Music Kolumne | verfasst 12.12.2013
2013
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Es war ein richtig gutes Jahr für alle Musikconnaisseure. Wir haben uns durch Alben und Mini-Alben gehört und 50 Highlights zusammengetragen. Lest hier Teil 2 der Liste…
Text Sebastian Hinz, Pippo Kuhzart, Florian Aigner, Paul Okraj, Jens Pacholsky, Martin Silbermann, John Luas, Henning Koch, Björn Bischoff, Fionn Birr, Tim Tschentscher

James Ferraro - NYC, Hell 3:AM Drohnen, Überwachungsskandal, weltweite Krisen: zu finden in sämtlichen Jahresrückblicken und auf James Ferraros Album mit dem ausdrucksstarken Titel »NYC, Hell 3:AM«. Ferraro hat hier Zeitgeschichte in avantgardistische Pop-Musik gepackt. Und das zugänglicher, als man das vom New Yorker Querkopf gewöhnt ist. Widergespiegelt durch den Kontrast von MacBook-Sprachwiedergabe und Streichern greift Ferraro den Kampf von Man vs. Machine auf. Philipp Kunze
 

Janelle Monae - The Electric LadyFind it at hhv.de: 2LP | CD Die Saga geht weiter. Mit »The Electric Lady« veröffentlicht Janelle Monáe den nächsten Teil ihres Projekts, in dem sich Liebe und Futurismus vermischen. Keine wackelnden Hintern, keine knappen Outfits – Stil ist das Wort, um sich Janelle Monáe als Künstlerin zu nähern. Deutlich fokussierter als der Vorgänger ist »The Electric Lady« ein wenig unauffälliger – was die Qualität dieser Platte sehr gut tut. Es gab wohl bisher selten ein so durchdachtes Album, das sein Konzept so federleicht umsetzt. Björn Bischoff
 

Jessy Lanza - Pull My Hair BackFind it at hhv.de: LP Wenn Jessy Lanza uns auffordert ihr das Haupthaar aus dem Gesicht zu befördern, hat das selbstredend nichts mit Emesis-Problemen zu tun, sondern fungiert als liebevolle Metapher für zarte R&B-Songs in postmodernem Gewand. Anders als The Weeknd, der sich musikalisch zunehmend an ausgetretenen EDM-Signifieren abarbeitet, findet Lanza mit ihrem Produzenten Jeremy Greenspan (Junior Boys, genau!) einen weniger aufdringlichen Weg ihre Harmonien in minimalistische, elektronische Popsongs zu pflegen. Dass »Pull My Hair Back« auf Hyperdub erscheint, ist dann auch gar nicht mehr die ganz große Überraschung. Eines der wichtigsten Pop-Alben des Jahres. Punkt. Florian Aigner
 

Jon Hopkins- Immunity LPFind it at hhv.de: 2LP R. Kelly hat nicht immer Recht. Nach der Party folgt meist nicht eine Zusammenkunft in der Hotel-Lobby. Eher schleppen sich melancholische Menschen mit entleertem Dopamin-Haushalt durch Häuserschluchten und haben keine Ahnung wo jemals wieder Antrieb herkommen soll. Dieses Gefühl fängt »Immunity« von Jon Hopkins ein. Die zweite Hälfte des Albums. Die erste klingt nach dem, was davor war: Party. Genauer gesagt nach Minimal-Techno, Trip-Hop-Anleihen und Post-Bass. Kaum ein Album 2013 hat so verschiedene Emotionen eingefangen, den Hörer umhüllt und in diesen zwischenweltlichen Sog zwischen Euphorie und Depression gezogen. Philipp Kunze
 

Julia Holter - Loud City Song LPFind it at hhv.de: 2LP Auf ihrem dritten Album zieht Julia Holter eine beeindruckende Atmosphäre auf. Taumelnd durch die nächtlichen Straßen rollen Bläser und Synthies dahin. Im Gegensatz zu ihren Platten davor nahm die Amerikanerin »Loud City Song« nicht in ihrem Schlafzimmer aus – wäre auch ein wenig eng geworden. Denn Holters Song haben viel mehr Facetten bekommen, pulsieren und funkeln in der Dunkelheit, sind so sanft und leicht. Ein Album, in dem man sich selbst verlieren kann. Und möchte. Björn Bischoff
 

Kanye West - YeezusFind it at hhv.de: LP Ja, er ist vermutlich das größte Arschloch der vor Arschlöchern nicht gerade rar-gesäten Musikindustrie. Doch Mr. Wests leidenschaftliche Egozentrik gipfelte bei »Yeezus« in einer musikalisch-bombastischen Chewbacca-Defensive, die so verstörend ich-bezogen, faszinierend blasphemisch und unangepasst großartig war – man konnte gar nicht wegschauen. »Album des Jahres«-Diskussionen sind ohnehin überflüssig, denn wer sonst konnte mit einem unbeschrifteten CD-Rohling die Welt dieses Jahr so in Atem halten? Fionn Birr
 

King Krule - 6 Feet Beneath The MoonFind it at hhv.de: 2LP Das Debütalbum von King Krule besticht durch die lyrischen Qualitäten und die überraschende musikalische Reife des jungen Musikers. Archie Samuel Marshall führt mit Gitarre, Samples, Loops und seiner rauen Stimme durch die wilden Gedankengänge und Anekdoten zwischen jugendlichem Leichtsinn und der Ernsthaftigkeit des alltäglichen Lebens im urbanen Raum. Dabei vermeidet er auf »6 Feet Beneath The Moon« geschickt eine eindeutige musikalische Genrezuordnung und stärkt damit seine künstlerische Identität, die er bereits unter dem Künstlernamen Zoo Kid verfolgt hat. Henning Koch
 

Koreless - Yugen EPFind it at hhv.de: 12inch So schwerelos kann Radikalität klingen. Koreless hat sich mit seiner »Yugen EP« komplett vom Beat verabschiedet. Dabei baut Koreless keine Flächen, die sich in der Unendlichkeit verlieren, noch betont er das Ende oder feiert es. Stattdessen erlaubt er jedem einzelnen Song bis zum letzten Funken auszuglühen. So beiläufig das Album an Synth-Flächen gezogen an einem vorbei zu schweben scheint, so nachhaltig ist doch der Eindruck, den es hinterließ. Philipp Kunze
 

Kwes - ilp LPFind it at hhv.de: 2LP | CD Skizze war gestern. Ähnlich wie Dean Blunt auch auch Kwes sich auf seinem Debütalbum mehr Struktur als noch auf der Vorgänger-EP zugestanden. »Ilp« schwebt trotzdem noch über Pop und R&B, verflüssigt sich im Psychedelischen bevor es vom Bass beschwert wieder Substanz annimmt. Kwes war einer der spannendsten Akteure des Jahres, doch v.a. spürt man in diesem Sound auch noch eine Menge unausgeschöpftes Potential. Lust auf Mehr ist doch immer das beste Zeichen. Philipp Kunze
 

Machinedrum - Vapor CityFind it at hhv.de: CD | LP Ohne, dass man es so richtig gemerkt hätte, hat sich Machinedrum in den letzten Jahren zum Fixpunkt für alles entwickelt, was sich auf der Insel so Post-Post-Dubstep-mäßig tut. Bei Machinedrum läuft die musikalische Entwicklung zusammen und er bringt sie scheinbar problemlos auf den Punkt. Machinedrum schneidert wieder einen eleganten Anzug britischer Electronic auf eckige Juke-Gerüste, spielt mit Jungle, schneidet sanfte Vocal-Samples rein. Schlüssig, vielseitig und mit einer Selbstverständlichkeit, dass wir »Vapor City« fast für diese Liste vergessen hätten. Philipp Kunze
 

Maxmillion Dunbar - House Of WooFind it at hhv.de: 2LP Mit »House Of Woo« und dem Beautiful Swimmers Album »Son»« hatte Maxmillion Dunbar 2013 gleich zwei heisse Eisen im Feuer. Doch während »Son« – nicht minder großartig – auch als Compilation vergangener Swimmers-Maxi fungierte, blieb »House of Woo« der genuinere Entwurf in Max D’s eigenwilliger Housewelt zwischen 100 umd 125 BPM, die New Age und Hedonismus gleichermaßen zusammenführt und sich dabei eine laszive Sleazyness bewahrt. Und da wären noch diese Hi-Hats, der Max, der hat einfach die schönsten! Paul Okraj
 

Mount Kimbie - Cold Spring Fault Less YouthFind it at hhv.de: 2LP | CD Mit ihrem ersten Album für Warp schreiben Mount Kimbie souverän den eigenen Sound fort. »Cold Spring Fault Less Youth« klingt dabei immer überraschend – etwa durch den Einsatz von mehr Live-Instrumenten und Gesang (dem eigenen als auch dem des Durchstarters King Krule). Doch das Duo bleibt natürlich fest im Elektro-Kosmos aus zurückhaltenden, teils frickligen Percussions, nicht immer geraden Kicks und seltsam getimten Melodien. Reduziert, aber durchaus ambitioniert, warm und absolut modern. Martin Silbermann
 

Perera Elsewhere - EverlastFind it at hhv.de: LP Perera Elsewhere spielt die ›Percussions‹ auf Küchentöpfen ein, paart eingängige Melodien mit außerweltlichen Atmosphären und hat so ein Pop-Album gemacht, das ungeniert zwischen Ohrwurm und Brainfuck wandelt. Viele Songs von »Everlast« gehen rein wie Radio-Hits, aber fühlen sich an, als hätte sie jemand von einem heißen Dachboden in irgendeinem Wüsten-Staat gekramt. So hat Sasha Perera eines der seltenen Pop-Alben aufgenommen, die man sowohl einfach hören und fühlen kann.. Philipp Kunze
 

Pusha T - My Name Is My Name Find it at hhv.de: CD Sätze, die man von Musik-Nerds selten hört, Nummer 496: »Als Band waren die scheiße. Die Solo-Alben sind viel besser.« – Tja, vielleicht wäre Pusha Ts Debüt nicht so großartig aus- bzw aufgefallen, wenn Bruder No Malice mit »Hear Ye Him« keine astreine Selbstdemontage hingelegt hätte. Für Freunde des geschmeidig-geflowten Kokain-Verpackens brachte Pushs unterkühlter Punchline-Blockbuster »My Name Is My Name« allerdings jene Nummern auf die Wage, die 2013 hinter keiner anderen Skiptaste aufwarteten. Fionn Birr
 

The Range - Nonfiction LPFind it at hhv.de: 2LP Wenn das Verhältnis des Ganzen zu seinem größeren Teil dem Verhältnis des größeren zum kleineren Teil entspricht, dann nennt man das nicht nur in der Mathematik den »Goldenen Schnitt«. Nun, James Hinton hat Mathematik studiert (aha!) und in diesem Jahr als The Range mit »Nonfiction« ein Album genommen, dass dieser Formel gefährlich nahe kommt. So wie sich die Kreise auf dem Artwork zueinander in Beziehung setzen, setzen sich auch die Bestandteile seiner Musik zueinander in Beziehung. Am Ende spricht man nicht mehr über Genres (Bassmusik? Downbeat? Instrumentaler Hip Hop? Pah! Pah! und: Pah!), sondern nur noch über die Schönheit der Klänge. Sebastian hinz
 

Rhye - WomanFind it at hhv.de: LP Mit »Woman« haben Mike Milosh und Robin Hannibal eines der konsequentesten Alben des Jahres veröffentlicht. 10 Pop-Songs, ohne Aufregung und ohne mitreißende Höhepunkte, doch integer bis zum letzten Tropfen der einlullenden Stimme von Hannibal. Der Referenzkanon, der hier bemüht wird, ist dabei weniger spannend, als die kompositorische Klarheit mit der alle zehn Lieder geschrieben sind. Sie sind nicht aufdringlich und wissen doch was sie wollen. Sie scheinen klar verständlich und doch umgibt Rhye, nicht zuletzt auch wegen ihrer passenderweise unaufgereten, informationsarmen Veröffentlichungsstrategie, ein milchig-mystischer Schleier. »Open« und »The Fall« klingen nach Pop-Melodien aus einer vergangen Zeit und gehören doch zweifelslos zu den besten Liedern des Jahres. John Luas
 

Sola Rosa - Low and Behold, High and BeyondFind it at hhv.de: CD | LP Die mit organischem Hip Hop, swingendem Jazz und treibenden Funk angereicherten Melodiemärchen-Beats von Andrew Spraggon und seiner Band groovten auf »Low And Behold, High And Beyond« mühelos zu einem warmen wie vitalen Eklektizismus zusammen, der ganz ohne Superstar-Features oder Down Under-Bonus allen Kiwis und Kakapos das Fliegen beibrachte. Man muss das Rad nicht neu erfinden, man kann auch einfach mal so richtig dran drehen. Fionn Birr
 

Ras G - Back On the Planet LPFind it at hhv.de: 2LP | CD Ganz entgegen des Titels ist »Back On The Planet« die wohl abgespaceteste Platte des Jahres. Ras G ist auf Brainfeeder zwar sehr gut aufgehoben, doch sein Klangkosmos kann nur als sehr eigenständig, ja einzigartig bezeichnet werden. Zwischen hitzigen Free Jazz-Einlagen und knochentrockenen Hip Hop-Bangern hin und her pendelnd schafft es Gregory Shorter Jr. spielend, weder verkopft noch artifiziell zu klingen. Sein Space Program hat nichts von einer Akademie, sondern ist ein chaotischer Spontan-Trip quer durchs All. Martin Silbermann
 

Omar-S - Thank You For Letting Me Be MyselfFind it at hhv.de: 2LP-ABCD | 2LP-EFGH »Thank You for letting be me be myself«. Omar-S wollte Anfang des Jahres einfach mal Danke sagen. Danke dafür, dass man ihn gefälligst in Ruhe lassen sollte mit diesen vermeintlichen oder erfundenen Marotten, den falschen Images und den vielen Interviewanfragen. Wir wollen Ende des Jahres Danke sagen für eines der elektronischen Alben des Jahres, das zwar nicht die Hits der Vorjahre wiederholen, dafür aber in puncto Kohärenz die Ausnahmestellung von Everybody’s Darling aus der Motor City herausarbeiten konnte. Mal wieder. Paul Okraj
 

Space Dimension Controller - Welcome To Mikrosector-50Find it at hhv.de: CD Auf dem cinematischen Langspieler »Welcome To Microsector-50« wird der Zuhörer auf eine intergalaktische Odyssee in ein Retro-Universum entführt, dessen Inspirationen unverkennbar aus Comic Strips, B-Movies, alten Videospielen und den Sonic Fictions des Detroit Techno bezogen worden sind. Space Dimension Controller lässt diese Einflüsse zu einem musikalischen Hörspiel zwischen Cyberpunk, Electro Funk und Techno verschmelzen, welches sowohl wunderbar als Konzeptalbum funktioniert, als auch ein eigenständiges narratives Fundament für die cluborientierte Musik des britischen Produzenten erschafft. Henning Koch
 

Thundercat - ApocalypseFind it at hhv.de: 2LP | CD Thundercat gelingt es hier – sich, trotz der Hilfe von Flying Lotus selbst – von der Brainfeeder-Esoterik zu lösen. In den Mittelpunkt rückt die Symbiose aus Indie R&B, Soul-Funk und dem jazzigem Freigeist Austin Peraltas. Leicht taucht man ein in die organischen Lo-Fi-Grooves der präsenten Bassarrangements. Durch die vielen Gesangsanteile unterscheidet sich »Apocalypse« vom immer noch sehr guten Vorgänger. Der innovative Ideenreichtum nimmt sich dabei aber nie zu wichtig und ist deswegen gut tanzbar. Tim Tschentscher
 

Tim Hecker - VirginsFind it at hhv.de: 2LP Gebrochene Töne, verkümmerten Rhythmen und schemenhafte Skizzen: Einladend ist »Virgins« von Tim Hecker nicht wirklich. Es dröhnt in der Stille, manche angedachte Melodie taucht in den Krach ab. Doch trotzdem ist das siebente Album von Hecker voll mit Momenten, die einen in die Tiefe ziehen. Denn der Kanadier öffnet Räume und schafft mit »Virgins« ein Geisterhaus. Hinter jedem Ton lauert mehr als nur sein Klang. Denn letztendlich ist »Virgins« der wunderschöne Sturz in die Endlosigkeit. Björn Bischoff
 

Twit One - Urlaub in der Bredouille CoverFind it at hhv.de: 2LP Twit One bleibt mit »Urlaub in der Bredouille« einer der interessantesten Spieler im allemanischen Instrumentalkosmos. Schüchterne Drumpatterns, melodiereiche Samples, vornehmlich aus längeren Piano- oder Saxophonakkorden zusammengesetzt, dazu humoristisch aber auch geschichtstreu eingesetzte Skit- und Cutelemente. Selbst wenn er auf wunderbaren Kleinoden mit beiden Augen zwinkernd sehr offensichtlich mit Quasimoto kokettiert, kann man sich tatsächlich vorstellen, Madlibs Alter Ego hierauf rappen zu lassen. Paul Okraj
 

urban homes centresFind it at hhv.de: 2LP Mit »Centres« lieferten die vier Kölner Posterboys von Urban Homes ein mustergültiges Debütalbum ab, das kürzlich erst mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein Westfalen ausgezeichnet worden ist. Tja, zu diesem entzückend irgendwie auch kosmischen Sound aus ratternden Roland-Drumcomputern, fluoriszierenden Gitarren, verspielten Synthesizerklängen und dosiert eingesetzten vokalen Lauten können auch behördenähnliche Institutionen manchmal eben auch nicht nein sagen. Und wir schließen uns einfach an. Paul Okraj
 

µ-Ziq - Chewed Corners LPFind it at hhv.de: 2LP Mike Paradinas aks µ-Ziq hat mit seiner Rückkehr nach gut sechs Jahren Hiatus mit »Chewed Corners« eines der schönsten Sommeralben der elektronischen Musik geschaffen, das mal wieder viel zu wenige zu hören bekommen haben. Luftige, ineinander verschachtelte Melodien, Beatstrukturen zwischen IDM, House, Bass Music und ein wenig Footwork plus einer Menge Synthesizer mit den Köpfen in den Ahctzigern und 90ern, ohne Retro in Gedanken. Das ganze noch immer clever komponiert. Soll heißen: klingt einfach, ist es aber wahrscheinlich nicht. Jens Pacholsky
 

Hier geht’s zum 1. Teil der 50 Alben des Jahres 2013

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Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.