Music Kolumne | verfasst 05.12.2012
Aigners Inventur
November 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Captain Murphy, Roc Marciano, Karenn und Zombie Zombie.
Text Florian Aigner

Captain murphy duality cover Pünktlich zum ersten Advent der Beweis: Nietzsche hat dir unrecht getan, Gott oder wie ist es anders zu erklären, dass Flying Lotus nun exakt das getan hat, worum zumindest ich seit Jahren bettele? Nicht nur dass Captain Murphy mit »Duality» das beste Madlib-Album seit »The Further Adventures Of Lord Quas» gemacht hat, nein, Flying Lotus klingt mit seiner, in bester Quasimoto-Tradition, wild pitchgeshifteten Stimme auch noch wie Tyler nach vierwöchiger Exorzismus-Kur. So wild ich über ein rapzentriertes Album aus der Feder von Herrn Ellison auch fantasiert habe: »Duality» ist besser als je vorgestellt und die größte Offenbarung in der Sparte Oddball-Rap seit Madlibs großem Run Mitte der Nullerjahre. Ungläubige, praise the lord!
 

Roc Marciano – Reloaded LPFind it at hhv.de: Deluxe | 2LP Auch super: »Reloaded», Roc Marcianos zweites Soloalbum, auf dem sich der ehemalige Flipmode-Handlanger den Don-Status unter notorisch schlecht gelaunten QB-Wadenbeißern verdient hat. Selten hat man in den letzten Jahren ein so schlicht schönes, Loop-basiertes Album gehört, Prodigys »Return Of The Mac» und Marcianos Debüt mal ausgenommen. Absolut schmucklos und unprätentiös rappt Marciano hier an allen Trends vorbei und hätte sein Spezl Ka mit »Grief Pedigree» dieses Jahr nicht bereits das gleiche geschafft, würde ich nun altersweise allen anderen raten, diesen 90er-Scheiß doch einfach sein zu lassen, weil der Kuchen bereits verteilt ist.
 

Wu-Tang Clan & D-Block - Wu BlockFind it at hhv.de: CD Es sei denn man dominierte in jener Ära eh schon nach Belieben. Und genau deswegen will ich auch kein böses Wort über »Wu-Block», hören, die natürlich 15 Jahre zu spät kommende Kollabo zwischen dem Wu-Tang Clan und dem D-Block, wobei man bei der Credit-Verteilung anmerken muss, dass das eher ein Sheek Louch Album ist mit exorbitant vielen Ghostface-Features. Aber wenn direkt im Opener einer der schönsten Beats der Nullerjahre fachmännisch zerlegt wird, ist trotzdem alles gut. Die Halbwertszeit vermag ich ad hoc nicht einzuschätzen, aber so als kleines Mixtape-Not-Mixtape-Bonbönchen ganz lecker.
 

styles p most hardestFind it at hhv.de: CD Apropos D-Block, mein Mancrush für Styles’ Flexereien ist wohl dokumentiert, dass »The World’s Most Hardest MC» (#nohomodipsetbitch) dennoch wieder ein sehr durchwachsenes Album ist, war trotzdem klar. So lange sich pro Jahr aber zehn Tracks aus Styles Ps Oeuvre pressen lassen, die annähernd an die Zusammenarbeit mit araabMuzik heranreichen, bleibe ich Fan.
 

Lil Fame & Termanology Fizzyology LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Warum sich die halbe Industrie mit Schmuddelkind Termanology abgibt, verstehe ich auch nach »Fizzyology» nicht im geringsten. Da versucht Lil Fame ständig die Kohlen aus dem Feuer zu – äh – brüllen, was angesichts äußerst mäßiger Produktionen schwer genug ist, und dann stolpert jedes Mal dieser Reimklaus orientierungslos durch seine 16 Bars. Straight to Papierkorb.
 

meek mill nightmaresFind it at hhv.de: CD Gut gebrüllt ist halb gewonnen ist auch Meek Mills Credo und irgendwie kriegt mich Officer Rickys MMG-Pack mit seinem semidebilen, aber unter der Oberfläche durchaus cleveren, Corporate Design immer wieder. »Dreams & Nightmares» ist keine Offenbarung, aber solides Blockbuster-Entertainment.
 

rihanna unapologeticFind it at hhv.de: Deluxe | CD Jetzt habe ich endlich auch die tiefere Bedeutung von I go ri-ri-tarded begriffen. Rocky spielte damit offensichtlich nicht auf Rihannas weibliche Vorzüge an, sondern tatsächlich auf die geistige Umnachtung derer, die Riri davon überzeugten sich einen Dubstep-Track von David Guetta produzieren zu lassen. Überhaupt mangelt es »Unapologetic» nicht an ri-ritardedness, aber dieses systematische Aufgreifen all jener Trends, die bereits vor zwei Jahren sowas von durch waren, ist ja heute bei Künstler dieses Ausmaßes im Kostenvoranschlag vertraglich geregelt. Am besten ist Rihanna natürlich immer noch, wenn man sie nicht zu weit von klassischeren R&B-Mustern entfernt. In einer perfekten Welt hätte dementsprechend auch ein gewisser Terius Nash dieses Album produziert.
 

Fid Mella - »Tatas Plottn«Find it at hhv.de: LP Ich möchte Fid Mella nicht direkt den Titel des Wiener Just Blaze wieder wegnehmen, aber für weitere Vergleiche mit dem stadionzerberstenden Maximalismus des Herrn Blaze ist Mellas erstes Album zu sehr Prog. »Tattas Plottn» hat andere Qualitäten, unter anderem exzellentes, liebevolles Sampling unausgelutschten Quellenmaterials und unvorhersehbare Breakdowns. Aber hey, irgendwie hatte ich noch mehr Bock auf solche Geschichten
 

DJ ScientistFind it at hhv.de: 2LP Auch DJ Scientist samplet auf »For Better, For Worse» gerne Psych-, Kraut- und jede andere Art von obskurem Rock, was in einem unaufgeregten Album mündet, das so auch 1998 hätte erscheinen können und Endtroducing-Erweckte auch 2012 noch kicken dürfte. Oh und »World Of Stone» ist vermutlich der schönste Blockhead-Track seit dessen Debüt.
 

raime coverFind it at hhv.de: CD | 2LP Ich bin kein großer Fan davon Coverartworks für bare Münze zu nehmen, aber im Falle von Raime drängt sich dies so sehr auf, dass ich mal dieses Dogma überwinden will. Industrial geschulter, jedoch komplett entschleunigter Ambient-Techno mit viel Kettenrasseln und noch mehr Platz für Alpträume – keines der Stücke nimmt uns bei der Hand, sondern wirft uns genau in jenes schwarze Loch, in dem die adrette Dame auf dem Sleeve versuch Halt zu finden. Ach ja, erscheinen tut »Quarters Over A Turning LIne» (natürlich) auf Blackest Ever Black, und wer sich letzten Monat bei Andy Stott zu wenig gegruselt hat, ist hier genau richtig.
 

redshape squareFind it at hhv.de: 2LP Etwas enttäuschend hingegen ist, dass Redshape offenbar bereits auf seinem Debüt »The Dance Paradox» an seine Grenzen gegangen ist. Nicht dass »Square» schlecht wäre, aber irgendwie schafft es der Maskenmann seit dem wirklich großen Debüt nicht mehr wirklich als Künstler zu wachsen. Natürlich ist das Stagnation auf hohem Niveau, aber nicht nur ich dachte vor drei Jahren, dass damals ein Heilsbringer geboren wurde. Diesen Monat hab’ ich’s aber auch mit dem Christentum, man man.
 

legowelt paranormalFind it at hhv.de: CD | 2LP Boah, dieser Danny Wolfers. Produziert 15 Tracks am Tag und im Schnitt will ich 12,4 davon kaufen. Auch »The Paranormal Soul» ist der Knaller, Legowelt findet hier wieder genau die Balance zwischen masturbatorisch-proggigen Synthwahnsinn und diesem rohen Musikbox-Jacking, das so viele versuchen zu emulieren, aber doch nur wenige hinkriegen. Ach ja, der Okraj meint “I Only Move For You ist ein Gamechanger”, ich meine Herr Wolfers wäre darüber hinaus auch noch wahlweise der beste Innenarchitekt oder Friseur der Welt, wenn er dafür Zeit hätte. Meine Güte, was bin ich Fan.
 

mapache ulfoFind it at hhv.de: 2LP Solide Arbeit im Aufbau Ost leistet seit geraumer Zeit auch Map.ache, seines Zeichens Busenfreund von Kassem Moses. »Ulfo» heißt das Album, es ist weniger verspielt und sperrig als die Zusammenarbeiten mit Mosse und mit »Presents DJ Mapi» ist sogar ein veritabler Gute-Laune-Tune vertreten. Schon eher einstelliger Tabellenplatz als Champions League, aber das ist nicht verwerflich.
 

Ital - Dream OnFind it at hhv.de: 2LP Hm, Ital. Auch hier bin ich seit »Culture Clubs» überenthusiastischer Fan, aber irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass Herrn McCormick Planet Mus Laissez-Faire-Politik nicht so mundet. »Dream On» ist bereits sein zweites Album in diesem Kalenderjahr, erneut voll mit unfassbar vielen großen Ideen, aber an diesem, immer noch jungen Punkt seiner Karriere, würde es Ital tatsächlich gut tun, wenn man ihn öfter etwas stärker bevormunden würde. Gekauft habe ich mir »Dream On» trotzdem, allein schon weil dieser Peilo-House schon irgendwo einzigartig ist, aber da geht noch mehr und ich will es hören. Bald, aber nicht zwangsweise schon morgen.
 

Lukid - Lonely At The TopFind it at hhv.de: 2LP Ein Vorbild könnte Lukid sein, der ein ähnlicher Freigeist zu sein scheint, mit dem dickeirig-betitelten »Lonely At The Top» aber jegliche implizierten Versprechungen erfüllt. Ähnlich wie Labelchef Actress ist Lukids Musik schwer zu greifen und noch schwerer zu beschreiben, House und Techno vielleicht die explizitsten Bezugsgrößen, aber von Music Concrete, über Dub bis Hip Hop wird hier alles gefiltert, gebrochen und rekontextualisiert. Der Warenkorb, er wächst auf Monatsmietengröße an.
 

karennFind it at hhv.de: 2LP Ach ja, die Engländer. Finden jeden Monat einen neuen Mikrotrend aus der Vergangenheit und personalisieren diesen dann. Im Moment sehr beliebt: Ballertechno, Marke Axis. Nun sind sowohl Blawan, als auch Pariah äußerst solide Produzenten, die in den letzten zwei Jahren zum Brit-Bass-Katalog durchaus substantielles beigetragen haben, aber als Karenn blockieren sich die beiden gegenseitig. Als kleinster gemeinsamer Nenner schien man sich auf Luke Slater, vielleicht auch auf Jeff Mills, einigen zu können, die sechs Stücke auf »SHEWORKS004» sind aber allesamt erschreckend nichtssagende Techno-Banger, die der Hochzeit in den späten Neunzigern jedoch nichts hinzuzufügen wissen. Schade.
 

sigha ghostsFind it at hhv.de: CD | 2LP Etwas besser macht das Sigha, wobei ich auch hier nicht so ganz verstehen, warum sich ein Produzent, der in der Vergangenheit häufig um die Ecke dachte, jetzt auch so häufig dem Berghain-Diktat unterwirft. Nicht dass ich mit dystopischem Techno ein Problem hätte, aber irgendwie fehlt da jetzt häufig genau jene Funkyness, die die Engländer doch eigentlich auszeichnet. »Living With Ghosts» hingegen klingt hingegen zu häufig wie Dettmann mit krummer Bassdrum. Und um nochmal auf die Relation Cover/Musik zu sprechen zu kommen: hier wird antithetisch gearbeitet.
 

gerry read jummyFind it at hhv.de: 2LP Eine große Freude ist dafür Gerry Read. Kaum die Zwanzig erreicht, programmiert der Brite mit einer Lässigkeit ein Debütalbum zusammen, auf dem die Kicks so holzig klingen wie bei Theo Parrish, die Chords so geil verwaschen wie bei Pepe Bradock und die Melodien so schön naiv wie bei St Germain in deren Hochzeit. Nun gut, das war jetzt etwas übertrieben, aber wenn der Typ nicht noch mindestens fünf großartige Alben veröffentlicht, habe ich meinen Scouting-Touch genau so verloren wie Thomas Allofs.
 

pachanga boys albumFind it at hhv.de: 2LP+CD+DVD Überfordert bin ich hingegen vom exorbitanten Pachanga Boys Hype, den ich aber beabsichtige turbokapitalistisch auszunutzen und den fanatischen Jüngern der Herren Superpitcher und Rebolledo mit sadistischer Freude deren Debüt »We Are Really Sorry» zu horrenden Preisen über die bekannten Kanäle weiterzuverscherbeln. Weil ganz ehrlich: das ist echt nicht so geil, wie alle tun. Tech House Gerüst und plakativer Weirdo-Scheiß drüber, da muss man nun echt nicht mehr drauf reinfallen, Kids.
 

carter bros metropolitanFind it at hhv.de: 2LP Dann lieber der weniger ambitionierte Disco House der auf Rush Hour veröffentlichenden The Carter Bros. Fidel gefiltert, gerne im wohlfühligen 115BPM-Universum, allerhand Samples: wer diese ganze Instruments Of Rattre Chose mochte, kann mit »Metropolitan» viel Spaß haben.
 

dj nature savageFind it at hhv.de: 2LP Wer sich gerade im Midtempo eingeschunkelt hat, nimmt sich bitte direkt noch DJ Natures »Return Of The Savage» mit, ein über die Sympathikusse von Golf Channel erscheinendes Album, dem man in jedem Moment die Abgezockheit Natures anmerkt. Das ist House Musik mit viel Weitsicht und einem großen Sinn für übergeordnete Zusammenhänge. Klingt dann manchmal nach einer milderen, britischen Variante des frühen KDJ, oder aber nach der Zeit in der DJ Nature noch Natureboy hieß und auf »Ruff Disco» schon 1992 House mit maßig B-Boy-Attitüde und Soul-Samples ausstattete. Zeitlos, im besten Sinne.
 

erdbeerschnitzel tender leafFind it at hhv.de: 2LP Nicht genug, dass Erdbeerschnitzel immer noch das beste Moniker seit ich weiß nicht wem hat, jetzt hat er mit »Tender Leaf» auch noch ein mindestens genau so krankes Album gemacht. Hochtourige House-Banger? Check. Hypersexualisierter R&B? Check. Konfuse Warp-Spielereien und Hip Hop Intermezzi? Doublecheck. Ein grandios eigenwilliges Album des unterbewertetsten deutschen Produzenten der letzten fünf Jahre.
 

Plain White Record SleeveFind it at hhv.de: 2LP Eine klarere Linie gibt es seit jeher bei Zombie Zombie, die sich auf ihrem zweiten Album (die Carpenter-Tribute EP nicht mitgezählt) wieder an den wunderbar sleazigen Horrorfilm-Tropen der frühen Achtziger abarbeiten und mal wie Goblin, mal wie Bernard Herrman und natürlich ganz oft wie John Carpenter klingen. Epigonentum kann manchmal so willkommen sein, wenn man sich von vornherein dazu bekennt.
 

Allah-Las - Allah-Las LP Find it at hhv.de: CD | 2LP Was es mit Allah-Las auf sich hat, weiß ich immer noch nicht so recht, aber wenn P. Kunze sich aufgrund eines 60s-Psych-Surf-Albums tagelang dermaßen beömmelt, als hätte ihn Shlohmo endlich zum Topfschlagen eingeladen, kann das gleichnamige Album ja eigentlich nicht so ganz scheiße sein. Zur Überprüfung fehlt mir jetzt leider die Zeit, da ich gerade festgestellt habe, dass Haftbefehl wohl gerade Biggies »Suicidal Thoughts» ins Deutsche versucht hat zu übersetzen, was natürlich Vorrang hat, aber wir vertrauen dem Bengel da einfach mal blind.
 

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Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?