Film Interview | verfasst 02.05.2013
Tyler T. Williams
Die Magie des Musikvideos
Der junge Regisseur Tyler T. Williams ist einer der faszinierendsten Musikvideofilmer unserer Zeit. Wir sprachen mit ihm über die Möglichkeiten des Musikvideos heute und die Besonderheit seines Schaffens.
Text Pippo Kuhzart , Fotos Tyler T. Williams
Fruehling_sommer_2013_de Wer nur einen Tab in seinem Internet-Browser geöffnet hat, der werfe den ersten Stein. Einen Steinhagel kann man kaum erwarten. Unsere Generation Schnellschnellschnell hat mehr Tabs geöffnet, als ihre Aufmerksamkeitsspanne Minuten umfasst – das scheinbar Unspektakulärste wird nur sporadisch angeguckt, überflogen und hinterlässt so selten einen bleibenden Eindruck. Das schlägt sich auch auf Musikvideos nieder. Sie werden immer mehr im Netz angeguckt; um tatsächlich geguckt zu werden, haben ihre Regisseure alle Regler gen Maximum gedreht: Effekt folgt auf Effekt und am Besten sind alle Brüste entblößt. Nicht so in den Videos von Tyler T. Williams. Der in Boise, Idaho lebende Regisseur will sich dem Diktat der Schnelllebigkeit nicht beugen. Er fordert mit seinen Werken die volle Aufmerksamkeit des Betrachters; die volle Aufmerksamkeit auf einen geöffneten Tab. Denn er erzählt in seinen Musikvideos Geschichten. Das eindrucksvollste Beispiel ist sein Video zu Youth Lagoons »Montana«: Schnitte, die den musikalischen Rhythmus reiten, ein Spannungsbogen der den Song verstärkt, ohne ihm seine eigene Kraft zu nehmen und eine Geschichte, die sich entfaltet und deren Pointe sich mit dem Höhepunkt des Songs aus den Geschehnissen pellt. Wir haben den Mann interviewt, der den Mut hat in Musikvideos noch Geschichten zu erzählen – in einer Zeit, in der ein GIF berühmter werden kann als ein Spielfilm.

Wie stehst du zu Musikvideos heutzutage?
Tyler T. Williams: Ich würde sagen, dass Musikvideos stilistisch so gut aussehen wie noch nie. Kamera-Technologie ist für Indie-Filmemacher zugänglich geworden – das ist ziemlich großartig. Aber ehrlich gesagt: Ich schaue nicht viele andere Musikvideos. Ich versuche mich auch von Gimmick-Musikvideos fernzuhalten. Das sind für mich solche, die stark auf visuelle Effekte angewiesen sind, anstatt auf die Geschichte. Mir fallen dazu zum Beispiel die lächerlichen OK-Go-Videos ein. Ich kann echt nicht verstehen, wie diese viral werden konnten.

Das Video zu Youth Lagoons »Montana« bringt mich fast dazu zu sagen, dass Du das Storytelling zurück ins Musikvideo gebracht hast. Du scheinst einen feinen Sinn für Rhythmus, Spannungsbögen u.ä. zu haben. Bist Du literatur-versessen oder folgst Du einfach nur deinen Instinkten?
Tyler T. Williams: Danke! Ich bin ziemlich stolz über das Resultat. Ich würde sagen es ist ein Mix aus Instinkt, Lesen und dem, dass ich viel ins Kino gegangen bin. Ich glaube auch, dass das Filme-Machen eine Lotterie sein kann. Du kannst diese ausgearbeitet Idee in deinen Kopf gebrannt haben, aber wenn es dann tatsächlich dazu kommt diese umzusetzen, dann kann alles auseinanderfallen.

Also liege ich richtig, wenn ich Dich einen Geschichtenerzähler nenne?
Tyler T. Williams: Ich denke, das versuche ich zu sein. Spielfilme können so magisch sein. Sie ziehen dich in eine andere Realität. Und das versuche ich mit meinen Musikvideos.

Wie hat bei dir die Faszination für eine gute Geschichte angefangen und wann hast Du entschieden diese auf Musikvideos anzuwenden?
Tyler T. Williams: Als Kind war ich fasziniert von jedem Film den ich mir angeschaut habe. Ob es ein Mystery-Thriller oder ein Horrorfilm war – sie zogen mich immer in ihren Bann. Mein erstes Musikvideo, in dem ich ernsthaft versucht habe eine Geschichte zu erzählen, war für die Band Coma Cinema. Das war irgendwann 2010.

Was ist wichtiger: das Bild oder die Geschichte?
Tyler T. Williams: Ich finde beides sehr wichtig, aber die Geschichte dominiert meistens die Fotografie. Gleichzeitig denke ich auch, dass die Filme der Cohen-Brüder nicht das selbe wären ohne ihre traumhafte Kinematographie; oder Ingmar Bergmans Filme ohne Sven Nykvist.

Und was macht eine gute Geschichte aus?
Tyler T. Williams: Ein Anfang, ein Mittelteil und ein Ende [grinst]. Ich denke eine Geschichte, bei der sich der Betrachter fragt, was als nächstes passieren wird und er ständig herumrät. So viele Filme bombardieren den Betrachter mit Informationen, so dass diese eigentlich das Bild zerstören. Du willst, dass das Publikum das Puzzle selbst zusammensetzt.

»Spielfilme können so magisch sein. Sie ziehen dich in eine andere Realität. Und das versuche ich mit meinen Musikvideos.« (Tyler T. Williams) Formt eigentlich die Musik deine Videos oder formen letztendlich nicht sogar deine Bilder die Musik?
Tyler T. Williams: Hmm, wenn ich den Auftrag für ein neues Video bekomme, höre ich den Track dazu normalerweise endlos. Ich fahre spät nachts herum und träume ein Charakter innerhalb des Tracks zu sein. Also welches Gefühl auch immer der Song in mir auslöst, es führt mich direkt zu einer Umgebung [in der ich das Video drehen will] und ich füge dann nur noch die Geschehnisse dazu.

Mit den Umgebungen und auch den Geschehnissen schaffst Du es, das Gefühl einer bestimmten Zeit einzufangen, wie zum Beispiel das Video zum Song von Gayze‘ »Done My Love« stark nach der Arbeiterklasse der 1950er anmutet…
Tyler T. Williams: …irgendetwas an der Vergangenheit fasziniert mich einfach. Sie ist mir so fremd. Heute leben wir einfach unsere Leben und nehmen alles als selbstverständlich hin. Die Technologie ist fantastisch, aber gleichzeitig hemmt sie mich, die Schönheit in allem, was sonst um mich herum geschieht, wahrzunehmen.

Würdest Du zustimmen, dass Du sehr ,amerikanische‘ Geschichten erzählst?
Tyler T. Williams: Absolut. Es ist nicht so, dass ich dagegen wäre, Geschichten aus anderen Ländern erzählen. Aber ich erzähle eben von all jenem, zwischen dem ich aufgewachsen bin. Flieg‘ mich nach Europa!

Diese Geschichten betten oft das individuelle Schicksal einer Person in einen sozio-kulturellen Kontext ein. Dokumentierst Du Dinge, die Du recherchiert hast, oder ist das alles Fiktion?
Tyler T. Williams: Mein ganzes Werk besteht aus Fiktionen, aber für das »Montana«-Video habe ich meinen Opa, der im Korea Krieg in der Navy war, als Inspiration für die Vater-Figur genommen. Ich habe mich in seine Situation versetzt und versucht mir vorzustellen, was er durchgemacht hat bzw. was jeder in diesem Krieg durchgemacht hat.

Wie wichtig ist die technische Seite für Dich? Wann benutzt Du eine hohe Filmkönerung, Vignetten, weichen oder harten Kontrast – hängt das von der Atmosphäre ab, die Du schaffen willst?
Tyler T. Williams: Definitiv. Die Art und Weise der bildlichen Ebene kann das gesamte Gefühl des Betrachters beeinflussen. Für »Montana« zum Beispiel habe ich eine warme Sepia-Palette mit einem leichten Glow-Effekt benutzt, um dem Video die Anmutung eines alten Fotos zu geben. Die Farbpalette ist so wichtig für den Film. Wenn du das Bild mehr in Richtung Grün und Gelb veränderst, gibt es ihm eher einen ›dreckigen‹, ›verbrauchten‹ Look, bei dem du dich unbehaglich fühlst. Kaltes Blau und Grau lässt dich dich traurig und einsam fühlen. Was die Körnerung anbelangt versuche ich, dass meine Videos so wenig wie möglich nach Video, sondern nach Film aussehen. Vignetten helfen, dass sich der Betrachter auf die Mitte des Bildes konzentriert. Aber ich benutze sie nur sanft, weil sie sonst ablenken. Ich will, dass der Betrachter sich auf die eigentliche Geschichte einlässt und nicht darauf achtet, welche Filter benutzt wurden.

Deine Videos brechen oft mit der chronologischen Abfolge der Geschehnisse. Warum wählst Du diesen Kniff?
Tyler T. Williams: Darüber habe ich nie nachgedacht… Vielleicht mache ich das, weil ich eine breite Spanne einer Geschichte erzählen will, damit man den Charakter wirklich versteht. Es ist extrem schwer das in einem Musikvideo zu umzusetzen, ohne, dass es wirkt wie ein Wirbelsturm.

Dadurch verlangst Du dem Betrachter auch eine Menge Aufmerksamkeit ab. Der durchschnittliche Musikvideo-Gucker hat davon ja heutzutage nicht mehr viel übrig…
Tyler T. Williams: Oh, absolut. Ich denke, dass kommt einfach daher mit dem Internet aufzuwachsen und wie es deine Geduld formt. Immer, wenn ich eines meiner Musikvideos schneide, denke ich aber, dass es zu schnell ist und mache es langsamer. Aber es ist schwer eine weit gespannte Geschichte in drei Minuten zu stopfen. Ich will, dass meine Arbeit mehr gesehen wird und denke, dass ich vielleicht etwas falsch mache und deshalb etwas ändern sollte. Ich habe aber auch gelernt, dass das nicht wichtig ist, solange ich die Kunst um meiner selbst Willen mache. Wahrscheinlich hofft man einfach nur, dass die Leute es kapieren.

Wenn Du grenzenloses Budget hättest, um jede beliebige Kulisse und die Schauspieler deiner Wahl für ein Musikvideo zu bekommen – welche Geschichte würdest Du erzählen und was wäre der Soundtrack?
Tyler T. Williams: Auf jeden Fall Musik vom Komponisten Angelo Badalamenti. Es würde im von Kriminalität beherrschten Los Angeles der 1940er spielen. Ich glaube, ich würde Schauspieler einsetzen, die noch nicht ganz den Durchbruch geschafft haben.

Sind Musikvideos für dich nur ein Zwischenschritt dahin, mehr Kurz- und Spielfilme zu machen?
Tyler T. Williams: So will ich es gerne sehen! Mein Traum ist es Kinofilme zu machen.

Die Musik von Youth Lagoon findest du bei hhv.de.
Dein Kommentar
1 Kommentare
10.05.2013 13:32
maze:
Ein Musikvideo ist für mich mehr eine Design- als eine Kunstform. Sie hat einen klaren Zweck. Der Zweck besteht für mich darin die Musik in ihrer Kraft zu bestärken, für sie zu werben. Auf Musik reagieren wir mit dem Körper; wir hören sie und werden emotional, wollen tanzen, uns bewegen. Komplexere Geschichten haben da im Prinzip nichts zu suchen, sie sprechen unseren Intellekt an, was uns von unserem Körper separiert. Die Musik wird zum Soundtrack der Bildern und der Geschichte die im Kopf des Hörers entstehen. Die Bilder eines Musikvideos sollten allerhöchstens etwas beim Hörer anstoßen.
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