Music Kolumne | verfasst 03.12.2014
Vinyl-Sprechstunde
Haftbefehls »Russisch Roulette«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze haben sich Haftbefehls viel besprochenes Album »Russisch Roulette« gemeinsam angehört.
Text Florian Aigner, Pippo Kuhzart
Vinyl_sprechstunde_1024x685px-haftbefehl

Kunze: Die Zeit packt MIchel Focault aus, bei ALLGOOD wiederum lässt man sich dazu hinreißen, erzwungenen Analsex als Vergleich heranzuziehen. Bei »Russisch Roulette« ist zunächst die Rezeption am bemerkenswertesten.
Aigner: Ja, und sie sorgt wieder fast dafür, dass mir der Spaß am Album fast ein bisschen vergeht.
Kunze: Ich kann mich nicht erinnern, wann Rap-Schland bzw. ganz Musik-Schland das letzte mal so eine polarisierende Kultfigur hatte wie Haftbefehl.
Aigner: Eventuell 2003 mit Bushido oder noch eventueller: »Mein Block«. Und visuell hat dem deutschen Bürgertum halt nichts so sehr weh getan seit Azads »Napalm«.
Kunze: Ja, »Mein Block«! So gut wie der ist übrigens kein Song auf »Russisch Roulette«. Und der Azad-Vergleich bremst meinen Spaß; der ist mir zu pathetisch und Naidoo-ig.
Aigner: Haha, am Arsch, guck mal 90 Sekunden Napalm, dann weißt du, was alle meinen.
Kunze: Achso, ja, Schocker halt. Aber angestrengte Stimme. Und weil ich Azad erst später kennengelernt habe, finde ich das aus der Perspektive einfach jämmerlich. Azad baut halt wie eine Wühlmaus auf Steroiden seine Geschütztürme und Hafti ballert aus dem Handgelenk mit einem Grinsen alles weg. Und genau das macht alles so geil.

Aigner: Ja, absolut. Ich habe ja auch das achtjährige Jubiläum von »Hell Hath No Fury« letzte Woche würdig damit gefeiert, dass ich einen Artikel über Backpulver gelesen habe. Und ohne Scheiß: für mich gibt es da wirklich Berührungspunkte. Und das ist im Deutschlandkontext schon ein starkes Stück.
Kunze: Für dich gibt es Berührungspunkte zwischen »Hell Hath No Fury« und »Russisch Roulette«??
Aigner: Allein wie er – auf dem musikalisch eher zur schlechteren Hälfte gehörenden – »Schmeiß den Gasherd an« mit den Doppeldeutigkeiten spielt, musste ich an Keys Open Doors denken. Ich kann es ja selbst kaum glauben.
Kunze: Okay, du meinst es ernst.
Aigner: Ja, ohne Scheiß.
»›Hell Hath No Fury‹und ›Russisch Roulette‹ – für mich gibt es da Berührungspunkte.« Kunze: Alter, Clipse haben damals einen ganz neuen Sound geschaffen, Hafti hat einfach nur das soundmäßig fetteste und modernste Deutschrap-Album gemacht, das ich kenne. Aber irgendwo »avant« im Sinne der Rapkunst ist das ja nicht.
Aigner: Nein. Aber es ist so konzentriert ausgewählt musikalisch, dass die Worte extrem mächtig wirken. Noch ein Vergleich, der weh tut: siehe »The Documentary«.
Kunze: Hahahaha, (Thomas Hayo Voice) »Come on«. Mächtig: Ja. Fett: ja. Ballert: ja, Aber mehr? Und: »The Documentary«?
Aigner: Hafti macht hier das, was er eigentlich schon davor extrem gut gemacht hat, nur fokussierter und diese Sequenz bis zum ersten ruhigeren Track: ja ey, Game.

Kunze: Ich finde das Album ja auch eine Kanone. Aber für mich klingt das alles mehr danach, als hätte sich Hafti hier einfach alles gegönnt, was er je machen wollte: hier den »The Art Of Peer Pressure«-Song, da den »Fuck with me you know I got it«-Flow, da sich den O.G.Bobby Johnson-Beat nachbauen lassen. Das ist für mich mehr austoben auf höchstem Niveau denn konsequenter Klassiker.
Aigner: Ok. Weißt du was: wir müssen gar nicht überlegen, ob das im dünnbesiedelten Biotop Deutschrap-Klassiker ankommt. Ist es schon, allein wegen der Rezeption bisher.

Kunze: Ja, das Album muss man halt echt im Schland-Changer-Kontext betrachten. Also stark finden wir es ja beide. Aber du musst mir jetzt dabei helfen, was daran so umwälzend ist und warum die Rezeption so ist, wie sie ist. Also die schiere Macht des Albums taugt mir als Erklärung, nicht aber seine künstlerische »Finesse«.
Aigner: Das sind ja zwei verschiedene Aspekte. Die Rezeption sehe ich ja selbst kritischer, weil ich da immer noch das ekelige Gefühl habe, dass sich das Feuilleton auf die vermeintliche Charles Bukowski-meets-NWA-Poesie gegenseitig einen abschrammelt, weil es so einfach ist. Eigentlich ist es halt der NWA-Moment, den Deutschrap immer dachte schon gehabt zu haben, aber jetzt irgendwie erst bereit ist zuzulassen. Also auf der Presseseite. Da wird so viel pädagogisiert und parallelgesellschaftet, dass man da Haftis Beobachtungen in dieses Pantheon von Straight Outta Compton erhebt. Ich glaube das ist übertrieben, wenn auch nachvollziehbar.
Kunze: Aber warum jetzt, bei Hafti? Weil er in Anführungszeichen authentisch ist?
Aigner: Weil ich halt auch finde, dass das bisher so perfekt verpackt niemand gemacht hat. Die frühen Berliner waren irgendwie böse, haben Schwanz und Mutter gesagt, dann kam Bushido, aber der war halt auch einfach schon immer eher Presslufthammer als Seismograph. Und bei Hafti ist das alles einfach auch leichter zu intellektualisieren, allein schon linguistisch.
Kunze: Findest du das sprachlich so in einer anderen Liga, dass es das ganze Gewichse rechtfertigt?
Aigner: Was da slangmäßig abgeht, ist auf jeden Fall eine andere Liga. Hähnchen verkaufen zwischen Jugendwort-Coins am laufenden Band – ich glaube, man kann sich da schon reinsteigern.
Kunze: Ja, ich habe echt lange nichts deutsches mehr gehört oder gelesen, bei dem ich so das Gefühl hatte, dass sich die Sprache unreflektiert selbst ernährt. Da befruchtet echt ein Wort das andere und alles klingt so selbstverständlich. Vielleicht das erste deutsche Album, zu dem ich gerne Chicken Wings essen möchte.
Aigner: Das ist ja German Ebonics wie man das wirklich noch nicht hatte. Das klang bei der ersten Begegnung vor einigen Jahren schon fremd, aber dann sind da jetzt diese ganzen Ellipsen, diese Knopfhosen von Adidas, die Nokia-Beobachtungen, all das was die Intellligentia ja völlig richtig als für deutsche Verhältnisse wirklich dichtes Geschichtenerzählen erkannt hat. In Amerika wäre das vom Sujet ein Album, das nichts aber auch gar nichts Neues bieten kann. Aber hier: game changing. Sieh an, ich benutze auch schon das Vokabular der Zeit.

Kunze: Aber schön zusammengefasst allemal. Trotzdem: ich finde es hier eigentlich genau den falschen Schritt, so sehr über den ganzen Uni-Kack zu reden. Weil »Russisch Roulette« halt endlich mal ein Album aus daitschem Lande ist, das alles kann, ohne nur eine Sekunde angestrengt zu wirken. Ich freue mich eher über die »I don’t like«-ness des Albums als über seinen linguistischen Mehrwert; weil akademischen Mehrwert findet man ja in jedem Hundekot. Aber selige Ignanz – die gibt’s musikalisch zu wenig und die gibt es hier.
Aigner: Danke, genau so ist es. Es gibt ja nichts einfacheres als French Montana und Jürgen Habermas in einem Satz zu sagen. Also ich möchte auch noch betonen, dass ich die Sequenz von Beginn bis zum zweiten Azzlacks-Teil wirklich als quasi perfekt empfinde. Außerdem, meine These: »Ich Rolle Mit Meim Besten« ist einer der drei besten Rap-Beats des Jahres. Weltweit. Auch das meine ich ernst.
» Die frühen Berliner waren irgendwie böse, haben Schwanz und Mutter gesagt, dann kam Bushido, aber der war halt auch einfach schon immer eher Presslufthammer als Seismograph.« Kunze: Puh, wie oft haben wir uns via irgendeinem Kanal dieses Jahr schon »BEAT» geschrieben. Und ich finde ja den Rick-Rubin-Meets-Just-Blaze »Affen Aus’m Zoo«-Beat fast noch besser…
Aigner: Ich weiß, aber das ist für mich unfassbar. Pharrell mit Timbo im Studio und Hud Mo sorgt dafür, dass die alten Herren nicht an den nächsten Till Schweiger-Soundtrack, sondern an das »Black Album« denken. Ich krieg da Gänsehaut, ohne Scheiß. »Affen Aus’m Zoo« ist auch unfassbar, ja.
Kunze: Wie gut der auf’s letzte Pusha-Album gepasst hätte.
Aigner: Eben. Und das ist für mich die Leistung des Albums: ich denke da an die USA. Bei allem. Und Frankreich, aber das wurde ja auch schon so häufig diskutiert.
Kunze: Vielleicht bin ich nicht so endgültig Gänsehaut-euphorisiert, weil mir das auf Dauer zu anstrengend ist. Einfach die Stimme: der Frosch, der Schrotflintenstaub und Morgensterne verschluckt hat. Flext natürlich, aber auf Album-Länge…

Aigner: Also ich bin mit den vierzehn Tracks glücklich, aber wenn man den Laden nach dem zweiten Azzlackz-Teil dicht macht, dann ist das Album von seiner Sprengkraft noch viel krasser.
Kunze: Kein Fan von »Anna Kournikova«?
Aigner: Wollte ich gerade ansprechen, danke. Jein. Also sehr geil, weil es eine metahumorige Ebene einbringt, die man bei Hafti ja auch in Interviews durchaus häufiger bekommt. Aber allein diese Wumme-Allegorie, die wurde schon dermaßen häufig und in Perfektion benutzt, dass ich das fast redundant finde, auch wenn das natürlich mit dem ganzen Autotune-Schmonz schon toll ist.
Kunze: Aber: Deutschrap braucht mehr Tracks, die einfach heißen, wie irgendjemand berühmtes #charlesBAKELY.
Aigner: Auf jeden Fall. Ich freu mich auf Haftis Dikembe-Cover. Würde das funktionieren? »Jay-Jay-Okocha – meine Chos wissen I gotcha oder so.« Gerade gemerkt, das wird nur bei Hafti klappen.
Kunze: Ein Jay-Jay Okocha-Tribut von Hafti. JA, bitte! Alleine, dass man sich einen Refrain, der aus nichts anderem als dem Namen Jay-Jay Okocha besteht und Strophen, in denen von Block-Fluren und Louis-Bags erzählt wird, als geil vorstellen kann, sagt eigentlich alles über das Album.

Aigner: Was ich irgendwie noch loswerden muss: Hafti ist ja schon irgendwo der deutsche E40, nur dass er damit halt direkt auf Wahlkampfplakate kommt. Das ist einerseits einfach, andererseits auch nicht, wo sich Deutschland so schwer tut, Sprachveränderungen zu akzeptieren. Ich weiß nicht, was es hier noch zu perfektionieren gäbe. Und deswegen nochmal: »The Documentary«. Alles gemacht was es zu tun gab. Rrrrrrasiert.
Kunze: Einen eigenen, zusammenhängenden Sound und kein »Best Of US-Rap 2012 bis 2014«, das gäbe es hier noch zu tun. Aber trotzdem: rrrrrasiert.
Ainger: Fair. Aber »Hell Hath No Fury« macht hier eh keiner. Deswegen: hör auf die Stimme in dir, hör auf die Stimme in dir!
Kunze: Okay, die Stimme in mir sagt: Baba Haft darf jetzt den Throne watchen.

»Russisch Roulette« von Haftbefehl findest Du bei hhv.de auf CD, 2LP und 2CD
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 10.12.2014
Haftbefehl
Russisch Roulette
Haftbefehls »Russisch Roulette« ist definitiv eine Wand, die genommen werden muss, um beim Gangsta-Rap weiterhin auf Augenhöhe mitzuspielen.
Music Review | verfasst 02.05.2021
Haftbefehl
Das Schwarze Album
Auf »Das Schwarze Album« wird der Offenbacher Rapper Haftbefehl vom Hollywood-Boss zum Türsteher der Höllenpforte.
Music Kolumne | verfasst 15.11.2010
Entweder Oder
Entscheider: Haftbefehl
Wir haben den bekennenden BILD-Leser mit ein paar Promis in den Ring gebeten. Wer ist cool, wer bekommt eine Abreibung?
Music Kolumne | verfasst 10.01.2012
Keine halben Sätze
Proband: Haftbefehl
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unsere Interviewpartner ergänzen diesen dann in ihrem Sinne. Diesmaliger Proband: Haftbefehl, Alter: 26, aufgewachsen in: Offenbach, lebt in: Offenbach.
Music Kolumne | verfasst 19.02.2014
Vinyl-Sprechstunde
Bushidos »Sonny Black«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze erklären, warum wir »Sonny Black« in Deutschland gut gebrauchen können.
Music Kolumne | verfasst 20.05.2015
Vinyl-Sprechstunde
Lance Butters' »BLAOW«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute »BLAOW« und die Frage, wie nahe dieses Album an’s Croissant kommt. Oder: Warum das eigentlich ein depressives Album ist.
Music Kolumne | verfasst 27.05.2015
Vinyl-Sprechstunde Spezial
Zugezogen Maskulin über Xatars »Baba Aller Babas«
Zugezogen Maskulin haben für uns gechattet. Frisch von ihrer Tour zurückgekommen haben sich Grim 104 und Testo der Musik eines anderen Rappers gewidmet: Xatars nämlich. Eine Spezial-Ausgabe der Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne | verfasst 03.02.2016
Vinyl-Sprechstunde
Heute: »0,9« von SSIO
SSIO ist ein Barbar in seinen Texten. Und trotzdem haben ihn alle gerne; und zwar Menschen aus den verschiedensten sozialen Schichten. Unsere Autoren sind dem Phänomen im Gespräch über »0,9« auf den Grund gegangen.
Music Kolumne | verfasst 20.02.2013
Hyperton
Februar 2013
Hyperton ist der monatliche Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Wir treffen eine kleine Auswahl an aktuellen Schallplatten und schauen mal nach, was die anderen Gazetten so schreiben.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2014
Zwölf Zehner
Oktober 2014
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Liste | verfasst 17.12.2014
2014
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos 2014 stellen wir euch die Musikvideos vor, die uns in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne | verfasst 08.07.2020
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Kolumne | verfasst 06.05.2021
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Kolumne | verfasst 20.11.2013
Vinyl-Sprechstunde
Eminem's »The Marshall Mathers LP 2«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Eminems aufsehenerregenden Tonträger »The Marshall Mathers LP 2«.
Music Kolumne | verfasst 16.01.2014
Vinyl-Sprechstunde
Actress' »Ghettoville«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal unsere beiden Autoren Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Actress’ möglicherweise letztes Album.
Music Kolumne | verfasst 23.04.2014
Vinyl-Sprechstunde
Pharrell Williams' »Girl«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Diesmal erklären Florian Aigner und Philipp Kunze, warum eine Partie Scrabble sich nach »Girl« wir ein revolutionäres Ereignis anfühlt.
Music Kolumne | verfasst 26.06.2014
Vinyl-Sprechstunde
Lana Del Reys »Ultraviolence«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute erfahrt ihr, wieso Lana Del Rey niemals Miley Cyrus oder Britney Spears sein wird, und warum das auch noch schlecht für ihr Album ist.
Music Kolumne | verfasst 30.07.2014
Vinyl-Sprechstunde
Shabazz Palaces' »Lese Majesty«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Wegen »Lese Majesty« sehen sich unsere Autoren heute gezwungen, über den Zugang zum Universum, DJ Mustard und Doom gleichzeitig zu sprechen.
Music Kolumne | verfasst 21.08.2014
Vinyl-Sprechstunde
FKA Twigs' »LP1«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Eine Unterhaltung darüber, warum Kanye Kathedralen bauen darf und FKA Twigs nicht mal artsy Instagram-Fotos zugestanden werden.
Music Kolumne | verfasst 26.09.2014
Vinyl-Sprechstunde
Aphex Twin's »Syro«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine aktuelle Schallplatte. Florian Aigner hofft, dass Philipp Kunze mal was schlechtes über Aphex Twin sagt, weil sich der (Kunze) bislang kaum mit dem (Aphex Twin) beschäftigt hat.
Music Kolumne | verfasst 28.01.2015
Vinyl-Sprechstunde
D'Angelo's »Black Messiah«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute ziehen unsere Kolumnisten vor D’Angelos erstem Album seit 15 Jahren den Hut – und zucken mit den Schultern.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Music Kolumne | verfasst 04.06.2015
Vinyl-Sprechstunde
A$AP Rockys »At.Long.Last.A$AP«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute nähern sich unsere Kolumnisten über Pflegeprodukte, Zungenküsse und schwule Kleinkinder A$AP Rockys neuem Album an.
Music Kolumne | verfasst 15.07.2015
Vinyl-Sprechstunde
Vince Staples' »Summertime '06«
Wir begrüßen einen Gastdozenten zur Vinyl-Sprechstunde: Julian Brimmers. Er soll zwischen Aigner und Kunze vermitteln, die sich angesichts der Komplexität von »Summertime ’06« dieses Mal nicht einig sind.
Music Kolumne | verfasst 21.09.2015
Vinyl-Sprechstunde
Future & Drakes »What A Time To Be Alive«
Zwei der derzeit populärsten Rap-Schwergewichte haben ein gemeinsames Album veröffentlicht. Grund für eine Notfall-Sprechstunde, in der wir das »Vinyl« einfach mal außen vor gelassen haben.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.