Music Interview | verfasst 29.04.2013
Kendrick Lamar
Den Ausgleich schaffen
Als Retter des Westküsten-Hip-Hop gefeiert, sagt Kendrick Lamar’s Album »good kid m.A.A.d city’s« etwas über den aktuellen Stand des Hip Hop aus. Wir sprechen mit Lamar über Vergangenheit und Gegenwart des Rap und die Bedeutung von Compton.
Text Grashina Gabelmann , Fotos Jeff Forney / © Universal Music , Übersetzung Julia Hinz
Photo2_jeff-forney_300cmyk
Fruehling_sommer_2013_de

Als Retter des Westküsten-Hip-Hop gefeiert, sagt Kendrick Lamar’s Albumerfolg »good kid m.A.A.d city’s« etwas über den aktuellen Stand des Hip Hop aus. Scheinbar gibt es ein Publikum, das nach etwas anderem suchte, etwas vermisste und womöglich konnte Lamar diesen Rap-Fans nun gerecht werden. Sein Album ist ein autobiographisches Konzeptalbum, welches den treffenden Untertitel »A Short Film by Kendrick Lamar« trägt, da es mithilfe von naturalistischen Sketchen, Gebeten, atmosphärischen Beats und selbstreflexiven Texten die nichtlineare Geschichte von Lamar’s Compton erzählt. Wir als Zuhörer bekommen die vielen Stimmen in Lamar’s Kopf zu hören und damit werden alle Bereiche von Komödie bis Tragödie effektiv und überzeugend abgedeckt und ein unvergleichlicher Blick auf das Leben eines Jungen in Compton wird geschaffen – eine Geschichte die so sehr mit einem bestimmten Ort verwoben ist und es dennoch schafft alle geographischen Grenzen zu durchbrechen. Wir sprechen mit Lamar über Vergangenheit und Gegenwart des Rap, Konzept oder Freestyle und die Bedeutung von Compton in der Welt des Hip Hop.

Nas sagte einmal, dass Freestyle Bullshit ist. Wenn du kein Konzept hast, bist du kein guter Rapper. Stimmst du dem zu?
Kendrick Lamar: Ein Teil von mir stimmt dem zu. Ich mag Freestylen. Ich mag es, Leute rappen zu hören über woran immer sie auch denken, aber ich mag ebenso Leute, die Alben machen und Konzeptplatten. Es ist ein Geben und Nehmen. Ein bisschen von beidem.

Gibt es eine neue Ehrlichkeit im Hip Hop, durch die der Ausdruck von Schwäche erlaubt ist, wie auf deinem Track »The Art of Peer Pressure«?
Kendrick Lamar: Es fühlt sich definitiv so an, als gäbe es eine neu gefundene Ehrlichkeit im Hip Hop. Hip Hop wurde von Menschen gemacht, die ihre Wahrheiten erzählten und sich selbst audrückten. Das habe ich auf meinen Alben auch gemacht und setze damit fort, was die frühen Stadien des Hip Hop hervorbrachten, Rapper die sich selbst ausdrückten, von NWA bis Big Daddy Kane.

All diese Gerapppe über Bitches, Cars und Bling ist nicht verschwunden, aber es gibt jetzt auch viel anderes Zeug da draußen. Was denkst du, woher das kommt?
Kendrick Lamar: Ich denke, der Wandel geht von den Leuten aus. Die Leute haben keine Lust mehr so was zu hören. Es ist nichts falsch daran; in den frühen Tage des Hip Hop ging es immer darum mit dem was man hatte zu prahlen, wie gut du im Rappen warst und wie viele große Goldketten du hattest. Das war Hip Hop, aber dann kommt mit der Zeit ein Punkt wo es einen Ausgleich braucht. Das ist es was die Leute wollen – einen Ausgleich und hoffentlich kann ich diesen Ausgleich schaffen.

Compton ist ein mythischer Ort im Hip Hop. Kannst du die kulturelle Wichtigkeit von Compton für diejenigen beschreiben, die damit nicht so vertraut sind?
Kendrick Lamar: Ich würde sagen Compton ist der Geburtsort des Gangsta-Rap. All die Künstler von Dr. Dre, NWA bis Snoop haben aktuell über die Realität in ihren Raps gesprochen. Es gibt dort eine große Gangkultur mit Bloods und Crips. Es ist wirklich eine verflixte, verflixte Stadt basierend auf Zugehörigkeiten. Man muss einfach wissen wie man sich in dieser Stadt bewegt. Wenn man Compton mit nur einem Wort beschreiben müsste, es wäre »unberechenbar«.

Warst du jemals frustriert über den Stand des Hip Hop?
Kendrick Lamar: Ja, ich war frustriert. Nicht so sehr über den Stand des Hip Hop, sondern mehr über mich selbst, der ich versuche meine eigene Sprache und Nische zu finden, in der Lage zu sein über das zu reden worüber ich reden will und trotzdem akzeptiert zu werden. Das ist es was die Frustration auslöst.

»In Compton kennt mich jeder noch als K. Dot. Es hat sich nichts verändert. Dort bin ich immer noch bloß ein Kind.« ( Kendrick Lamar) War »good kid m.A.A.d city« ein Weg mit der Frustration umzugehen?
Kendrick Lamar: Das war es definitiv. Zu der Zeit als mein Album herauskam wusste ich, dass ich in der Lage bin so zu denken, wie ich es schon Jahre zuvor wollte, bevor diese Art von Musik und Sound als ein großer, ehrlicher Sound wahrgenommen wurde. Es ging eigentlich darum, dass die anderen aufholten.

Für dein Album gingst du in dein altes Viertel zurück. Warst du in Lage Dinge zu verstehen, aus denen du 2004 keinen Sinn schöpfen konntest?
Kendrick Lamar: Ja, definitiv. Ich war viele Male zurück und bin jetzt in der Lage zu diesen realen Orten zurückzukehren und zurückzublicken, nachdem ich diesen langen Weg zurückgelegt habe – das ist eine positive Veränderung. Es ist eine tolle Sache all die Kids zu beeinflussen, die in den Parks rumhängen, in denen ich auch rumhing.

Ist merkwürdig zurückzugehen? Sagen die Leute, du hättest dich verkauft oder so was?
Kendrick Lamar: Nicht in meinem Viertel- das bekomme ich da nicht zu hören. Jeder kennt mich noch als K. Dot. Es hat sich nichts verändert. Dort bin ich immer noch bloß ein Kind.

Wie kamen die Sketches für dein Album zu Stande?
Kendrick Lamar: Jeder einzlene Sketch bezieht sich auf reale Personen in realen Stituationen. Ich brachte meine Jugendfreunde und Eltern ins Studio und ließ sie vor dem Mikrofon in Erinnerungen Schwelgen und nahm Stücke daraus. Ich wollte kein Schauspieler nehmen, dass hätte die ganze Sache kitschig gemacht. Ich wollte, dass es so klingt, als wenn jemand die ganze Zeit ein verstecktes Mikrofon in meinem Leben hatte.

Ist der sprichwörtliche Rap-Lifestyle, so wie man sich ihn vorstellt?
Kendrick Lamar: Um diese Frage zu beantworten muss ich wahrscheinlich mindestens noch ein oder zwei Jahre warten um diesen Lifstyle wirklich zu kennen. Momentan weiß ich es nicht, ich bin noch ziemlich bei mir.

Wohin wolltest du zwischen »Section.80« und »good kid a.A.A.d city?
Kendrick Lamar: Ich habe versucht mich zu fokussieren, herauszufinden was ich werden wollte. Ohne diesen Fokus wäre ich jetzt nicht hier. Es war eine ziemlich ernste Zeit, meine Ziele zu schärfen und dieses Album zu machen war eines der Ziele.

Keiner der Artikel über deine Musik verweist auf DJ Quik als Einfluss, obwohl er solch ein wichtiger Westküsten- Gangstarapper ist. Ist das was, was die Journalisten übersehen haben, oder war er nicht wichtig für deine Entwicklung als Künstler?
Kendrick Lamar: Er war definitv ein Bezugspunkt. Er hatte unglaublich viel Einfluss auf die Stadt, machte Tonnen von Geld und brachte einige Klassiker heraus. Jeder sieht nur NWA aber DJ Quik war genauso groß – vielleicht nicht auf dem Mainstreamlevel, aber er ist ein sehr großer Einfluss.

Das Album »good kid m.A.A.d city« von Kendrick Lamar findest du bei hhv.de 2LP 2CD CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 04.06.2018
Kendrick Lamar
OST Black Panther
Kendrick Lamars Zerrissenheit passt nicht zu den Heldenphantasien von »Black Panther«.
Music Review | verfasst 26.10.2012
Kendrick Lamar
good kid, m.A.A.d city
Lange hat keiner so technisch versiert Geschichten gerappt, wie Kendrick Lamar. Das reicht allerdings nicht für den ganz großen Wurf.
Music Bericht | verfasst 06.02.2013
Kendrick Lamar
Live am 1.2. in der C-Halle in Berlin
Freitag war endlich Berlin an der Reihe Kendrik Lamar zu empfangen. K.Dot. Mr. 2012. Die Fakten, dass Lamars Album gerade Gold gegangen ist und sein Konzert ausverkauft war, bereiteten einen nicht auf den Wahnsinn vor, der Lamar begleitet.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Hip-Hop so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Hip Hop. Von Migos bis Freundeskreis.
Music Essay | verfasst 05.03.2018
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Review | verfasst 13.08.2007
50 Cent
Curtis
Kaum ein anderer Künstler hat sich nach gutem Start derart dämlich ins Abseits manövriert wie 50 Cent.
Music Review | verfasst 20.12.2012
Chief Keef
Finally Rich
Das aus einer guten Hook und einem guten Hausproduzenten noch lange kein gutes Album wird, beweist Chief Keefs Debüt.
Music Review | verfasst 25.11.2016
Schoolboy Q
Blank Face
»Blank Face« kommt ein halbes Jahr nach der digitalen Veröffentlichung nun auf Vinyl. Das Gangstarap-Opus hat den Langzeittest bestanden.
Music Kolumne | verfasst 20.11.2013
Vinyl-Sprechstunde
Eminem's »The Marshall Mathers LP 2«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Eminems aufsehenerregenden Tonträger »The Marshall Mathers LP 2«.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2012
Zwölf Zehner
Oktober 2012
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.09.2013
Zwölf Zehner
August 2013
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 30.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 1)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 15.04.2015
Zwölf Zehner
März 2015
Willkommen im April . Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 16.07.2015
Halbjahresrückblick 2015
12 Platten gegen die Gesamtscheiße
Ein weiteres halbes Jahr liegt hinter uns, Zeit für einen Rückblick der besonderen Art: Wir haben zwölf Platten ausgewählt, die sich mit den Umständen nicht zufrieden geben. Die einen sprechen das laut und deutlich, die anderen subtil aus.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Kolumne | verfasst 16.12.2015
Jahresrückblick 2015
Vinyl-Sprechstunde Recap
Sieben Alben hatten unsere Autore 2015 in unserer Sprechstunde. Fünf davon (eines hatten Zugezogen Maskulin besprochen) haben sie sich zur Nachbesprechung bestellt. Haben sich die Diagnosen gehalten?
Music Liste | verfasst 29.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (30-11)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Essay | verfasst 20.01.2016
Jahresrückblick 2015
Am Ende der Echtzeit
Die Welt fühlte sich 2015 zunehmend realer an. Ganz im Gegenteil die Pop-Musik: Sie war so künstlich wie nie zuvor. Wir blicken auf ein Jahr, in dem das Unechte zur Gewohnheit wurde und nur noch eines so richtig echt blieb: die Sehnsucht.
Music Kolumne | verfasst 07.12.2016
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Music Review | verfasst 06.11.2007
M.I.A.
Kala
Operation: Quietschbunte Weltrevolution, Phase Zwei. Wollen wir doch mal sehen, was Maya diesmal so macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«