Music Porträt | verfasst 03.01.2013
Sinkane
Halfway to Mars
Ahmed Gallab, der Mann hinter Sinkane, ist ein Verschollener zwischen Afrika und Amerika. Sein Album »Mars« behandelt die Konsequenzen kultureller Entwurzelung und den Zustand, sich über Nacht in der Brooklyner Musikszene wiederzufinden.
Text Grashina Gabelmann , Fotos Malte Seidel , Übersetzung Julia Hinz
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Die amerikanische Kultur wurde auf dem Konzept des Samplings gegründet: die Musik verschiedener Kulturen wurde kombiniert und verändert und was auch immer da raus kam als neues Produkt exportiert, als amerikanisches Produkt – Kulturimperialismus vom Feinsten. Für die in Amerika geborenen und aufgewachsenen ist das selbstverständlich. Nur wie geht ein sudanesischer Junge damit um, der als Sohn eines exilierten Politikers in den Vereinigten Staaten landete? Wie behält man seine Wurzeln, fügt sich in die neue Umgebung ein und kommt mit einer bereits total verworrenen und unübersichtlichen Kultur klar? Der Musiker Ahmed Gallab befasst sich als Ein-Mann-Band Sinkane genau mit diesem Thema auf seinem Debütalbum »Mars«. Die acht Tracks des Albums sind so reich und vielseitig an Einflüssen – sudanesischer Pop, Jazz, Funk und Groove – und das mehr dahinter steckt, als einfach die Umsetzung von Gallabs umfangreichen musikalischen Wissen, wird deutlich durch seine eigenes Fremdheitsgefühl als Auswanderer: »Das amerikanische Lebensgefühl ist sehr komfortabel und ich hatte das niemals.«

Obwohl man das Thema des Fremdseins, welches durch einen Titel wie »Mars« unmittelbar präsent ist, als Beschreibung von Gallabs gesamter Auswanderungserfahrung sehen könnte, beschreibt es aktuell speziell seinen jüngsten Umzug nach New York. »Der Begriff ›Mars‹ ist eine Idee, eine Metapher, die viel damit zu tun hatte, dass ich durch Yeasayer in eine Community von Musikern geschmissen wurde. Ich fühlte mich ziemlich verloren in New York, ich wusste nicht wie ich irgendwas bewältigen sollte.« Gallab der vor Sinkane Instrumentalist für Künstler wie Caribou oder Born Ruffians war, landete in New York als Tourdrummer von Of Montreal. Es war der letzte Halt der Tour und Gallab entschied eine Weile die Couch seiner Schwester zu beanspruchen, anstatt nach Hause zu fahren – wo immer das zu der Zeit auch gewesen sein möge. Fast sofort traf er die Jungs von Yeasayer, die günstigerweise gerade nach einem Tourdrummer Ausschau hielten und so blieb er in New York.

Gallab war mitten in Brooklyns Musikszene gelandet: »Ich war isoliert – sowieso isoliert, aber ich strengte mich auch noch bewusst an, um Zeit alleine zu verbringen.« In seinem nächsten Satz, ziemlich unvermittelt, beschreibt er das größere Bild: »Ich betrachte mich selbst als sudanesischen Amerikaner, aber zu gleicher Zeit fühle ich mich nicht so richtig amerikanisch und ich fühle mich nicht so richtig sudanesisch. Immer wenn ich in den Sudan gehe, fühle ich mich dort wohl und es ist ein Teil von mir, aber ich fühle mich letztlich nicht sudanesisch. Wenn ich in Amerika bin, in der Kommunikation mit all meinen Freunden, gibt es kaum etwas auf das ich mich beziehen kann.«

»Der Begriff ›Mars‹ ist eine Idee, eine Metapher, die viel damit zu tun hatte, dass ich durch Yeasayer in eine Community von Musikern geschmissen wurde. Ich fühlte mich ziemlich verloren in New York, ich wusste nicht wie ich irgendwas bewältigen sollte.« Gallab war erst fünf als sein Vater, ein Politiker, politisches Asyl in Amerika suchen musste. Sein Vater und seine Mutter mussten ganz von vorn beginnen, aber es gelang ihnen mehr als nur o.k. – sie bekamen ihre PHDs und wurden Professoren. Sie blieben nie länger als vier Jahre an einem Ort, aber seine Eltern haben dafür gesorgt die sudanesische Identität der Kinder zu bewahren. »Meine Eltern lehrten uns die arabische und sudanesische Kultur und von 1997 an, seitdem ich aufs College ging, verbrachte ich jedes Jahr drei Monate im Sudan.« Gallabs Mutter hörte im Auto und Zuhause immer sudanesische Musik – ein offensichtlicher Einfluss in Sinkanes Musik. »Es war keine Entscheidung sudanesische Einflüsse in meine Musik einzubeziehen. Sie sind einfach ein Teil von mir.« Das erste Instrument, das Gallab lernte, war das Schlagzeug und die sind immer noch die Grundlage seiner Songs. »Es fällt mir leicht die Drums zu synkopieren und von da an haben die Songs ein Eigenleben.« Sinkanes Groove-basierte Musik hat ihren Fokus auf Schlagzeug und Bass, die einen starken sudanesischen Soul- und Funkeinfluss hören lassen.

Obwohl Gallab in erster Linie Schlagzeuger ist, hat er außerdem Keyboard, Gitarre und Bass gelernt was dazu führt, dass »Mars« nahezu vollständig allein von Gallab produziert wurde. »Ich hatte jeden Tag lange Sessions und dann sendete ich, was ich gemacht habe zu meinem Freund und Co-Producer Greg Lofaro. Er hörte sich es an, gab mir seine Hinweise und ich überarbeitete die Tracks am nächsten Tag.« Dies erlaubte Gallab sich von seiner Arbeit zu entfernen und eine Außenperspektive einzunehmen. »Gegen Ende wurde ich einsam, aber da kamen auch schon Ira von Yeasayer und George von Twin Shadow ins Studio um ihre Parts aufzunehmen.«
»Mars« ist ein kurzes Album. Sehr kurz und sehr dicht. Doch jedes bisschen mehr, wäre zu viel gewesen: »Wenn ich noch etwas hinzugefügt hätte, hätte ich den Faden verloren.« Dieser Faden ist der Kampf gegen Unsicherheit und dagegen sich fremd, ausländisch und allein zu fühlen. »Die Songs sind sehr allumfassend, so yeah, es geht viel um den Raum in dem ich bin.«

Das Album »Mars« von Sinkane findest du bei hhv.de: EU-LP ###HHV: 299343:CD### US-LP US-CD
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