits in Privatkorrespondenz köstlich unterhalten und erfreuen uns auch nach wiederholtem Hören abermals über die gemeine Ausgrenzung der Ex-Gattin seines Busenfreunds Nasir Jones. Kelis heißt diese, auch wenn sie heute keine Rolle mehr spielt. Eine Rolle spielt hingegen die Superstarfreundin des dritten Protagnisten in der Runde, der nicht müde wird, diesen Umstand in jedem seiner letzten Songs auch ausdrücklich zu erwähnen. Dieser Kanye. Machen wir uns nichts vor: »Clique« is all about Kanye. Je mehr sich dessen Jovialität ins Unermessliche potenziert, desto mehr gefällt er uns! Auf »Clique« steigert sich sein Snobismus von Zeile zu Zeile: Frühstück bei Gucci, Small Talk in der Nachbarschaft mit Größen von CIA und Scientology, ein kurzes Auslassen und Unverständnis gegenüber den Weißen, das ihn zu der Erkenntnis führt, sich wie ein Israeli zu fühlen. Hä? Ergo: Der ganz normale Größenwahn eines unamerican Idols, der mittlerweile wie Elvis verehrt wird.
Das Gute an Kanye ist die brutale Ehrlichkeit seiner aufgeblasenen Arroganzdarlegung, weil sich diese textlich zum Ende hin zu einer Katharsis erstreckt und reinigende Wirkung erzeugt. Nahezu rührend wie er von der Depression berichtet, die der Tod seiner Mutter in ihm auslöste. Tragisch daran, dass Kanye zwar nicht an Selbstmord denken wollte, dennoch die falschen Schlussfolgerungen zog, wie die Referenz zu seinem Frühwerk und »Jesus Walks« in der Schlußzeile zu suggerieren scheint. Nichtdestotrotz, für uns bleibst du weiterhin einer der Allergeilsten, Kanye!

10er September 02 Dem Output des Raider Klans zu folgen, ist selbst als großer Sympathisant ein Full Time Job. So verwundert es auch nicht, dass wir einen der fünf besten Spaceghostpurrp Beats to date erst einige Wochen später auf Youtube entdeckten. »Black Swamp« wurde zuvor bereits von einem 2.7.5. Ergänzungsspieler relativ lieblos berappt, so lieblos, dass wir sogar schon wieder vergessen haben, von wem. Erst als für sich stehender Track weiß man dann auch zu schätzen, was Purrp hier wieder in einer seiner 20h-Sessions aus seinem Billig-Equipment gequetscht hat. Ein Ginuwine-Rülpser, herrlich übersteuerte Drums und ein böses Mystic Stylez meets Wu-Tang Forever Loop bilden die Grundelemente für einen Beat, für den diese ganzen übermotivierten Trap-Atzen ihre limitierten Colorways und ihre Mutti hergeben würden. This is Pony In The Trap, sons!

10er September 03Find it at hhv.de: 3LP Das neue Robert Hood Album ist super, wie bereits hier erwähnt. Am supersten ist Hood auf »Hate Transmissions«, weil er hier die Leinen komplett loslässt und diesen unglaublich eleganten Detroit Techno alter Schule mit feisten Acid-Figuren anreichert, die jedoch immer wieder abebben und deshalb umso graziler wirken. Eine siebeneinhalbminütige Blaupause dafür, wie das gehen könnte und sollte mit der Nachlassverwaltung.
 

10er September 04 Losgelöst vom ganzen Based-Klamauk und L.-Ron-Hubbard-In-Sympathisch-Habitus macht Lil B auch hin und wieder sehr bemerkenswerte Musik. »Based Jam«, der Titeltrack seines dreizehnten (!) Mixtapes im Jahre 2012, ist einer dieser gar nicht so seltenen magischen Momente, in denen das alles zu großer Kunst mutiert. Über ein lässiges Soul-Sample aus den frühen 80ern (eines der Sorte, bei denen man sich 200% sicher ist, es zu kennen, aber auch nach Wochen und trotz Google immer noch keine Eingebung hat) rappt Lil B in entspanntestem Duktus über das Game, das ihn immer wieder ungebeten anruft, darüber dass er auf der Bank nichts verloren hat und wir doch eigentlich alle total mit Talent gesegnet wurden. Oder wie er es selbst, bescheiden wie eh und je, formuliert: WOW TRUE FACTS! LIL B TELLING THE TRUTH IN LYRICS!

10er September 05Find it at hhv.de: 12inch Dass einer von uns ein fieser Whirlpool-Fanboy ist, lassen wir gar nicht aussen vor. Die Freude über den zumindest einmaligen Zusammenschluss der Geistesbrüder Köhncke, Nieswandt und Clark raubt uns auch nicht jegliche Objektivität, so dass wir unvoreingenommen zugeben können, dass der Remix zur Knef’schen Berlin-Hynne »Das ist Berlin« zu Beginn reichlich beliebig, ja langweilig, daherkommt. Spätestens aber, wenn der Track nach drei Minuten zur Ruhe einkehrt, kurz das Reibeisen der ollen Hildegard in den Vordergrund rückt um sich daraufhin in einen euphorischen Disco-Stampfer aller ersten Güte zu entladen, in der sich Orgel und Klavier einen galoppierenden Wettlauf mit dem rollenden Basslauf bieten, ja dann, dann sind wir der redlichen Gesinnung beraubt und fordern mit Nachdruck ein neues Album von Hans, Eric und Justus. Und eine Weltreise, town across town, ich verspreche euch, everybody is trying to get down.

10er September 06 Blu, der alte Eso-Backpacker, kann sich strecken wie er will, mit seinen neuen sauberen blueberry Chucks, passend ausgewählt zu seinen Chuck Berry socks, nippend an seinem Cranberry Scotch, zieht er im Zeitgeistduell gegen den Größenwahn der A-Liga um Jay-Z, Kanye, ASAP und Konsorten stets den Kürzeren. Was sucht er dann in den Zehnern, goddamn? Zur Erklärung dürfen wir eine weitere Referenz zur A-Liga heranziehen, die für Blu nicht unbedingt positiv daherkommt. Aber wie niederschmetternd dürfte für ihn denn bitte sein, dass eine als Hook dienende Line des großen Gifted Unlimited Rhymes Universal die belanglose Aneinanderreihung seiner Verse gänzlich obsolet macht? Passendes Zitat des dem Kommentarbereich von 2dopeboys “I want to like this, but those vocals make it hard as fuck to enjoy the song.” Dieser Guru, wie gerne hören wir doch seine Stimme. Vielleicht ist es aber auch nicht irgendeine Line, die uns ganz wuschig macht, vielleicht ist es die Guru-Line überhaupt! Auch der Beat drückt und erinnert mit der kurzgesmpleten Klampfe an einen besseren Madlib späteren Lootpack-Zeiten. Zum Schluß klaut Blu dann auch noch bei Biggie, aber dank dem King Of Monotone sei ihm auch das verziehen.

10er September 07Find it at hhv.de: 12inch Den Blindkauf-Sticker musste 100% Silk 2012 an andere Labels weiterreichen, nichtsdestotrotz passiert auch dort noch Spektakuläres, vor allem wenn die erste Garde wieder im Einsatz ist. Die beiden BFFs Ital und Magic Touch remixen sich auf dieser EP jeweils gegenseitig und alle vier Tracks atmen mal wieder den minzfrischen Duft der goldenen House-Ära zwischen 1986 und 1996. Itals Remix ist mit seinem Knight Rider’esken Sample, dem sich immer weiter in den Mittelpunkt crescendoenden Gospel-Vocal, den neonfarbenen Synths und wunderbar aufdringlichen Claps vermutlich der Gewinner, aber generell kann man mit Silk030 nichts falsch machen.

10er September 08Find it at hhv.de: 3LP Ähnlich wie Robert Hoods Album ist auch »Techno Primitivism« ein Techno-Monolith epischen Ausmaßes. Kein Wunder also, dass sich die Herren Aigner und Okraj zunächst nur einig waren, dass daraus mindestens ein Track hier auftauchen müsse. Die Selektion an sich lief dann so: »Echomate?« »Dick! Aber warte!« »Ja?« »Shakshuka Dub, spiritual!« »Von mir aus, auch super!« »Track For David, son!_«»Pick one, Tyson, Jordan, Game Six!« »Okay, dann Shakshuka!« Neben einem unheimlich dämlichen Faible für noch dämlichere Anglizismen unsererseits, verdeutlicht dies vor allem, wie grandios Juju & Jordash hier in die Breite programmiert haben, aber »Shakshuka Dub« ist mit seinen Spaghetti-Western-Akkorden, den Lee Perry-Referenzen, der Chicago-Bassline und diesen nervösen, aber dennoch immens groovenden Drums sicher mehr als nur eine Verlegenheitslösung.

10er September 09 Was ist eigentlich los mit diesen ganzen jungen Schönlingen? Bechern die ganze Zeit Codein, lullen uns mit ihrem Zeitlupen-R&B ein und tun dann so, als ob es völlig in Ordnung wäre, auf die ganzen ollen Balzrituale zu kacken, nur weil man im gleichgültigen Ton fieseste Kopulationsbefehle nuschelt? Jeremih war vor einigen Jahren bereits als Geburtstagssex-Dienstleister in Erscheinung getreten, jetzt hat er mit »Fuck U All The Time« wieder eine solch postmoderne Köpersaft-Hymne, die Luther Vandross und Barry White gleichermaßen aus den Wolken heulen lässt ob ihrer Unverschämtheit, geschrieben. Dass Shlohmo diese Dreistheit auch noch gechopped & gescrewed hat, ist nur folgerichtig. Wenn jetzt jemand noch Drake dazu bewegen kann, 5-6 schwer verliebte Zeilen dazuzuschmonzen, dann landet das beim nächsten Mal noch weiter oben; so lange bestehen wir jedoch auf die Erziehungsmaßnahme im Schlussdrittel.

10er September 10 Liebe DJ‘s! Spielt diese Platte im Club! Ihr braucht sie auch gar nicht zu mixen. Fade in, fade out. Traut euch was! Endlich mal! Zugegeben: Diese verzerrten, einem einfachen Pattern folgenden, Synths, sie blasen euch im ersten Augenblick wohlmöglich die Tanzfläche leer! Die vielen Offzeiten, in denen Willie Burns hier nonchalant die Drums einfach raus nimmt, sie sorgen für weitere Betroffenheit. Der Delay auf den Snares, der diese wie Kanonenschüsse gewittern lässt, lässt euer Publikum in Panik verfallen und sich darüber den Kopf zerbrechen, ob der Kellner MDMA in den Bull untergemischt hat. Und wenn diese klaustrophobische Stimme den »Overlord« anstimmt, habt ihr die Meute allerspätestens in Gedanken an den düstersten Provinz-Warehouse-Rave geballert. Verwirrend ist diese Platte. Düster, stumpf und komprommislos. Aber auch: Eine Offenbarung. Eine, die bei jedem weiteren Hören eine höhere Platzierung rechtfertigt. Spätestens dann in den Jahrescharts.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 12.07.2013
Zwölf Zehner
Juni 2013
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.05.2012
Zwölf Zehner
April 2012
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 30.11.2010
Kanye West
My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West besinnt sich auf seine alte Stärken, besinnt sich auf große Popmomente und geht damit wieder ein, zwei Schritte nach vorne.
Music Review | verfasst 31.08.2011
Jay-Z & Kanye West
Watch The Throne
Jigga und Kanye bauen sich hier kein Denkmal. Sie scheinen stattdessen leichtfüßig das bereits erreichte auszukosten – ein Spektakel
Music Interview | verfasst 08.09.2014
Ital
Apokalypse Now
Für Daniel Martin McCormick hat die Apokalpyse begonnen. Als Ital setzt er den weltweiten Zustand des totalen Zusammenbruchs in eine anarchistische Version von House Music um. Sein neuestes Werk heißt folgerichtig »Endgame«. Ein Interview.
Music Kolumne | verfasst 11.08.2014
Zwölf Zehner
Juli 2014
Willkommen im August. Etwas spät, aber es war ja auch Urlaub. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juli musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 07.03.2012
Zwölf Zehner
Februar 2012
Willkommen im März. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.04.2012
Zwölf Zehner
März 2012
Willkommen im April. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.07.2012
Zwölf Zehner
Juni 2012
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2012
Zwölf Zehner
Oktober 2012
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 31.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 2)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 05.03.2014
Zwölf Zehner
Februar 2014
Willkommen im März. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.07.2014
Zwölf Zehner
Juni 2014
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 28.11.2012
Zwölf Zehner
November 2012
Willkommen (fast) im Dezember. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Bericht | verfasst 21.07.2011
Lil B
Live am 20.7. im Cassiopeia in Berlin
Das war kein Konzert, das war eine Erfahrung. Das war keine schnöde Live-Performance, nein, das war ein Happening. Lil B kam nach Berlin und verzauberte eine kleine Ansammlung von Menschen.
Music Review | verfasst 29.10.2015
Moufang / Czamanski
Live In Seattle
Live-Alben sind im Techno noch immer die Ausnahme. David Moufang und Jordan Czamanski haben 2013 live in Seattle was mitgeschnitten.
Music Review | verfasst 13.10.2017
Juju & Jordash
Sis-Boom-Bah
Juju & Jordash neues Album folgt dem klassischen Jam-Prinzip. Klingt aber von langer Hand geplant.
Music Review | verfasst 01.11.2007
Kanye West
Graduation
Graduation ist zwar nicht das bislang beste, aber am das leichtesten durchzuhörende Kanye-Album geworden ist.
Music Review | verfasst 21.06.2012
The World Famous Tony Williams
Another You
Ein schönes Liebeslied, dass zwar eine kitschigen Beigeschmack hat, aber genug Authentizität besitzt, um Gefühlsregungen auszulösen.
Music Review | verfasst 24.09.2012
G.O.O.D. Music
Cruel Summer
Dank Hit-Boy und Pusha-T kann »Cruel Summer« vieles. Eines kann es nicht: Das Rap-Spiel wiedermal neu erfinden.
Music Review | verfasst 20.06.2013
Kanye West
Yeezus
Der sechste Anlauf von Kanye West, die Welt zu erobern. Hätte auch dieses Mal mit »Yeezus« fast geklappt.
Music Review | verfasst 26.05.2020
Kanye West
Jesus Is King
»Jesus Is King« von Kanye West ist jetzt auf Vinyl erschienen. Und wir haben die pädagogisch wertvollste 7.0er Review aller Zeiten für dich.
Music Porträt | verfasst 07.09.2007
Kanye West
Der schmale Grat
Zwischen Pop und HipHop liegt ein schmaler Grat: Kanye West, MC und Produzent und zielstrebiger Unternehmer mit Massenwirkung aus Chicago mit sechs Grammys im Schrank, weiß ihn zu beschreiten.
Music Kolumne | verfasst 09.12.2013
2013
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos in 2013 stellen wir euch die, unserer Meinung nach schönsten Visualisierungen vor.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.