Music Interview | verfasst 31.03.2017
Mr Bongo Records
»Gute Musik, die die Menschen haben sollten«
»Stell dir vor, du wachst neben dieser einen Platte auf, die du schon ewig suchst.« Wir haben uns von Graham Luckhurst und Gareth Stephens von Mr Bongo etwas über das wohl dienstälteste Reissue-Label der Welt erzählen lassen.
Text Niklas Fucks , Fotos ab:sicht by julia klein / © hhv.de mag
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Mr Bongo war schon überall. Ursprünglich aus London – aber schnell auch in Brighton, in Shibuya, öfters in Kolumbien oder Venezuela, Brasilien, Mali, Nigeria und Kuba. Heute ist Mr Bongo in Berlin-Wedding, an einem grauen Samstagnachmittag inmitten von hunderten Schallplattenenthusiasten, die es durch einige buntgemalte Hinterhöfe in die Panke geschafft haben.

Wer oder was ist Mr Bongo? »Ein Typ namens Dave Buttle gründete 1989 den Plattenladen Mr Bongo in London. Dazu kamen dann zwei weitere Shops in London und einer in Shibuya in Japan. Damals waren wir bekannt dafür, Originalpressungen der besten lateinamerikanischen, brasilianischen und afrikanischen Musik ins Land zu bringen, außerdem importierten wir jede Menge US-Hip Hop. Labels wie Def Jam, Rawkus Es war damals der einzige Ort außerhalb der USA, wo man die in Europa kaufen konnte. Und daraus entwickelte sich dann das Label«, erklärt Graham Luckhurst, der seit 2004 mit dabei ist.


Hier entlang zu den Schallplatten von Mr Bongo Records bei hhv.de.


Die Plattenläden sind mittlerweile Geschichte. Dafür hat sich Mr Bongo zu einem der erfolgreichsten und einflussreichsten Reissuelabels im Bereich des internationalen Rare Groove entwickelt. Mittlerweile konzentriert sich das Label nicht mehr nur auf Alben und Compilations, sondern auch auf 7inches mit schwer gesuchten Tracks. Auch einige kontemporäre Künstler wie Mungo’s Hi-Fi, Hollie Cook oder Prince Fatty veröffentlichen über Mr Bongo und dessen Sublabel Disorient.

Graham und sein Kollege Gareth Stephens sind heute Mittag mit einem extra Koffer Schallplatten in Berlin gelandet, damit sie einige ihrer zahllosen Releases zum Großhandelspreis unters Berliner Volk bringen können, bevor sie als Mr Bongo Dj Team die vom Beat Kollektiv organisierten Jubiläumsfeierlichkeiten der Partyreihe Wedding Soul headlinen

Wir haben also die Gelegenheit beim Schopf gegriffen, diese beiden Koryphäen kurz beiseite zu nehmen, um sie nach verlorenen Schätzen, ihren besten Detektivgeschichten und natürlich dem Wandel des Reissue-Games in den letzten zwei Jahrzehnten auszufragen.

Die Mr Bongo-Plattenläden sind nun schon relativ lange Geschichte, doch seit einigen Monaten veranstaltet ihr regelmäßig Pop-Up-Events in euren Büros in Brighton. Spiegelt das einen generellen Aufwärtstrend wieder?
Graham Luckhurst: Auf jeden Fall! Die Vinyl-Verkäufe sind nicht da, wo sie in den Neunzigern waren, ich bezweifele, dass sie je wieder dort hinkommen werden, aber die Situation ist sonst super. »Wir haben also im Endeffekt durch ein Youtube-Kommentar mit ihm Kontakt aufgenommen. Und dann schickt er uns diese super-rare Platte in einem einfachen Briefumschlag mit der Post.« ( Graham Luckhurst) Das hat viele Gründe, aber ich glaube, dass Menschen das Streamen leid sind und Musik besitzen wollen. Natürlich ist das Artwork ein Faktor, aber auch die Haptik und sicherlich auch der Hype. Wir legen ja einfach nur die Musik neu auf, die wir seit 30 Jahren hören, aber viele, die gerade anfangen sind in ihren Zwanzigern. Ich glaube, dass das von Leuten wie Floating Points, Four Tet, Jeremy Underground und anderen elektronischen Typen mit tiefen Plattensammlungen ausgeht. Die Leute wollen eine Pause von Dubstep und Deephouse und Techno und begeistern sich für Sachen wie afrikanischen Disco, Boogie, brasilianischen Disco. Alles ist gerade sehr vermischt und aufregend.

Gerade in England gab es ja früher einen große Rare Groove-Hype. Fühlt es sich gerade ähnlich an?
Gareth Stephens: Ja, definitiv. Wenn ich in den Neunzigern weggegangen bin, hörte man Soul, Hip-Hop, House. Jetzt ist es fast wieder so. Aber es gibt eben so Platten wie zum Beispiel »You Can Win« von Bileo, das von Athens of the North neu herausgebracht wurde. Das ist heute ein wirklich großer Hit, aber wäre damals keiner gewesen. Es ist eine Rare Groove-Entdeckung der neuen Generation. Neulich haben wir in Brighton aufgelegt und da war ein Haufen 19-jährige, die bei dieser ultra-raren Platte laut mitgesungen haben. Die Leute kopieren nicht einfach die Trends von damals, sondern finden ihre eigenen anthems.

Besonders bei brasilianischer Musik graben Leute seit über zwanzig Jahren nach Schätzen und bringen sie neu raus. Habt ihr manchmal Angst, dass es irgendwann nichts mehr zu entdecken gibt?
Graham Luckhurst: Haha, ja dieses Gespräch haben wir andauernd. Wann gehen uns die Platten aus? Allerdings ändern sich die Geschmäcker der Menschen dauernd. Eine Zeit lang war es Bossa Nova, dann der Funk-Kram, dann das Crossover-Soul-Zeug, jetzt geht es immer mehr um brasilianischen Boogie und Soul und ich habe das Gefühl, dass es in der Zukunft in Richtung Folk gehen wird. Süßere, weichere Folk-Musik scheint populärer zu werden. Wenn jemand in einem Genre alles gefunden zu haben scheint, hat sicher der Geschmack oft schon wegbewegt.


10 essentielle Releases von Mr Bongo Records haben wir dir hier zusammengestellt und kommentiert…


Hat die klassische Detektivarbeit durch das Internet an Wichtigkeit verloren?
Graham Luckhurst: Das Internet hat es definitiv einfacher gemacht, Leute zu finden. Aber es gibt immer noch viele Platten, bei denen wir ewig brauchen, um sie nachzupressen.

Gareth Stephens: Es gibt hunderte brasilianische Platten, die wir veröffentlichen wollen. Für jede, die erscheint, gibt es vielleicht zwanzig, bei denen man die Lizenz nicht bekommen hat.

Graham Luckhurst: Bei brasilianischen Reissues geht es vor allem um die Arbeit mit den Labels. Eine Menge brasilianische Musik, für die die Leute sich heute interessieren, war früher populäre Musik in Brasilien, erschien also vor allem bei großen Labels, die es heute noch gibt. Man muss diese Labels kontaktieren und manchmal haben sie Interesse an einer Zusammenarbeit und manchmal nicht. Es kann lang dauern, man muss sie immer weiter anrufen, ihnen Mails schreiben und manchmal ist es einfach nicht ihre höchste Priorität. So lief es bei Arthur Verocai, bei »Rosa De Sangue« von Lula Côrtes-Platte und besonders bei »Krishnanda« von Pedro Santos, das wir schon seit langer Zeit im Auge haben. Bei afrikanischen Platten ist es anders, weil viele dieser Platten unabhängig in geringen Mengen gemacht wurden. Man muss also entweder die Mitglieder der Band finden, die Leute der Band oder sonst jemanden, der etwas mit dem Label zu tun hatte. Das erfordert also immer noch die gute, alte Detektivarbeit.

Was sollte eine Platte mitbringen, um für ein Reissue auf Mr Bongo in Frage zu kommen?
Graham Luckhurst: Auf der kreativen Seite sollte es eine Platte sein, die wir wirklich mögen. Mr Bongo ist eine Familienangelegenheit und wenn jemand die Musik wirklich mag, denken wir über ein Reissue nach, egal, ob sie aus Brasilien, Lateinamerika oder Afrika kommt (wir haben auch schon ein paar finnische Jazz-Reissues gemacht). Es sollte zeitlose, klassische Musik sein – gute Platten, die die Menschen haben sollten. Und auf der geschäftlichen Seite geht es natürlich darum, ob die Platte verfügbar ist, wie wir die Popularität einschätzen, wie viele Menschen sie haben wollen, ob sie rar ist, ob es noch Master Tapes gibt, ob es schon Versionen gab, von denen wir glauben, dass wir sie toppen können, ob es ein Artwork gibt… Das ist nämlich oft ein Problem bei raren Platten. Sie sind oft in schlechtem Zustand und wurden in Garagen oder Lagerhäusern aufbewahrt. Oft kann man auch kein Reissue machen, weil die Platte nicht in gutem Zustand zu finden ist.

Habt ihr ein paar gute Platten-Geschichten auf Lager?
Gareth Stephens: Für die neue Compilation wollten wir unbedingt diesen Mavis John-Track lizensieren, aber wir konnten wirklich nicht darüber herausfinden, wer die Rechte besaß, weil der Track aus Trinidad ist. Wir fragten ein paar Leute, aber keiner schien es zu wissen. Dann fiel uns aber auf, dass der Produzent der Platte Teil der Band Hot Chocolate war. Das war natürlich eine Riesenband, aber anscheinend hat er früher diesen unglaublichen trinidadischen Soul produziert. »Ich war am nächsten Tag total verkatert, aber stell dir vor, du wachst neben dieser einen Platte auf, die du schon ewig suchst.« ( Gareth Luckhurst) Wir haben ihn auf Facebook angeschrieben und nach einer Weile antwortete er, dass er immer noch mit Mavis John in Kontakt stehe. So haben wir sie gefunden.

Graham Luckhurst: Wir haben diese eine Hareton Salvanini-Platte namens »Hareton & Meta« herausgebracht. Wirklich bizarre Platte, 150 Exemplare, die an die Besucher einer Theateraufführung verteilt wurden, mit einem handgedruckten 7inch-Cover. Eine fantastische EP. Breaks und Streicher, klingt wie Arthur Verocai, aber härter an manchen Stellen. Jedenfalls eine schwer gesuchte Platte. Wir haben das Video auf Youtube gefunden und darunter hatte Salvaninis Bruder seine Email-Adresse geschrieben. Wir haben also im Endeffekt durch ein Youtube-Kommentar mit ihm Kontakt aufgenommen. Das wäre früher nicht möglich gewesen. Und dann schickt er uns diese super-rare Platte in einem einfachen Briefumschlag mit der Post. Der Umschlag war offen, als die Platte ankam, aber sie hat es unbeschadet geschafft. Aber eigentlich steckt hinter jedem Reissue eine gute Geschichte .


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Es sieht gut aus für Mr Bongo. Steigende Plattenverkäufe, eine erfolgreiche 7inch-Serie, bald läutet die legendäre, französische Siebziger-Band Cortex in einem raren Konzert in Originalbesetzung eine neue Mr Bongo-Eventreihe in London ein. Heute allerdings geht es den beiden primär darum, einen Raum voller verschwitzter Körper mit ihrem einzigartigen, internationalen Mix aus Disco, Boogie und Soul zum Tanzen zu bringen. Zu später Stunde fällt Gareth noch eine gute Geschichte ein:

»Ich war vor Ewigkeiten hinter dieser Broken Beat Platte von diesem Typen namens Afronaught her. Sie lief im Radio, aber ich konnte sie jahrelang nicht finden. Und irgendwann war ich in einem Club namens The Jazz Rooms in Brighton und plötzlich spielte ein DJ ein White Label dieser Platte. Ich war recht betrunken und laberte ihn voll, wollte ihm die Platte abkaufen und am Ende gab er sie mir einfach direkt vom Plattenspieler. Ich war am nächsten Tag total verkatert, aber stell dir vor, du wachst neben dieser einen Platte auf, die du schon ewig suchst.«

Für Gareth Stephens ist es vielleicht mittlerweile Normalität, aber genau dieses Gefühl liefern Mr Bongo Diggern weltweit täglich mit ihren Reissues unfindbarer Platten.


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